Zahlreiche Kaufinteressenten für das Hotel Schiff
27.05.2026 WirtschaftDie Schützen Rheinfelden AG kann für das vergangene Jahr positive Zahlen präsentieren. Der Gesamtertrag stieg, die Klinik erreichte eine Rekord-Bettenbelegung und die Hotels erzielten einen deutlichen Anstieg der Logiernächte. Für das Hotel Schiff haben sich schon zahlreiche ...
Die Schützen Rheinfelden AG kann für das vergangene Jahr positive Zahlen präsentieren. Der Gesamtertrag stieg, die Klinik erreichte eine Rekord-Bettenbelegung und die Hotels erzielten einen deutlichen Anstieg der Logiernächte. Für das Hotel Schiff haben sich schon zahlreiche Kaufinteressenten gemeldet.
Valentin Zumsteg
Nach turbulenten Jahren scheint die Schützen Rheinfelden AG in ruhigeres Fahrwasser gelangt zu sein. «Wir sind sehr gut unterwegs», erklärte Antonia Jann, Präsidentin des Verwaltungsrates, am Dienstagmorgen bei der Präsentation der Geschäftszahlen 2025. Der Gesamtertrag des Unternehmens, zu dem neben der Klinik für Psychosomatik auch die Hotels Schützen, Eden und Schiff gehören, stieg auf 45,97 Millionen Franken; im Vorjahr waren es 43,95 Millionen. Der Reingewinn konnte mehr als verdoppelt werden, er kletterte von 1,22 Millionen auf 2,6 Millionen Franken. Das Eigenkapital beläuft sich auf 53,1 Prozent.
«Ein Rekord»
«Wir sind hochzufrieden», meinte Silke Bader, Leiterin Finanz- und Rechnungswesen, zu den Zahlen. Besonders gut lief die Klinik, sie erreichte im vergangenen Jahr eine Bettenbelegung von 97,4 Prozent (Vorjahr: 94,2 Prozent). «Das ist ein Rekord, die höchste Belegung in der Geschichte», sagte Katharina Gessler, Klinikdirektorin und Vorsitzende der Geschäftsleitung. Insgesamt wurden 791 Patientinnen und Patienten stationär behandelt, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 47,8 Tage. In den Ambu latorien in Rheinfelden und Aarau wurden 2500 Patientinnen und Patienten gezählt. Die Psychotherapeutische Tagesklinik versorgte 129 Patientinnen und Patienten mit einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von 56 Tagen. Der positive Trend hält an: Im laufenden Jahr sei die Auslastung bislang noch höher als 2025, so Gessler.
Deutlich zulegen konnten im vergangenen Jahr ebenso die Hotels. Diese verzeichneten total 13 971 Logiernächte, das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (10 889), w ie Hoteld i rektor i n Wal burga Kunz schilderte. Das Solebad im Hotel Eden zählte 33 580 Eintritte; ein Plus von 1320 gegenüber 2024. Auch die Schützen Rheinfelden Immobilien AG, welcher die Gebäude gehören, weist ein positives Ergebnis aus. Die Mietzinserträge stiegen von 3,17 auf 3,45 Millionen Franken. Der Reingewinn ist bescheiden, er erhöhte sich aber auf 42 448 Franken (Vorjahr 31 576 Franken).
Sechs Angestellte werden nicht übernommen
Ende Oktober 2026 schliesst das Unternehmen das Hotel Schiff und verkauft die Liegenschaft. Dies ist bereits im April bekannt gegeben worden (die NFZ berichtete). Ein reiner Hotelbetrieb entspricht nicht der Strategie des Schützen. Von den 20 Angestellten im Hotel Schiff können sechs nicht übernommen werden, erklärte Antonia Jann. Es sei ihnen aber ein Stellenangebot von externen Betrieben unterbreitet worden.
Beim Verkaufsprozess für das Hotel Schiff laufe derzeit die Ana lysephase, dabei werde eine Bewertung der Liegenschaft vorgenommen. «Unser Ziel ist es, den Verkaufsprozess im Sommer zu starten», sagte Antonia Jann. Es haben sich schon zahlreiche Kaufinteressenten gemeldet, wie sie weiter ausführte. Die genaue Zahl nannte sie nicht, «es sind aber nicht mehr als ein Dutzend». Mit ihnen sei man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht im Gespräch. «Wir wünschen uns, dass der Verkauf im ersten Halbjahr 2027 über die Bühne geht», so Jann. Sie betonte in diesem Zusammenhang, dass die Schützen AG mit den Verantwortlichen der Stadt in engem Austausch stehe. «Wir werden keine Schritte unternehmen, ohne die Stadt zu informieren.»
Unverändert ist die Situation beim Rechtsstreit mit der Implenia AG. Im vergangenen November hat die Schützen Immobilien AG eine umfangreiche Klage gegen das Bauunternehmen beim Aargauer Handelsgericht eingereicht. Antonia Jann: «Das Verfahren ist weiterhin hängig.» Der Streitwert beläuft sich auf mehrere Millionen Franken.

