«Werfen war einfach mein Ding»
07.09.2026 EikenChristof Erni kam als Jugendlicher zum Speerwurf und blieb dabei
Über die Jugendriege fand er zur Leichtathletik, später wechselte er auf die Trainerseite und engagiert sich seit einigen Jahren als Präsident für den LV Fricktal. Christof Erni erzählt, warum der Sport für ihn einen ...
Christof Erni kam als Jugendlicher zum Speerwurf und blieb dabei
Über die Jugendriege fand er zur Leichtathletik, später wechselte er auf die Trainerseite und engagiert sich seit einigen Jahren als Präsident für den LV Fricktal. Christof Erni erzählt, warum der Sport für ihn einen hohen Stellenwert hat.
Petra Schumacher
Christof Erni, Jahrgang 1964, stammt aus Eiken, wo er inzwischen auch wieder lebt. «Meine Kindheit und Schulzeit habe ich im Fricktal verbracht. Mit 25 Jahren bin ich aus beruf lichen Gründen nach Aarau gezügelt», so Christof Erni. Nach seiner Ausbildung zum Maschinenmechaniker war er in der Produktionsplanung und der Logistik sowie in verschiedenen Führungs- und Geschäftsleitungsfunktionen tätig. Aktuell arbeitet er als Produktionsleiter in einer Grosswäscherei.
Sport und Musik
Der Sport begleitet Christof Erni seit vielen Jahren. «Als Kind war man in meiner Zeit einfach bei der Jugi dabei und ist dann automatisch in den Turnverein gewechselt», so Erni. «Meine Generation hat ja noch viel in der Natur gespielt, das war für uns selbstverständlich. An dieser Bewegung hatte ich viel Freude. Dabei habe ich gemerkt, dass das Werfen einfach mein Ding ist. So bin ich zum Wurfspeer gekommen und dann auch dabeigeblieben.» So, wie man ganz selbstverständlich zur Jugi ging, war man auch bei der Dorfmusik mit dabei. «Mein Vater hat Trompete gespielt und so habe ich mit zehn Jahren auch angefangen, Trompete zu spielen», erzählt Christof Erni. «Die Leidenschaft war anfänglich schon da, aber meine Begabung hielt sich in Grenzen, weshalb ich das dann nicht weiterverfolgt habe.»
Sport als Lebensschule
Den Sport hat Christof Erni hingegen weiterverfolgt. Nach dem Turnfest 1983 wechselte er zum LV Fricktal und trainierte während seiner Zeit in Aarau beim Bürgerturnverein Aarau. In dieser Zeit begann der Sportler auch mit seiner Arbeit als Trainer. «Mir war es von Anfang an sehr wichtig, mein Wissen weiterzugeben und andere Sportler zu unterstützen.» «Ich finde, Sport ist eine Lebensschule. Hier lernt man Ausdauer, Disziplin, Teamgeist sowie den Umgang mit Rückschlägen und Niederlagen. Das sind doch Fähigkeiten, die im Leben, gerade auch im Berufsleben, von grosser Bedeutung sind. Auch das Dranbleiben und sich wieder neu zu motivieren, zählt für mich dazu», erklärt der Leichtathletiktrainer.
Engagement für den LV Fricktal
Christof Erni engagiert sich seit 2022 als Präsident für den LV Fricktal. Zudem ist er technischer Leiter und Leiter Wurf. Der Verein verfügt mit der Leichtathletikanlage Bustelbach in Stein über eine eigene, zeitgemässe Trainingsstätte. Im Verein trainieren rund 70 Athletinnen und Athleten, Kinder werden ab dem zehnten Lebensjahr aufgenommen. «Wenn ich sehe, wie unbeweglich die Kinder heute oft sind – manche können mit 10 Jahren nicht mal ein ‹Heubürzli› – muss ich sagen: Es braucht unbedingt ein Sportangebot für unseren Nachwuchs. Bei uns im Verein geht es auch nicht in erster Linie um Medaillen und Ranglisten, sondern um die Freude an der Bewegung.
Das Angebot reicht vom vielseitigen Grundlagentraining in den Disziplinen Lauf, Sprung und Wurf bis zur gezielten Spezialisierung ambitionierter Nachwuchs- und Aktivsportler. Ergänzt wird das Training durch Krafttraining, Trainingswochenenden und ein jährliches Trainingslager in Bellinzona. «Besonders talentierte Athletinnen und Athleten erhalten zudem Zugang zu regionalen und nationalen Leistungszentren. Dadurch können wir eine Fabienne Hoenke, Lucia Acklin oder Romy Burkhard bei uns im Verein halten», so Christof Erni. «Gerade für die jüngeren Sportler ist es natürlich enorm motivierend, wenn sie solche erfolgreichen Sportler ‹hautnah› im Verein erleben können oder wenn uns diese Sportler auch mit ins Trainingslager begleiten.»
An die eigenen Grenzen gehen
Christof Erni investiert viel Zeit in seine ehrenamtliche Arbeit beim LV Fricktal. Den Ausgleich findet er auf dem Touren-Töff. «Ich bin gerne ‹offroad› unterwegs. Mit Kollegen fahre ich immer mal wieder nach Kroatien oder Frankreich, wo es solche Strecken gibt.» Gerne geht der Sportler an seine eigenen Grenzen. «Es reizt mich, etwas auszuprobieren, das ich bisher noch nicht gemacht habe.» So hat er schon einen Fallschirmsprung absolviert und ist in St. Moritz im Viererbob mitgefahren.
Es braucht Trainer
Christof Erni wünscht sich, dass Kinder und Jugendliche die vorhandenen Sportangebote nutzen und dann auch dabei bleiben. «Generell wird heute zu schnell aufgegeben. Sich mal durchbeissen, auch wenn es klemmt, und dann sehen, wie der Knoten aufgeht, das ist doch eine wichtige Erfahrung.» Als zweiten Knackpunkt sieht der Trainer den Übergang von der der Schule zur Lehre. «Da wechseln viele ins Fitnessstudio, weil sie sich ihre Zeit besser individuell einteilen können oder wollen. Aber den Teamgeist, den wir im Verein erleben, den gibt es dort nicht.» Auf der weiteren Wunschliste von Christof Erni stehen auch Trainer: «Trainermangel ist auch bei uns immer wieder ein Thema. Natürlich kostet es viel von der eigenen Freizeit, wenn man sich im Verein engagiert. Aber hier haben wir die Chance, der jungen Generation unsere Werte zu vermitteln, sie sportlich zu fördern und ihnen etwas von unserem Wissen mit auf den Weg zu geben. Ich finde, das ist gut investierte Zeit.»

