Wasser an Bord: keine Fahrten mehr mit der MS Stadt Laufenburg

Do, 17. Mai. 2018

Es wird nach Lösungen gesucht, damit Schifffahrten weiter angeboten werden können

Mit grossem Bedauern hat sich der Förderverein Tourismus Laufenburg entschieden, das 54-jährige Fahrgastschiff nicht mehr zu betreiben. Die Kosten von rund 100 000 Franken für eine erneute Instandstellung würden das Budget des Vereins sprengen.

Susanne Hörth

Die malerischen Altstadtkulissen der Zweiländerstadt Laufenburg geniessen Touristen wie Einheimische immer wieder gerne auch auf einer Schifffahrt auf dem Rhein. Möglich machte das seit genau 20 Jahren auch das Motorschiff «Stadt Laufenburg». Doch nun nicht mehr. Bei den jährlichen Servicearbeiten Anfang März zeigte sich, dass sich in einer Schotte im Bauch der alten Dame Wasser angesammelt hatte. «Da man nicht genau wusste, woher das kam und das Schiff den ganzen Winter der Witterung ausgesetzt war, wurde die Kammer trockengelegt», erklärt Mirko Purgato, Präsident des Förderverein Tourismus Laufenburg (ehemals Verkehrsverein). Dem Verein gehört die MS Stadt Laufenburg.

Kosten von rund 100000 Franken
«Da wir einige Tage später wieder Feuchtigkeit in der Schotte feststellen mussten, hatte der Vorstand aus Sicherheitsgründen beschlossen, auf weitere Fahrten zu verzichten», so Purgato. Um die Ursache des Wassereintritts zu klären, wurde das Schiff aus dem Wasser genommen und eine Fachfirma beigezogen. «Ebenso wurde die Schifffahrtskontrollstelle informiert, welche daraufhin bekannt gab, dass zum jetzigen Zeitpunkt und bei dieser Situation keine Passagierfahrten durchgeführt werden dürfen.» Eine von Fachpersonen durchgeführte Inspektion machte verschiedenste Mängel deutlich. Ebenso zeigte sich, dass für verlässliche Dickenmessungen das Schiff von aussen Sand gestrahlt und von innen von allen Abplatzungen befreit werden müsste. Ein sehr grosser Aufwand, betont Mirko Purgato. «Zum Sandstrahlen muss eine komplette Einhausung gebaut werden, damit keine Partikel in die Umwelt gelangen.» Für alle nötig werdenden Massnahmen ist mit Kosten von rund 100000 Franken zu rechnen.

Geld, das der Förderverein Tourismus Laufenburg nicht hat. Bereits vor drei Jahren wurde das Motorschiff mit Baujahr 1964 für 120 000 Franken saniert. Es ist dem Vorstand des Fördervereins nicht einfach gefallen, dennoch hat er nun aus Vernunftsgründen entscheiden müssen, kein Geld mehr in die MS Stadt Laufenburg zu investieren. «Es wäre ein Fass ohne Boden.» Dazu kommt, dass es immer weniger Bootsführer (Kapitäne) und Personal (Matrosen) gibt, die sich zur Verfügung stellen. Insbesondere auch, weil die Anforderungen an die Ausbildungen sehr gestiegen sind.

Alles zusammen hat nun zum Entschluss geführt, dass der Verein kein Schiff mehr anschaffen und betreiben wird. «Ein trauriger Moment für alle Bootsfreunde, Gäste, Kapitäne und alle, die sich für die Schifffahrt in Laufenburg und die MS Stadt Laufenburg in der Vergangenheit eingesetzt hatten. Uns ist jedoch die die Sicherheit der Passagiere und der Mannschaft oberstes Gebot», betont Mirko Purgato.

Wie weiter?
Für die MS-Stadt Laufenburg wird nun ein Käufer gesucht. Die bereits gebuchten Schifffahrten werden durch das deutsche Fahrgastschiff «Löwen von Laufenburg» übernommen. Dessen Besitzer Jürgen Schroff möchte ebenfalls schon länger sein Schiff verkaufen, um endlich in den Ruhestand gehen zu können.

«Es wäre ein herber Verlust für den Laufenburger Tourismus, wenn wir keine Schifffahrt mehr anbieten könnten, jedoch würde ein Schiff genügen», heisst es von Seiten Förderverein. Eine finanzielle Beteiligung an einem Schiff schliessen jedoch beide Städte aus. Der Förderverein Tourismus Laufenburg hat bereits eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich dafür einsetzt, eine Lösung zu finden. Auch wurden schon Kontakte zu anderen Schifffahrtsgesellschaften hergestellt. «Es ist uns ein grosses Anliegen, dass auch in Zukunft unsere Gäste die schöne Altstadtkulisse und Naturlandschaft beidseits des Rheins von einem Fahrgastschiff aus geniessen können», betont deshalb auch der Vereinspräsident. Ideen und Hilfsangebote zur Unterstützung oder Finanzierung werden gerne entgegen genommen (msstadt-laufenburg@bluewin.ch).

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Kommentare

Wir, ein Paar vom Mittelrhein (Schiffsführer, Restaurantleiterin ) würden gerne die Fahrgastschifffahrt in Laufenburg fortsetzten und ausbauen, erweitern.Haben aber leider nicht die Möglichkeit über eine Bank zu finanzieren. Vieleicht findet sich jemand der uns unterstützt. Konzept haben wir schon vorgelegt. Alle Beteiligten finden das gut aber keiner unterstützt !? Vielleicht liest das hier jemand und kann uns vieleicht helfen ? LG Holger Grosse & Susanne Schuhmann 0175-2088051 holger-grosse@hotmail.com

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