Mit Erstaunen liest man den Bericht über den Rückbau des Querwegs im Gebiet Wasserloch. Ein 260 Meter langer Abschnitt, der bisher von zahlreichen Velofahrenden als direkte, umweltfreundliche Verbindung nach Möhlin und Zeiningen genutzt wurde, wird nun für den Radverkehr ...
Mit Erstaunen liest man den Bericht über den Rückbau des Querwegs im Gebiet Wasserloch. Ein 260 Meter langer Abschnitt, der bisher von zahlreichen Velofahrenden als direkte, umweltfreundliche Verbindung nach Möhlin und Zeiningen genutzt wurde, wird nun für den Radverkehr komplett gesperrt. Die offizielle Begründung der Stadtverwaltung: Der Schutz eines sensiblen Wildtierkorridors, vor allem in der Dämmerungszeit. Das klingt im ersten Moment nach vorbildlichem Naturschutz – verliert bei genauerem Hinsehen jedoch jegliche Logik. Gleichzeitig entsteht an exakt derselben Stelle ein neuer Waldseilpark, der künftig weit über 20 000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr anlocken soll. Es wird also ein Fahrverbot für lautlose, CO²freie Fahrräder verhängt, um den Lebensraum der Wildtiere vor Störungen zu schützen. Im selben Atemzug segnet man aber ein Freizeitprojekt ab, das Jahr für Jahr Zehntausende Menschen mitten in diesen sensiblen Waldabschnitt schleust. Dass diese Massnahme eine offizielle «Auflage» für die Bewilligung des Hochseilparks ist, setzt der Ironie die Krone auf. Hier wird der Wildtierschutz als Alibi vorgeschoben.
Wenn der Korridor tatsächlich so empfindlich ist, dass dort nicht einmal mehr ein paar Velos rollen dürfen, dann hat ein touristischer Grossbetrieb wie ein Waldseilpark dort erst recht nichts verloren. Leidtragende dieser widersprüchlichen Planung sind wieder einmal die Velofahrenden, die nun gezwungen werden, Umwege in Kauf zu nehmen.
CHRISTIAN MEIER, HELLIKON