«Ich will mit dem Tanzen um die Welt reisen»

| So, 03. Apr. 2016
Luca Häseli möchte mit seinen Choreografien immer auch eine Geschichte erzählen. Mimik und Ausdruck sind ein wichtiges Element davon. (Foto: zVg)

Der junge Gipf-Oberfricker, Luca Häseli, träumt von der grosse Karriere. Morgen Samstag kann er diesem Traum ein Stück näherkommen: Gemeinsam mit seiner Crew «Focus» tanzt der 23-jährige Luca Häseli im Halbfinale der grossen Schweizer TV-Show und hofft dabei auf die Unterstützung der Fricktaler.

Von Daniela Leimgruber

Das Tanzstudio von Luca Häseli befindet sich nicht etwa Mitten in Zürich oder Basel, sondern im Gebäude der Mühlwerke Häfliger in Gipf-Oberfrick. Dementsprechend weht einem auch ein Duft nach verarbeitetem Getreide entgegen, während man die Treppen in den obersten Stock in Angriff nimmt. Ein Duft, welcher der grossgewachsene junge Mann in anderen Tanzstudios – beispielweise in Los Angeles, wo er schon trainiert hat – wohl seltener antreffen wird. Luca Häseli bewegt sich in zwei Welten. Er träumt von der grossen Karriere und bleibt trotzdem mit beiden Beinen am Boden.

Ganze Familie engagiert sich für Tanzschule
Familie Häseli ist als tanzverrückte Familie im Fricktal bekannt. Die Mutter Susanne Häseli gründete 1998 die Hiphop-Tanzschule «DanceTower» und seither geben sich unzählige Tanzbegeisterte dort die Klinke in die Hand. Die Tanzschule funktioniert als kleines Familienunternehmen – neben Sohn Luca unterrichtet auch sein Bruder Nicolas Häseli dort. Auch er ist in der Schweizer Tanzszene kein unbeschriebenes Blatt: Er machte durch Auftritte mit «Special Elements» im Schweizer Fernsehen und zuletzt bei «Got to Dance» auf Sat.1 auf sich aufmerksam. Der dritte Sohn der Familie Häseli, Jonas, hält sich eher im Hintergrund und kümmert sich um das Administrative der Tanzschule.

Zurzeit liegt der Fokus jedoch klar auf Luca. Er hat mit seiner eigenen Tanzgruppe «Focus», den Einzug ins Halbfinale von «Die Grössten Schweizer Talente» geschafft.

Vom Hobby- zum Profitänzer
«Früher war Tanzen mein Hobby, heute ist es mein Leben», so fasst Luca Häseli seine Entwicklung zusammen. Früher, das war im Alter von sieben bis zwölf Jahren, als er zwei bis drei Stunden in der Woche trainierte. «Daneben spielte ich auch noch Fussball und hatte andere Hobbys», so Häseli über seine Kindheit. Heute betreibt er einen Aufwand von 60 bis 80 Stunden pro Woche. «Zurzeit dreht sich wirklich alles nur noch ums Tanzen. Im Sommer schliesse ich meine dreijährige Ausbildung zum professionellen Bühnentänzer ab. Ich freue mich darauf, anschliessend wieder mehr Zeit für Anderes zu haben.» Spätestens seit Luca Häseli diese Schule besucht, ist für ihn klar: «Ich möchte als Profitänzer die Welt bereisen, auf möglichst vielen Bühnen stehen und mit dem Tanzen etwas erleben.» Neben Destinationen in Europa träumt er von einer längeren Anstellung in Los Angeles. Zusammen mit seinem Bruder Nicolas besuchte er schon mehrmals Tanzschulen in LA und durfte auch in einigen Shows mittanzen. Dieses Erlebnis bezeichnet der junge Fricktaler auch als eines der Highlights seiner bisherigen Karriere. Aber auch der Gewinn der Schweizermeisterschaft in den Jahren 2010 und 2011 mit «Focus» gehört für ihn zu den bisher grössten Erfolgen. «Seit ich die Schule mache, konnte ich nun auch mit verschiedenen Tanzstilen auf der Bühne stehen. Daher gehört sicherlich auch das Mittanzen in einer Ballettoper im letzten Jahr zu den Highlights meiner bisherigen Tanzkarriere.»

«Focus» live aus Kreuzlingen
Im Moment dreht sich im Leben von Luca vieles um die grosse Show des SRF «Die grössten Schweizer Talente». Mit seiner eigenen Crew «Focus», welcher er als Hauptchoreograf vorsteht, erreichte der Fricktaler das Halbfinale. Dieses wird morgen Samstag live aus der Bodenseearena in Kreuzlingen übertragen. Die «Focus»-Crew gründeten im Herbst 2009 ein paar Hiphop-begeisterte Jugendliche, welche alle auch der Fricktaler Showgruppe «Freakstyle» angehörten. Die fünf Fricktaler wollten vorerst nur für die schulinterne Hiphop-Show eine coole Nummer zusammenstellen. Als sich im kreativen Chaos beim Einstudieren der Show, ein Crew-Mitglied mal mehr «focus», sprich Konzentration wünschte, war der Name für die Gruppe geboren. «Der Name ‹Focus› passt sehr gut zu uns, da er zeigt, dass wir ambitionierte und motivierte Tänzer sind», so Häseli. Mittlerweile hat sich «Focus» vergrössert und ist vielfältiger geworden. «Von einer reinen Hiphop-Crew haben wir uns zu einer vielfältigen Tanzgruppe mit Salsa-, Ballett und Contemporary-Tänzer entwickelt», beschreibt Luca Häseli die Entwicklung seines Teams. Contemporary ist ein moderner Tanzstil, welcher sich in seinen Bewegungen an Ballett anlehnt, jedoch viel mehr mit Körpersprache arbeitet.

Perfektionismus und Professionalität
Focus wurde übrigens direkt vom Schweizer Fernsehen angefragt, ob sie an der Show teilnehmen wollen. «SRF hatten seine Scouts an verschiedenen Competitions, an welchen wir letzten Sommer gut abgeschnitten hatten und fragte uns darauf direkt an, ob wir an der Show teilnehmen möchten», erklärt Häseli. Die Tanzgruppe begeisterte nicht nur das Publikum, sondern auch alle vier Juroren wollten «Focus» im Halbfinale dabei haben. Und seither ist im Leben von Luca Häseli nichts mehr wie zuvor – fast alles dreht sich um den Auftritt am kommenden Samstag «Beinahe täglich bin ich mit Leuten vom Produktionsteam, der Kostümverantwortlichen oder der hauseigenen Choreografin in Kontakt. Von Licht über Ton, Mix, Kameraeinstellung, Tickets und vieles mehr muss alles geklärt sein. Es soll perfekt sein, das ist mir wichtig.» Denn mit der Darstellung ihrer Show in der ersten Ausstrahlung der Sendung war die «Focus»-Crew nicht zufrieden. «Wichtige Szenen wurden rausgeschnitten oder die Kamera war nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Bei der Live-Sendung muss das alles klappen. Wir wollen den perfekten Auftritt.» Diese Professionalität legen Häseli auch in der Mobilisierung von Fans für das Voting an den Tag. Mit Flyern, Poster und Einträgen auf verschiedenen Social Media-Kanälen möchte er die Gunst der Zuschauer auf die Seite von «Focus» holen. «Wir brauchen das Fricktal und unsere Fans hinter uns!»

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