Novartis baut im Fricktal massiv Stellen ab

| Di, 25. Sep. 2018

Wegen neuen Produktionsverfahren und um Kosten zu sparen, baut Novartis in der Schweiz über 2000 Stellen ab. Das Fricktal ist in Stein massiv betroffen: Ein Drittel der rund 2000 Stellen werden abgebaut.

Novartis hat am Dienstag an einer Telefonkonferenz Pläne zu weiteren Anpassungen in der Produktion und im Bereich Business Services kommuniziert. Die Massnahmen zielen darauf ab, die Effektivität und Effizienz des Unternehmens zu erhöhen und die Kosten zu senken.  

Anknüpfend an die 2015 initiierte globale Produktionsstrategie plant Novartis, das Fertigungsnetzwerk dem sich verändernden Produktportfolio anzupassen, welches immer weniger hochvolumige Produkte enthält und stärker auf innovative spezialisierte und personalisierte Medikamente setzt. Das Resultat ist eine Verschiebung in der Investitionsstrategie, weg von traditionelleren Fertigungstechnologien und hin zu neuartigen Fertigungsplattformen. In der Schweiz, wo Novartis bedeutende Produktionskapazitäten unterhält, wird über die nächsten vier Jahre ein Abbau von 2150 Stellen verteilt auf Basel, Schweizerhalle, Stein und Locarno erwartet. Wie Matthias Leuenberger, Präsident von Novartis Schweiz, mitteilte, werden damit in Basel rund 1‘000 Stellen abgebaut, in Stein 700, in Schweizerhalle 350, in Locarno 30 und in Rotkreuz 10.

Wie kürzlich angekündigt werden in Stein dank dem Aufbau einer Fertigungsstätte für Zell- und Gentherapien voraussichtlich bis 260 bis max. 450 neue Stellen geschaffen. Den in Stein von der Kündigung betroffenen Mitarbeitern werden Umschulungen angeboten, damit möglichst viele sich für die neugeschaffenen Stellen qualifizieren können. Für alle anderen beinhalte der Sozialplan eine Lohnzahlung nach der Ankündigung der Entlassung von 10 Monaten, Frühpensionierungen ab 58 Jahren und die Auszahlung einer Abfindung.  

Der grosse Abbau auf dem Novartis Campus in Basel hat mit dem Entscheid der Geschäftsleitung zu tun, die Effizienz und die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens im Bereich Business Services zu steigern. «Dazu wurden fünf globale Servicezentren in Dublin (Irland), Hyderabad (Indien), Kuala Lumpur (Malaysia), Mexico City (Mexiko) und Prag (Tschechische Republik) aufgebaut, um intern hochwertige Dienstleistungen zu tieferen Kosten zur Verfügung stellen zu können. Anknüpfend an diese Strategie und zusätzlich zur bereits fortgeschrittenen Verschiebung von Aktivitäten, plant Novartis, auch Managementkapazitäten in diese Servicezentren zu verlagern. In der Schweiz wird dadurch ein Abbau von ungefähr 700 Stellen bis 2022 erwartet, wobei dies grösstenteils den Campus in Basel betreffen wird,» heisst es in der Mitteilung.

Der Standort Schweiz und der Hauptsitz in Basel seien für die Novartis weiterhin wichtig, versicherte CEO Vas Narasimhan. Über die vergangenen fünf Jahre habe das Unternehmen in der Schweiz über 1 Milliarde Franken in neue Fertigungstechnologien investiert. Beispiele dafür sind die Plattform für kontinuierliche Herstellung (Flow-Chemie) in Schweizerhalle, der Aufbau der Anlage für den kontinuierlichen Fertigungsprozess in Basel, die Biotech-Produktionsanlage in Basel sowie das Gebäude für die Montage von Applikationsgeräten und die neue Anlage für Produktneueinführungen in Stein. Nach Umsetzung der geplanten Veränderungen wird Novartis 2022 etwa gleich viele Mitarbeitende in der Schweiz beschäftigen wie 2008. Die grosse Mehrheit wird dabei globale Rollen im modernen Produktionsumfeld, in der Forschung und Entwicklung und der Geschäftsführung innehaben. Novartis beschäftigt weltweit rund 125 000 Mitarbeitende.

 

Regierungsrat enttäuscht über massiven Stellenabbau

Der Regierungsrat des Kantons Aargau ist vom Stellenabbau im Werk Stein sowie in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Tessin enttäuscht. Er erwartet, dass Novartis die Verlagerung von Produktionskapazitäten ins Ausland im Rahmen des anstehenden Konsultationsverfahrens überprüft und den angekündigten Stellenabbau reduziert. (WH)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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