Wer über die Ebene zwischen Sisseln, Stein und Münchwilen blickt, sieht Ackerland, Baugebiet, Gleise und die Silhouetten der Chemiewerke. Vor siebzig Jahren stiegen hier noch knatternde Motoren gen Himmel: Das Sisslerfeld war ein populärer Flugplatz.
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Wer über die Ebene zwischen Sisseln, Stein und Münchwilen blickt, sieht Ackerland, Baugebiet, Gleise und die Silhouetten der Chemiewerke. Vor siebzig Jahren stiegen hier noch knatternde Motoren gen Himmel: Das Sisslerfeld war ein populärer Flugplatz.
Die flache, offene Ebene reizte die Fliegerei früh. Schon 1936 gründete sich auf dem Feld die Segelfluggruppe Fricktal – eine der ersten organisierten Fliegergruppen der Region. Der Zweite Weltkrieg legte den grenznahen Betrieb still. Ab 1950 hob das Sisslerfeld dann richtig ab: Segelflug, Motorflug und Kunstflug prägten die Wochenenden, und mittendrin stand das Restaurant «Fricktalerhof» – der regionale Treffpunkt von Piloten, Familien und Schaulustigen.
Vom Idyll zum Spatenstich
Die vierfarbige Postkarte zeigt das Idyll in seiner besten Zeit: kleine Maschinen im Gras, Sonnenschirme auf der Terrasse, dahinter die Jurahänge. Falls Sie noch weitere Bilder, Prospekte oder gar Super8-Filme vom Flugplatz haben – bitte melden!
Doch das flache Feld weckte auch andere Begehrlichkeiten. In den 1950er-Jahren begann Hoffmann-La Roche mit Landkäufen, 1961 erfolgte der erste Spatenstich für das Werk Sisseln. Am Pfingstsonntag 1965 war Schluss: Der Flugplatz musste der industriellen Expansion weichen, die Fricktaler Aviatik zog 1967 nach Schupfart weiter.
Der Flugplatz ist nur ein Kapitel. Das Sisslerfeld trägt eine über 100-jährige Industriegeschichte – von der Kerzenfabrik Brogle (1856) über den Bahnanschluss (1892) bis zur heutigen Verwandlung in ein Arbeitsplatzgebiet mit dereinst bis zu 15’000 Jobs. Zwischen Fischerei, Fliegerei und Pharma liegt viel Erinnerung.
Genau diese Geschichten wollen wir bewahren. Haben Sie Fotos, Postkarten oder Erinnerungen – wie erwähnt vom Flugplatz, von den Betrieben, vom Grenzalltag? Dann machen Sie mit bei unserem Archivprojekt «Das Sisslerfeld neu entdecken»: Wir wollen Vergangenes bewahren, weil es mithilft, die Gegenwart zu gestalten und die Zukunft zu prägen.