In Rheinfelden soll dank eines Felsaushubs im Rhein künftig mehr Strom aus Wasserkraft produziert werden können. Die Stadt befürwortet das Projekt, legt aber Wert darauf, dass es für Anwohner keine nachteiligen Auswirkungen gibt.
Valentin Zumsteg
«Grundsätzlich steht die ...
In Rheinfelden soll dank eines Felsaushubs im Rhein künftig mehr Strom aus Wasserkraft produziert werden können. Die Stadt befürwortet das Projekt, legt aber Wert darauf, dass es für Anwohner keine nachteiligen Auswirkungen gibt.
Valentin Zumsteg
«Grundsätzlich steht die Stadt Rheinfelden der beantragten Austiefung in der Mitte des Rheins oberhalb und unterhalb des Kraftwerks Rheinfelden positiv gegenüber. Mit dieser Massnahme gelingt es, die Energieproduktion aus Wasserkraft um 20 Millionen Kilowattstunden im Jahr zu erhöhen, was dem Jahresverbrauch von 6000 Vier-Personen-Haushalten entspricht», hält der Rheinfelder Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage der NFZ fest. Auf dem Weg zu einer Stromversorgung aus erneuerbaren Energien sei dies ein wichtiger Schritt.
Schweizer Einwender wundern sich
Zur Erinnerung: Um die Stromproduktion in Rheinfelden zu erhöhen, will die Naturenergie AG 20 Millionen Euro investieren. An zwei Stellen soll dazu im Rhein Fels abgetragen werden. Zum einen auf der Höhe des Höllhakens und des Rheinfelder Städtchens, zum anderen direkt unterhalb des Wasserkraftwerks Ryburg-Schwörstadt. Gegen das Projekt gab es fünf Einwendungen auf Schweizer Seite und Dutzende auf deutscher. Kürzlich fand dazu ein sogenannter Erörterungstermin statt (die NFZ berichtete). Schweizer Einsprecher, die daran teilgenommen haben, wunderten sich, dass die Stadt Rheinfelden/ Schweiz dort nicht vertreten war. Dazu erklärt der Stadtschreiber: «Für die Genehmigung des Projektes sind auf deutscher Seite das Land Baden-Württemberg und auf Schweizer Seite das Bundesamt für Energie zuständig. Beim sogenannten Erörterungstermin handelt es sich um einen formellen Verfahrensschritt im Genehmigungsverfahren. Eingeladen sind die Einwendenden. Die Stadt Rheinfelden hat gegen das Projekt keine Einwendung eingereicht und war deshalb nicht dabei.» Thomas Hotz, einer der privaten Einsprecher von Schweizer Seite, sieht das kritisch: «Eine Einwendung muss nicht negativ sein. Es ist aber wichtig, dabei zu sein. Wenn es keine Einwendung gibt, dann gibt es auch keine Mitwirkung beziehungsweise Anhörung und man erfährt somit nicht, wo es Fragen und Probleme gibt.»
«Anliegen direkt anbringen»
Die Stadt Rheinfelden stand mit der Bauherrin, der Naturenergie AG, aber bereits vor dem formellen Verfahren im direkten Austausch, wie Erdin betont. Sie hat später an den behördlichen Abstimmungsgesprächen sowie an der formellen Anhörung der Behörden und Gemeinden teilgenommen und sei auch weiterhin in der ökologischen Begleitkommission des Projektes vertreten und nehme an den entsprechenden Sitzungen teil. «Insofern können wir unsere Anliegen stets direkt bei der Bauherrin, den Planenden und den Bewilligungsbehörden anbringen», erklärt der Stadtschreiber und ergänzt: «Im Rahmen unserer Mitwirkungsmöglichkeiten legen wir Wert darauf, dass die Umweltschutzanliegen beachtet werden und insbesondere für die am Rhein liegende Rheinfelder Altstadt keine nachteiligen Auswirkungen entstehen.»