Frage: Seit rund zwei Monaten werde ich von meinem Chef ständig kritisiert und für Fehler verantwortlich gemacht, mit denen ich oft gar nichts zu tun habe. Die unangenehmen Aufgaben landen regelmässig bei mir, meine Kolleginnen und Kollegen bleiben verschont. Ich fühle mich ...
Frage: Seit rund zwei Monaten werde ich von meinem Chef ständig kritisiert und für Fehler verantwortlich gemacht, mit denen ich oft gar nichts zu tun habe. Die unangenehmen Aufgaben landen regelmässig bei mir, meine Kolleginnen und Kollegen bleiben verschont. Ich fühle mich gezielt schikaniert und gemobbt. Wie kann ich mich dagegen wehren?
Antwort: Von Mobbing spricht man, wenn eine Person über längere Zeit systematisch herabgesetzt, ausgegrenzt oder mit Schikanen überzogen wird. Ziel ist häufig, die betroffene Person so unter Druck zu setzen, dass sie selbst kündigt. Entscheidend ist das Muster: wiederholte, gezielte Kränkungen – nicht eine einzelne unschöne Bemerkung. Sie sollten die Vorfälle zunächst genau dokumentieren: Datum, Uhrzeit, Beteiligte, Inhalt der Kritik oder Zuteilung von Strafarbeiten. Diese Notizen helfen Ihnen später als Beweise. Suchen Sie danach das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten. Bleibt die Situation unverändert oder verschlechtert sie sich, ist der Arbeitgeber als Ganzes gefordert. Er hat nach Schweizer Recht eine Fürsorgepflicht und muss Ihre Gesundheit schützen und ein missbräuchliches Verhalten im Betrieb unterbinden. Wenden Sie sich deshalb an die nächsthöhere Stelle oder an die Personalabteilung und verlangen Sie, dass der Situation nachgegangen wird. Viele typische Mobbinghandlungen können zudem strafbar sein, etwa grobe Beschimpfungen oder böswilliges Verbreiten von rufschädigenden Gerüchten. Wird Ihnen gekündigt, nur weil Sie Ihre Rechte wahrgenommen und Missstände gemeldet haben, kann dies als missbräuchliche Kündigung gelten; dann besteht ein Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu sechs Monatslöhnen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO unter dem Stichwort «Mobbing».
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