«Zäme spiele» erfreut sich Beliebtheit
12.03.2026 OlsbergJunges Angebot der Seniorenkontaktstelle in Olsberg
Seit vergangenem Herbst findet in Olsberg einmal im Monat und vorerst bis April 2026 das «Zäme spiele» im Gemeindehaus am Chillweg statt. In einem ungezwungenen Rahmen treffen sich vorwiegend Seniorinnen und Senioren dort ...
Junges Angebot der Seniorenkontaktstelle in Olsberg
Seit vergangenem Herbst findet in Olsberg einmal im Monat und vorerst bis April 2026 das «Zäme spiele» im Gemeindehaus am Chillweg statt. In einem ungezwungenen Rahmen treffen sich vorwiegend Seniorinnen und Senioren dort zum gemeinsamen Spielen. Organisiert wird das Angebot von der Seniorenkontaktstelle in Olsberg. fricktal.info hat den Spieletreff am 5. März besucht.
Lilia Staiger
Es ist ein sonniger Nachmittag in Olsberg. In einem lichtdurchfluteten Raum im ersten Stock des Gemeindehauses sitzen sechs Personen, je drei an einem Tisch, und spielen Rummikub, ein beliebtes Zahlenlegespiel. Die Runde wirkt entspannt und vertraut. Es wird konzentriert gespielt, aber auch viel gelacht. An einem Tisch spielen drei Frauen eine Fortgeschrittenenvariante des Rummikub; flink werden die Zahlenplättchen in einer Reihe sowie oberhalb und unterhalb angelegt.
Spielefreunde finden Gleichgesinnte
Doris Ludwig ist eine der Spielerinnen an diesem Nachmittag: «Ich lebe allein, und ich spiele gern – mein Freundeskreis aber leider nicht, daher halte ich das Angebot für eine gute Idee, und ich versuche immer, dabei zu sein. Meistens bringe ich das Rummikub-Spiel von zu Hause mit. Wir spielen aber auch gerne Brändi Dog oder ‹Elfer raus!›.» Georg Bürgi sitzt am selben Tisch: «Meine Partnerin spielt nicht gern, und ich mochte früher Jass am liebsten. Hier nutze ich aber auch die Gelegenheit, etwas Neues zu lernen.»
Senioren heute aktiver
Yvonne Rutz von der Seniorenkontaktstelle betreut das «Zäme spiele». Als Trend sieht sie die Idee des gemeinsamen Spielens nicht unbedingt, obwohl in vielen anderen Gemeinden aktuell ähnliche Angebote umgesetzt werden: «Wir versuchen immer herauszufinden, welche Bedürfnisse und Interessen die Seniorinnen und Senioren in unserem Ort haben. Das Angebot des gemeinsamen Spielens hat sich auf diesem Weg ergeben. Generell könnte man sagen, dass Seniorinnen und Senioren heutzutage aktiver sind. Es besteht beispielsweise auch eine Nachfrage für eine Wandergruppe.»
Spiele werden mitgebracht
Bislang besuchen jeweils sechs bis neun Spielende ein Treffen des «Zäme spiele». Eine vorgängige Anmeldung ist nicht notwendig. «Die Spielenden können einfach kommen. Sie bringen ein Spiel von zu Hause mit, das sie gerne spielen möchten. Dann werden von den Spielenden selbst Gruppen gebildet ,und man sucht ein Spiel aus, das gespielt wird.»
Restaurant als Dorftreffpunkt fehlt
Lange Zeit war das Restaurant Rössli die einzige Dorfbeiz in Olsberg, und es war ein beliebter Treffpunkt für viele, auch zum Spielen: «Olsberg ist klein; es gibt kein Restaurant mehr, wo man sich wie früher zum Jassen treffen kann», führt Yvonne Rutz aus, «seit einigen Jahren bietet die Seniorenkontaktstelle daher auch im Rahmen des erneuerten Alterskonzepts das ‹Kaffi 50+› hier im Gemeindehaus an, bei dem in der Regel 15 bis 20 Personen einmal pro Monat zusammenkommen und sich in gemütlicher Runde austauschen können; in dieser Runde entstand auch die Idee für das ‹Zäme spiele›».
Kein Mindestalter fürs «Zäme Spiele»
Obwohl das Angebot von der Seniorenkontaktstelle angeboten wird, richtet es sich nicht ausschliesslich an Seniorinnen und Senioren: «Es sind Personen jeden Alters willkommen, die gerne Spiele spielen und sich in einer geselligen Runde treffen möchten», erklärt Yvonne Rutz. Manche, die regelmässig zu dem Treff kommen, stehen noch im Berufsleben, so auch Iris Hägele. Ihr sagt das «Zäme spiele» beispielsweise mehr zu als ein Kaffeetreff: «Ich habe schon immer gern gespielt und mache in meiner Freizeit lieber etwas, das ich bei meiner Arbeit nicht machen kann.»
«Viele müssen den Schritt erst wagen»
Yvonne Rutz nimmt häufig wahr, dass viele Seniorinnen und Senioren sich nicht trauen, sich auf ein Angebot, das sich an ihre Altersgruppe richtet, wahrzunehmen: «Man hört häufig: ‹Das mache ich dann mal, wenn ich einsam bin›, doch häufig erkennen die Menschen nicht, dass sie vielleicht bereits einsam sind, und sie müssen den Schritt erst wagen, sich auf neue Leute einzulassen, sei es zum Spielen, Wandern oder zum Kaffee trinken.» Der Wunsch der Projektverantwortlichen ist daher, dass noch mehr Spielende dazukommen.
Pilotprojekt wird evaluiert
Am 8. April findet das «Zäme spiele» noch einmal statt; ob und in welcher Form das Angebot weitergeführt wird, wird noch entschieden. «Wir befinden uns aktuell in der Evaluationsphase», führt Yvonne Rutz aus, «möglich wäre, dass das ‹Zäme spiele› weiterhin von Herbst bis Frühling stattfindet, da im Sommer meistens andere Aktivitäten wie Gärtnern oder Wandern im Vordergrund stehen – aber aktuell ist alles noch offen. Ich werde mich auf jeden Fall dafür einsetzen, dass das Angebot fortgesetzt wird, denn ich sehe, wie positiv es aufgenommen wird, wie die Menschen es schätzen und sich die Zeit dafür einplanen.»
In der Runde der zwei Frauen und eines Herrn gibt es in der Zwischenzeit einen Spielerwechsel: Yvonne Rutz löst Doris Ludwig ab, die heute früher gehen muss; ihr Spiel lässt sie aber gerne da. In der Damenrunde werden weiterhin schnelle Runden gespielt. Das Gewinnen steht bei ihnen aber nicht Im Vordergrund: «Es geht mehr ums gemeinsame Spielen als ums Gewinnen», wirft Iris Hägele ein. Ihre Mitspielerinnen Erika Abt und Elisabeth Bolinger besuchen den Spieltreff von Anfang an: «Wir kommen gern, und wir würden uns wünschen, dass noch ein paar mehr Leute kommen.»



