«Wir sind nach wie vor verwöhnt»

So, 09. Sep. 2018

Dieter Schlachter, Regisseur vom Lehrertheater Möhlin, über die guten alten Zeiten und eine tolle Gegenwart.

Ronny Wittenwiler

Wenn der Vorhang fällt, ist er ihnen gewiss: der Applaus, des Künstlers Brot. Seit sechzig Jahren ist das schon so, hier beim Lehrertheater Möhlin. Dieses mit seinen Protagonisten wechselnde Ensemble, immer aufs Neue aufspielend, mal tragisch, mal komisch, es ist längst legendär, lockt Besucher aus der Region, doch nicht nur. «Der Vorname», im Original «Le prénom», heisst die diesjährige Produktion, uraufgeführt 2010 in Paris. Premiere im Möhliner Bata Park war am 25. August. Sie war nicht ausverkauft.

«Das ist lange her»
Dieter Schlachter lässt sich deswegen nicht aus der Ruhe bringen und, bei Licht betrachtet, er hat auch keinen Grund dazu. Dass Premieren vom Lehrertheater nicht vor vollem Haus über die Bühne gehen, ist keineswegs neu. Im Gegenteil. Bis auf den letzten Platz besetzte Premieren gehen auf die Zeit «irgendwann» in den Neunzigern zurück, damals, oben im Dorf, in der guten alten Rössli Schüre. Gegen 2000 Besucher habe man damals pro Spielsaison verzeichnet, sagt Schlachter. Heute seien es rund 1400. Auch wenn also die Zahlen im Vergleich über bald drei Jahrzehnte rückläufig sind, so scheint, als würde Schlachter hinter die aktuellen Verhältnisse gerne ein Ausrufezeichen setzen: «Im Vergleich zu anderen kulturellen Angeboten sind wir mit den Besucherzahlen nach wie vor verwöhnt. Das ist toll, wir müssen absolut zufrieden sein.» Das gebe er seinen Theaterleuten immer wieder zu verstehen.

Das Lehrertheater «budgetiert» jeweils mit einer Saisonauslastung von 75 bis 80 Prozent; damit genügend Geld für eine nachfolgende Produktion vorhanden ist. «Fällt die Auslastung irgendwann mal unter sechzig Prozent, wäre das Vereinsvermögen rasch aufgebraucht», sagt Schlachter. Davon ist das Lehrertheater – Stand jetzt – aber weit entfernt und nach der Premiere vom 25. August mit einer Auslastung von knapp siebzig Prozent ist die Tendenz ohnehin steigend. «Das ist eigentlich der Normalfall», sagt Schlachter und lacht: «Schlimm wäre, es würde den umgekehrten Weg nehmen.» Die höhere Auslastung mit fortlaufender Spieldauer als Gradmesser dafür, wie gut ein Stück beim Publikum ankommt? In der Tat, so Schlachter, lebe das Lehrertheater auch von der Mundpropaganda.

Gestern übrigens stand das Theaterensemble auf der Bühne. Morgen Freitag schon geht es weiter. Und wie ein Blick in die online-Reservationen zeigt, notabene: Die Vorstellung ist bereits nahezu ausverkauft. Kein Grund also, zu jammern.

Weitere Aufführungstermine und Karten im Internet: www.lehrertheater.ch

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