Wohl niemand ist gegen die Absicht, die Situation für verheiratete Frauen bei der Besteuerung zu verbessern. Die Heiratsstrafe ist abzuschaffen. Hingegen scheiden sich die Geister nach dem Weg hierzu. Die Individualbesteuerung ist auf jeden Fall nicht die wünschbare Lösung. Das ...
Wohl niemand ist gegen die Absicht, die Situation für verheiratete Frauen bei der Besteuerung zu verbessern. Die Heiratsstrafe ist abzuschaffen. Hingegen scheiden sich die Geister nach dem Weg hierzu. Die Individualbesteuerung ist auf jeden Fall nicht die wünschbare Lösung. Das Ziel könnte zum Beispiel durch Veränderung der Steuertarife, der Progression oder auch durch eine Verbesserung bei den Sozialabzügen wesentlich einfacher und unbürokratischer erreicht werden.
Kommt es zum Systemwechsel, sind jährlich zusätzlich 1,7 Millionen Steuererklärungen einzureichen und von den Ämtern zu verarbeiten. Ein stattliches Quantum an kostspieliger Mehrarbeit käme auf die Steuerbehörden zu, welche heute schon überlastet sind. Mancherorts fehlen schon jetzt genügend Fachkräfte, um die anfallenden Arbeiten zu bewältigen. Woher das Personal nehmen? Niemand wird sagen können, die Modalitäten zur Besteuerung hätten sich in den letzten Jahren vereinfacht – im Gegenteil.
Der vom Kanton auf etwas fragwürdige Weise propagierte Systemwechsel zum eTAX-System erweist sich zudem auch nicht unbedingt als das «Gelbe vom Ei» und bereitet vielen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern Kopfzerbrechen. Das Steuerwesen sollte einfacher und nicht komplizierter gestaltet werden. Die vorgeschlagene Individualbesteuerung ist jedenfalls abzulehnen – Weg frei für eine bessere Lösung!
STEFAN TREIER, WOHLEN; FRÜHER EFFINGEN