Letztes Jahr hat der Gemeinderat Möhlin der Gemeindeversammlung eine Vorlage zur Einführung von Tempo 30 in den Quartieren vorgelegt. Diese Vorlage war ausgesprochen zurückhaltend und ausgewogen, indem sie die Hauptverkehrsachsen ausgenommen hat, dies mit Rücksicht auf die ...
Letztes Jahr hat der Gemeinderat Möhlin der Gemeindeversammlung eine Vorlage zur Einführung von Tempo 30 in den Quartieren vorgelegt. Diese Vorlage war ausgesprochen zurückhaltend und ausgewogen, indem sie die Hauptverkehrsachsen ausgenommen hat, dies mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der Autofahrer, insbesondere auch der Gewerbetreibenden. Die Vorlage ist mit einem klaren Stimmverhältnis von 2:1 angenommen worden; die Möglichkeit, sich zu Wort zu melden, ist nur sehr bescheiden genützt worden. Trotzdem ist gegen diesen Volksentscheid das Referendum ergriffen worden. In der Argumentation ist von «Unverhältnismässigkeit» und von «unklarem Zusatznutzen» die Rede. – Dazu Folgendes: Tempo 30 ist schon längst kein Pionierprojekt mehr, sondern eine xfach angewandte Massnahme, mit der zweckmässig auf die veränderte Verkehrssituation reagiert werden kann. Verändert hat sich zum einen die Verkehrsdichte; ich denke, das muss man nicht länger ausführen. Verändert hat sich aber auch die Art der Mobilität: Es gibt längst nicht mehr nur Autos, Velos und Fussgänger, sondern ausserdem noch E-Bikes, E-Trottis, Seniorenmobile und weiteres; sie alle sind in ihrem eigenen Rhythmus und in ihrer eigenen Geschwindigkeit unterwegs. Das kann einem gefallen oder nicht: Es ist Realität, und auf die muss man sich wohl oder übel einstellen! Die Illusion, jedem Verkehrsteilnehmer seinen eigenen Verkehrsraum zu geben, in dem er sich nach seinen Bedürfnissen bewegen kann, müssen wir beerdigen: dafür reicht der Platz schlicht nicht. Also müssen wir uns auf ein Miteinander einstellen und die richtige Basis dafür ist Tempo 30, wenigstens in den Quartieren. – Aus diesen Überlegungen heraus empfehle ich dringend, den Gemeindeversammlungsentscheid zu bestätigen und «Ja» zu dieser Vorlage zu stimmen.
MARKUS FÄS, MÖHLIN