100 Jahre Einsatz für Natur und Vögel
28.04.2026 MöhlinNatur- und Vogelschutz Möhlin weiht Storchenwiese ein und feiert Jubiläum im Bata Park
Mit der Einweihung der neuen Storchenwiese und einem Jubiläumsanlass feierte der Natur- und Vogelschutz Möhlin sein 100-jähriges Bestehen. Tagsüber stand die Natur im ...
Natur- und Vogelschutz Möhlin weiht Storchenwiese ein und feiert Jubiläum im Bata Park
Mit der Einweihung der neuen Storchenwiese und einem Jubiläumsanlass feierte der Natur- und Vogelschutz Möhlin sein 100-jähriges Bestehen. Tagsüber stand die Natur im Fokus, am Abend folgte ein Festakt.
Loris Gallidoro
Der Natur- und Vogelschutz Möhlin hat am Samstag, 25. April, gleich zwei Meilensteine miteinander verbunden: die Einweihung der neuen Storchenwiese sowie das 100-jährige Bestehen des Vereins. Was ursprünglich als Zufall begann, entwickelte sich zu einem stimmigen Anlass, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Naturschutzes in der Region vereinte.
«Freiluft-Schulzimmer»
Im Verlauf des Tages wurde die Storchenwiese, angrenzend an den Spielplatz, offiziell eingeweiht. Das neu gestaltete Gebiet dient mehreren Zwecken. Einerseits soll es die Biodiversität fördern, andererseits wirkt es für die Storchenstation als ökologische Pufferzone zur nahegelegenen Industrie. Gleichzeitig ist die Fläche als Lernort konzipiert: Schulen und Interessierte sollen hier künftig in Form eines «Freiluft-Schulzimmers» die heimische Tierund Pf lanzenwelt direkt erleben können. Damit entsteht ein Ort, der sowohl der Natur als auch der Bevölkerung zugutekommt.
Am Abend verlagerte sich der Anlass ins Bata-Clubhaus, wo ab 19 Uhr ein Apéro den offiziellen Festakt einleitete. Rund 60 bis 70 Gäste aus Politik, dem Verein und seinem Umfeld nahmen daran teil. Gemeindeammann Loris Gerometta eröffnete den Abend mit einer Ansprache. Er betonte die Bedeutung des Naturschutzes und würdigte das langjährige Engagement des Vereins für die Region. Gleichzeitig hob er die Rolle von Projekten wie «BiM – Biodiversität im Melerfeld» hervor, die gezielt zur Förderung der Artenvielfalt beitragen.
«Wenn man will und anpackt»
Auch auf nationaler Ebene fand die Arbeit des Vereins Anerkennung. Raffael Ayé, Präsident von BirdLife Schweiz, zeigte auf, dass die Schweiz im Vergleich zu den Nachbarländern einen besonders hohen Anteil gefährdeter Tierarten aufweist. Umso wichtiger sei das Engagement lokaler Organisationen. Als konkretes Beispiel nannte er die erste erfolgreiche Steinkauzbrut in der Nordwestschweiz seit über 40 Jahren im Jahr 2023. Ein Erfolg, der auch auf die Arbeit in Möhlin zurückzuführen ist. «Naturschutz funktioniert, wenn man will und wenn man anpackt», fasste er zusammen.
Im weiteren Verlauf blickten verschiedene ehemalige Vereinspräsidenten auf vergangene Projekte zurück und schilderten, wie Lebensräume gezielt aufgewertet und neue Strukturen für Tiere geschaffen wurden. Dabei ging es unter anderem um die Renaturierung von Flächen und die Förderung von Amphibien, Insekten und Vögeln. Ergänzend wurde das Engagement im Bildungsbereich hervorgehoben, etwa durch Vogelkurse für Interessierte.
Weitere Schutzflächen
Den Blick nach vorne richtete der heutige Präsident Daniel Matti. Er machte deutlich, dass in der Schweiz lediglich rund 6,5 Prozent der Fläche unter Naturschutz stehen. Ein tiefer Wert im Vergleich zu zahlreichen europäischen Ländern. Entsprechend formulierte er konkrete Ziele für die Zukunft: So sollen bedrohte Tier- und Pflanzenarten gefördert und für sie weitere Schutzf lächen geschaffen werden. Bestehende Lebensräume sollen renaturiert und durch ökologische Korridore besser m itei nander ver netzt werden. Gleichzeitig will der Verein die Bevölkerung stärker einbinden und Mitglieder aktiver in die Naturschutzarbeit integrieren. Ziel ist es, den Naturschutz nicht nur fachlich weiterzuentwickeln, sondern auch breiter in der Gesellschaft zu verankern.
Der Verein wurde am 8. April 1926 im ehemaligen Hotel Sonne in Möhlin gegründet. Seitdem engagiert er sich konsequent für den Schutz der Natur und der Vogelwelt. Das Jubiläum zeigte eindrücklich, wie wichtig diese Arbeit heute noch ist und dass sie auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen wird.


