«Die Verbindung von Psyche und Körper hat mich immer fasziniert». NFZ vom 20. August.
Mit Interesse habe ich das Porträt der neuen Leitung der Klinik Schützen Rheinfelden gelesen, und am Ende blieb bei mir vor allem eine Frage ...
«Die Verbindung von Psyche und Körper hat mich immer fasziniert». NFZ vom 20. August.
Mit Interesse habe ich das Porträt der neuen Leitung der Klinik Schützen Rheinfelden gelesen, und am Ende blieb bei mir vor allem eine Frage zurück: Wo sind eigentlich die psychisch kranken Menschen?
Wir erfahren viel über Management, Führung, Betriebskultur, Hotelbetrieb, Karriere und wirtschaftliche Herausforderungen. Was nahezu vollständig fehlt, ist das, worum es in einer psychiatrischpsychosomatischen Klinik zuallererst gehen sollte: die Patientinnen und Patienten, ihr Leiden und ihre Behandlung. Selbst das Wort «Therapie» sucht man vergeblich.
Von der Chefärztin und Klinikdirektorin einer solchen Institution hätte ich mir weniger «Ich» und dafür eine erkennbare therapeutische Haltung, eine Vision für die Behandlung psychisch kranker Menschen und eine Vorstellung davon gewünscht, was diese Menschen von ihrer Klinik erwarten dürfen.
Eine psychiatrische Klinik ist eben nicht in erster Linie ein Betrieb mit angeschlossenem Hotel. Sie ist ein Ort für Menschen, die Hilfe brauchen. Das sollte auch im Selbstverständnis ihrer Leitung spürbar sein.
PETRA ELLGEHAUSEN SASSE, MAGDEN