Wer andern eine Grube gräbt …
18.09.2026 LeserbriefeDer sehr trockene Sommer 2026 machte allen zu schaffen. Nicht nur wir Menschen, auch die Tiere mussten mit der extremen Hitze mit bis zu 40 Grad irgendwie zurechtkommen. Das Gras für das Vieh ist nicht mehr nachgewachsen. So musste bereits Wintervorrat verfüttert werden. Die ...
Der sehr trockene Sommer 2026 machte allen zu schaffen. Nicht nur wir Menschen, auch die Tiere mussten mit der extremen Hitze mit bis zu 40 Grad irgendwie zurechtkommen. Das Gras für das Vieh ist nicht mehr nachgewachsen. So musste bereits Wintervorrat verfüttert werden. Die Getreideernte fiel nicht optimal aus, da durch die grosse Hitze die Kornfüllungsphase vorzeitig abgebrochen war. Der Wald leidete auch stark, viele Blätter fielen grün von den Bäumen. Im Buchenwald roch es nach Vergärung. So etwas hatten die allermeisten noch nie erlebt. Allen anderen Kulturen und auch den Obstbäumen konnte nur mit Bewässern einigermassen geholfen werden.
Zwischen Gansingen und dem Übergang nach Bütz steht ein kleines Brünnlein am Strassenrand. Der Eigentümer der Parzelle, der Quelle und des Brunnens hatte mir bewilligt, ab diesem Brunnen Wasser zu beziehen. So konnte ich mit einem 1000-Liter-Tank, den ich auf dem Rapid-Zapfwellenanhänger mit einer starken Gurte fixiert hatte, Wasser führen. Ich hege und pflege einige Fruc tus- Obstbäume, die resistente Sorten tragen. Ich hatte einen Schlauch in die Brunnenröhre gesteckt und konnte den Wassertank zirka 50 Meter weiter unten füllen. Zirka fünf Stunden dauerte die Tankfüllung.
Mehrmals zog jemand den Schlauch beim Brunnen ab. Meine Überlegung war: da muss einer was gewittert haben und wird sein Tun bestimmt noch steigern. Die Person hatte aber die Rechnung ohne mich gemacht. Auf dem Brückenwagen band ich beim Vordergestütz eine Notstromgruppe fest und fixierte darin meine Wildtierkamera. Eine Kamera darf im Nahbereich auf einer Maschine platziert werden. Entfernt nun einer den Tank, ist das wunderbar zu erkennen. In der Nacht vom 14. auf den 15. August bewegte sich am Wagen etwas. Das Wasser im Tank wurde abgelassen, die Gurte gelöst und der leere Tank vom Wagen das Bord hinaufgewälzt. Der Schlauch vom Brunnen wurde mir dann wieder oben in den Tank gesteckt. Am 15. August konnte ich dem Nussbaum mit 1000 Litern Wasser eine grosse Freude bereiten. Den Tank hatte ich dafür wieder auf den Wagen geladen und mit dem Schlauch Wasser eingefüllt.
Ich konnte es kaum erwarten, bis ich zu Hause am Bildschirm einen sichtlich nervösen Typ erkennen konnte. Einfach super zu wissen, wer es war. Nun fordere ich denjenigen auf, dem Naturschutzverein 50 Franken zu überweisen. «Freude herrscht» Wir werden uns bestimmt mal begegnen.
GEORG OESCHGER, GANSINGEN
