Der Ärger über die Parkgebühren ab der ersten Minute beim Einkaufszentrum Kaiserhof in Kaiseraugst ist weit verbreitet. Seit bald drei Wochen läuft eine Unterschriftensammlung, sie soll am 20. April beendet werden. Der VCS betont, dass die Parkgebühren eine Vorgabe des ...
Der Ärger über die Parkgebühren ab der ersten Minute beim Einkaufszentrum Kaiserhof in Kaiseraugst ist weit verbreitet. Seit bald drei Wochen läuft eine Unterschriftensammlung, sie soll am 20. April beendet werden. Der VCS betont, dass die Parkgebühren eine Vorgabe des Kantons seien.
Valentin Zumsteg
«Das Interesse an der Unterschriftensammlung ist gross. Ich erhalte jeden Tag Reaktionen», erklärt René Weinhold. Der 91-Jährige hat vor rund drei Wochen eine Petition lanciert. Darin wird gefordert, dass beim Kaiseraugster Einkaufszentrum Kaiserhof eine Gratis-Parkzeit von mindestens 30 Minuten eingeführt wird (die NFZ berichtete). Früher konnte man dort gratis parkieren, seit ein paar Jahren kostet es ab der ersten Minute 1,50 Franken. Aus Sicht von René Weinhold und seinen Mitstreitern schadet das den Geschäften im Zentrum. Ein erheblicher Teil der Kundschaft meide die lokalen Geschäfte und weiche verstärkt auf Einkaufszentren in der Umgebung oder im benachbarten Ausland aus.
«Läden gehen kaputt»
«So gehen die Läden in Kaiseraugst kaputt», hält Weinhold fest. Auf Facebook hat sein Aufruf viele Reaktionen ausgelöst. «Seit man zahlen muss, meide ich den Coop Kaiserhof. Vorher war ich Stammkunde. Und es geht mir einfach ums Prinzip dieser unnötigen Abzocke»,
schreibt jemand. Andere fragen, wo man unterschreiben kann.
Die Unterschriftenbögen für die Petition liegen in den meisten Geschäften und Dienstleistungsbetrieben im Kaiserhof auf. «Wir haben bereits sehr viele Unterschriften beisammen, schon über 250», sagt Weinhold. Die genaue Zahl kennt er noch nicht, da viele Bögen noch zirkulieren. Er will die Unterschriftensammlung bis am 20. April weiterführen und die Petition dann zusammen mit einem Brief an Coop und den VCS – eventuell auch an die Gemeinde Kaiseraugst – schicken. Weinhold hofft, damit etwas zu erreichen.
VCS: «Parkgebühren sind eine Vorgabe des Kantons»
Die Chancen stehen allerdings schlecht. Der VCS betont gegenüber der NFZ, dass er mit den Parkgebühren ab der ersten Minute nichts zu tun habe: «Unsere Vereinbarung mit Coop enthält keine Angaben zu den Parkgebühren. Diese sind eine Vorgabe des Kantons, nicht vom VCS», erklärt Yves Gärtner, Geschäftsführer des VCS Aargau. «Der Kanton hat das so beschlossen aufgrund von gesetzlichen Grundlagen», sagt Gärtner. Der VCS habe im Zusammenhang mit einem Baugesuch von Coop damals nur eine Umwelt verträglichkeitsprüfung verlangt. Tatsächlich schrieb die Umweltschutzfachstelle des Kantons Aargau 2017 in ihrer Stellungnahme zum Umbau und zur Erweiterung des Coop-Einkaufszentrums: «Die Parkplätze sind ab der ersten Minute monetär zu bewirtschaften. Die Parkplatzgebühr ist so auszugestalten, dass sie zur Emissionsreduktion beiträgt, das heisst lenkungswirksam ist.»
Die Aussicht, dass mit der Petition etwas bewirkt werden kann, ist damit sehr gering.