… dann muss Fasnachtsgottesdienst sein
Am Sonntagmorgen luden Diakon Markus Wentink, Pfarrer Christian Edringer und die «Gülleschränzer» zum ökumenischen Fasnachtsgottesdienst in die Kirche Zeiningen ein. Für einmal war die Predigt des Teufels.
...
… dann muss Fasnachtsgottesdienst sein
Am Sonntagmorgen luden Diakon Markus Wentink, Pfarrer Christian Edringer und die «Gülleschränzer» zum ökumenischen Fasnachtsgottesdienst in die Kirche Zeiningen ein. Für einmal war die Predigt des Teufels.
Janine Tschopp
Nach dem musikalischen Auftakt der «Gülleschränzer» begrüsste der christkatholische Pfarrer Christian Edringer als «Don Christiano» zum Fasnachtsgottesdienst in Zeiningen. Dann kam einer, den man in der Kirche nicht gerne sieht. «Ich bin wieder da», grinste der Teufel und hielt auch schon kurze Zeit später seine Predigt. «Ich bin der Diabolus, Fachpersonal, zuständig für Trennung – international. Ich spalte Paare, Parteien, Vereine, statt Gemeinschaft, seh ich immer nur das Meine. Wo einer sagt: ‹Komm, reden wir›, ruf ich: ‹Nein! Schimpfen! Dafür bin ich hier!›» Der Teufel ging auf Krieg und Gewalt ein und meinte: «Wo Raketen fliegen, Häuser fallen, hör ich mein teuflisches Lachen schallen.» Und weiter: «Wenn Wahrheit stirbt und Lüge glänzt, bin ich der König unbegrenzt.» Schliesslich sprach er die Narren an: «Drum merkt euch eins zur Fasnachstzeit: Gemeinsamkeit ist Teufelsleid. Wo ihr zusammensteht im Licht, verlier ich Macht und Gleichgewicht. Drum bleibt verrückt, bleibt froh, bleibt frei – dann ist der Teufel arbeitsfrei! Amen!»
Aus der Kirche vertrieben
Nach der Predigt des Teufels schlug «Don Christiano» vor, das Böse gemeinsam aus der Kirche zu vertreiben. «In der Gemeinschaft hat das Böse keinen Platz», sagte er und ermunterte die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler, obschon es im Leben auch Negatives gibt, zuversichtlich zu sein und Vertrauen zu haben.
Nach der Vertreibung des Teufels tauchte Diakon Markus Wentink in der Kirche auf und leitete den Gottesdienst gemeinsam mit «Don Christiano».
«Kirchlicher Gassenhauer»
Die «Gülleschränzer» sorgten für die musikalische Unterhaltung und spielten zum Abschluss den von «Don Christiano» angekündigten «kirchlichen Gassenhauser ‹Grosser Gott wir loben Dich›».
Vor drei Jahren wurde in Zeiningen der erste Fasnachtsgottesdienst durchgeführt, in den darauffolgenden Jahren auch in Hellikon und in Wegenstetten. «Da wir heuer unser 40-Jahr-Jubiläum feiern, ist es besonders schön, dass der Fasnachtsgottesdienst dieses Jahr wieder in Zeiningen durchgeführt wurde. Ich hoffe, dass diese Tradition auch in Zukunft so weitergelebt wird», sagte Daniela Rohrer, Präsidentin der «Gülleschränzer», nach dem Gottesdienst zur NFZ.