Veränderungen und Innovation im Obstbau
23.01.2026 EikenNordwestschweizer Obstbau-Tagung 2026 in Eiken
Rund 100 Personen folgten der Einladung der Obstverbände und Obstbaufachstellen der Kantone Aargau, Solothurn und Basel-Landschaft. Die Tagung im Zivilschutzzentrum in Eiken stand unter dem Motto «Veränderungen und Innovation ...
Nordwestschweizer Obstbau-Tagung 2026 in Eiken
Rund 100 Personen folgten der Einladung der Obstverbände und Obstbaufachstellen der Kantone Aargau, Solothurn und Basel-Landschaft. Die Tagung im Zivilschutzzentrum in Eiken stand unter dem Motto «Veränderungen und Innovation im Obstbau». Veränderungen sind heute allgegenwärtig. Sie machen auch vor der Obstbranche nicht Halt und können den einzelnen Betrieb leicht überfordern. An der Tagung ging es daher darum, über laufende und kommende Veränderungen zu informieren, Möglichkeiten der Anpassung aufzuzeigen, mit Beispielen von erfolgreichen Kollegen und Kolleginnen den Anwesenden Mut zur Anpassung zu machen, ins Bewusstsein zu rufen, dass grosse Herausforderungen und passenden Lösungen im Obstbau Tradition haben und schliesslich zu vermitteln, wie die Teilnehmenden innovativer und mit Krisen fertig werden können.
Verschiedene Sichtwinkel
In den folgenden Referaten wurde die Themen aus verschiedenen Sichtwinkeln her beleuchtet. Der Leiter des Pf lanzenschutzdienstes des landwirtschaftlichen Bildungszentrums (BZ) Liebegg, Andreas Distel, berichtete über die Bedingungen und nötigen Schritte zur Erlangung der Fachbewilligung für Pflanzenschutzmittelanwender, die per 1. Januar 2026 Pflicht geworden sind. Ebenso beleuchtete er den neuen Schädling Japankäfer und die Folgen, die dieser für unser Land haben wird und teilweise schon hat. Thomas Schwizer vom BZ Wallierhof zeigte Vor- und Nachteile von Fruchtwänden bezüglich des Baumschnitts auf und Andreas Klöppel vom LZ Liebegg demonstrierte erste Erfahrungen mit der teilautomatisierten Zwetschgenernte. Martin Winkelmann von Winkelmann Obst AG berichtete, wie seine Familie wirtschaftet, seitdem sie sich von der traditionellen Arbeitsteilung zwischen Produzenten und Vermarktern verabschiedet hat. Neben Mut, Wille und Experimentierfreudigkeit legen sie unter anderem grossen Wert auf f lächenmässige Grösse, riesige, moderne Lager- und Abpackkapazitäten, überbetriebliche Zusammenarbeit im Zulieferverhältnis, klare Organisation und interne Arbeitsteilung, Qualitätssicherung, effiziente Logistik und Risikoverteilung mittels diverser Absatzkanäle. Auch die langjährige Betriebsgemeinschaft Chilspeler Obst zeigte auf, wie sie mit positiver Einstellung, Ehrgeiz, Mut, starken Nerven, Geduld und grossem gegenseitigem Vertrauen eine beständig wachsende Gemeinschaft aufgebaut haben, die selbst in der Lage ist, ein komplexes Agri-PV-Projekt umzusetzen. Dabei haben sie gelernt, sich auf ihre Stärke, den Obstbau, zu konzentrieren und vertrauen für den Rest ihrer PV-Anlage auf die Zusammenarbeit mit externen Spezialisten.
Der Direktor des Schweizerischen Obstverbandes (SOV), Jimmy Mariethoz, sprach über die Veränderungen, die den Schweizerischen Obstbau auf politischer Ebene bedrohen und wie der SOV vorgeht, um die politischen Entscheide zu Gunsten der Brache positiv zu beeinf lussen. Sein Kollege, Bruno Eschmann, vom Produktezentrum Steinobst des SOV berichtet von neuen, nationalen Sortenstrategie und verteidigte sie.
Der Beitrag von Jeannine Kiser von «42hacks», einer Genossenschaft zur Entwicklung klimaschonender Lösungen, zeigte auf, wie sie durch Co-Kreation, einer Methode, die in fünf Schritten zu Innovation führt, unkonventionelle Erkenntnisse zu herausfordernden Fragestellungen finden können. Offenheit für Neues, Unvoreingenommenheit gegenüber auch den verrücktesten Ideen und die Bereitschaft, wiederholt zu scheitern, bilden dazu die Grundvoraussetzungen.
Das Tagungs-Programm bot reichlich Gelegenheit, um sich vom Gehörten inspirieren zu lassen und mit einem veränderten Blick auf die Veränderungen im eigenen Betrieb nachhause zu fahren, um sich zukünftig mit Zuversicht und Innovation an sie anzupassen. (mgt)
