Zahlreiche Unsicherheiten erschweren dem VAOF die Budgetierung

Di, 06. Nov. 2018
Sie geniessen den Apéro nach der Versammlung (von links): Jutta van Dick, Pflegedienstleiterin, Jacqueline Mathis, Zentrumsleiterin, Werner Müller, Präsident und Ursula Stocker, Vizepräsidentin. Rechts hinten der ehemalige Präsident Bernhard Horlacher. Foto: Dieter Deiss

Ein unverständlicher Bundesgerichtsentscheid führt zu einem Chaos

Erstmals leitete der im Sommer neu gewähltePräsident Werner Müller eine Vereinsversammlung des Vereins für Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF). An dieser präsentierten sich auch neue Gesichter und es wurden neue Ideen vorgestellt.

Dieter Deiss

Im Gesundheitswesen haben heute, wenn überhaupt, nur noch wenige den Durchblick. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass an der Versammlung des Vereins für Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF), Geschäftsführer André Rotzetter vor der Beratung des Voranschlags 2019 ausführlich erklären musste, weshalb sich die Krankenkassen weigern, die sogenannten MiGel-Kosten weiterhin zu bezahlen. MiGel steht für «Mittel und Gegenstände». Es sind dies die Kosten für Pflästerli, Spritzen über Stützstrümpfe bis hin zum Sauerstoff für Patienten mit Atemnot.

Gerichtliche Auseinandersetzung
Aufgrund eines Bundesgerichtsentscheides müssen die Krankenkassen diese Kosten nicht mehr finanzieren. Damit aber nicht genug, sie fordern bereits erbrachte Leistungen rückwirkend zurück und ziehen deshalb den VAOF wie auch viele andere Altersund Pflegeheime im Kanton Aargau vor Gericht. Dass es überhaupt so weit kommen konnte, ist letztlich auf eine unklare Gesetzgebung zurückzuführen. «Es herrscht ein grosses Chaos», fasste VAOF-Geschäftsführer André Rotzetter die heutige Situation zusammen. Er nannte dazu ein Beispiel: Wenn ein Patient ärztlich verordnet Stützstrümpfe tragen muss, so bezahlt die Krankenkasse die Strümpfe. Kann er diese jedoch nicht mehr selber anziehen und muss dafür die Pflege beanspruchen, so bezahlt die Krankenkasse nicht und die Strümpfe werden dem Alterszentrum verrechnet.

«Es gibt momentan sehr viele Unsicherheiten, was eine saubere Budgetierung schlichtweg verunmöglicht», führte Rotzetter im Rahmen der Beratung des Voranschlags aus. Nachdem sich der VAOF Mitte Jahr gezwungen sah, eine Tariferhöhung vorzunehmen, bleiben jetzt die Tarife unverändert. Lediglich für ganz kleine Einzelzimmer im Alterszentrum «Bruggbach» wird der geltende Tarif um zehn Franken reduziert. Bei einem Aufwand von 22,4 Millionen Franken rechnen die Verantwortlichen mit einem Ertragsüberschuss von rund 170 000 Franken. Diskussionslos stimmte die Versammlung den vorgelegten Zahlen zu.

Neue Gesichter, neue Ideen
Seit Juli ist Jeannette Zumsteg als stellvertretende Geschäftsführerin im Amt. Sie verfügt unter anderem über ein abgeschlossenes Fachhochschulstudium im Gesundheitswesen, wie sie bei ihrer kurzen Vorstellung darlegte. Im VAOF ist sie unter anderem zuständig für das betreute Wohnen. Sie berichtete, dass in den betreuten Alterswohnungen in Laufenburg im Moment noch vier Wohnungen frei sind. Sehr gut habe sich die Nachfrage bei den angebotenen Studios und Ferienwohnungen entwickelt.

Jutta van Dick, Pflegedienstleiterin in der «Klostermatte», berichtete über die Einführung einer neuen Einsatzplanung ab kommendem Jahr und Zentrumsleiter Heinz Stucki gab einige Müsterchen zum «Reizwort MiGel» zum Besten. Erstmals vor die Versammlung trat die neue Zentrumsleiterin im «Bruggbach», Jacqueline Mathis. Sie leitete bisher den Pflegedienst. Mit den Bauarbeiten am Haus sei man auf Kurs versicherte sie und gab der Hoffnung Ausdruck, dass diese im April abgeschlossen werden können. Ebenfalls an der Versammlung anwesend war Carole Schmid, die neue Leiterin Pflegedienst im Bruggbach. Unter Verschiedenem informierte Gemeindeammann Regine Leutwyler (Gipf-Oberfrick) über das an der letzten Versammlung aufgegriffene Thema «Betreutes Wohnen» und die damit zusammenhängende Frage von Gewährleistung der Sicherheit und der Betreuung in Alterswohnungen der Gemeinden. Eine Arbeitsgruppe aus den Organisationen Spitex, Pro Senectute und VAOF wird demnächst konkrete Vorschläge unterbreiten.

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