Die Tour de Suisse ist in Gansingen daheim

  14.06.2018 Gansingen, Sport

Nach 2012 machte das viertgrösste Profi-Radrennen der Welt erneut Halt in Gansingen

Am Wochenende die Feierlichkeiten zum 100 Jahr-Jubiläum des VMC, am Montag die Ankunft der 3. Etappe und am Dienstag der Start zur 4. Etappe. «Senn-City» feierte den Radsport – und wie üblich in Gansingen halfen alle mit – die Dorfvereine, die Behörden, die Einwohner.

Simone Rufli

«Ich bin stolz auf den Veloclub Gansingen, dass er so einen Anlass stemmt», wandte sich Olivier Senn am Dienstag vor dem Start zur 4. Etappe ans OK und die geladenen Gäste. Und im Gespräch mit der NFZ meinte der TdS-Generaldirektor aus Gansingen: «Für den Veloclub ist das Zusammentreffen von 100-Jahr-Jubiläum und Tour-Etappenort ein Ereignis, über das man in den nächsten 100 Jahren immer wieder reden wird.» Senn, selber Mitglied im VMC und früher aktiver Radfahrer, hat für einmal auf die Übernachtung im Hotel verzichtet und stattdessen im eigenen Bett geschlafen. «Das Frühstücksbuffet ist im Hotel reichhaltiger, aber es war schön zu Hause zu sein», meinte er am Dienstagmorgen gutgelaunt. Als Tour-Direktor ist Senn verantwortlich für 28 Bereichsleiter und rund 230 Helfer, für den reibungslosen Ablauf des Rennens und eine Reihe von repräsentativen Aufgaben. Als Dank für die perfekte Organisation überreichte er OK-Präsident Emanuel Hüsler am Dienstag ein gelbes Leadertrikot. Hinter Hüsler standen rund 200 Helferinnen und Helfer im Dauereinsatz. Unterstützung bot auch der Zivildienst. Während die 147 Fahrer für die 4. Etappe unterschrieben, den Schulkindern und auch allen anderen Fans bereitwillig Autogramme gaben, nutzte Hüsler die Gunst der Stunde und liess sich sein gelbes Trikot vom anderen Mann in Gelb, Stefan Küng, signieren. Zur Freude des Radsportbegeisterten Gansinger Publikums hatte Küng das gelbe Leadertrikot am Montag verteidigen können. Keine Selbstverständlichkeit, ist doch die Landesrundfahrt als World-Tour-Rennen und als Vorbereitung auf die Tour de France heuer international so gut besetzt, wie seit Jahren nicht mehr. Michael Albasini (Mendrisio) hatte als Vierter das Podest ganz knapp verpasst, Lokalmatador Silvan Dillier aus Schneisingen, kam auf Rang 36. Die Entscheidung war erst ganz zuletzt gefallen. Der Italiener Sonny Colbrelli bezwang im Sprint den Kolumbianer Fernando Gaviria. Dritter wurde Weltmeister Peter Sagan aus der Slowakei.

Am Montag hatte auch Landammann Alex Hürzeler dem Etappenort einen Besuch abgestattet. Der Kanton Aargau unterstützt den Etappenort Gansingen mit einem namhaften Beitrag aus dem Swisslos-Sportfonds. Ebenfalls zugegen waren der Direktor des Paul Scherrer Instituts, Joël Mesot, sowie die ehemaligen Radrennfahrer Arno Küttel und Werner Stutz. Für den Start vom Dienstag hatte sich Emanuel Hüsler einen Fachmann in Sachen Start geholt, den Bobpiloten Rico Peter. An den Olympischen Spielen in Pyeongchang hatte sein Viererbob-Team Bronze um 21 Hundertstel verpasst. Jetzt hat der Aargauer den Rücktritt vom Bobsport bekannt gegeben.

Noch hatten die Rennfahrer das Dorf nicht verlassen, dachte ein sehr zufriedener Gemeindeammann Mario Hüsler schon wieder laut über die sportliche Zukunft seines Dorfes nach: «Andere Dörfer organisieren alle sechs Jahre ein Jugendfest, damit jeder Primarschüler einmal so ein Fest erleben kann. Wir könnten nun alle sechs Jahre eine Tour de Suisse-Etappe für unsere Schüler organisieren...»


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