Solidarität mit PFAS-Geschädigten
17.03.2026 Leserbriefe«PFAS im See: Kein Geld für Berufsfischer» – ein Titel in der Presse von letzter Woche. Solche Meldungen werden in Zukunft immer häufiger zu lesen sein. Begonnen hat das im letzten Jahr mit der Mitteilung aus St. Gallen, dass Fleisch und Milch von Bauernbetrieben ...
«PFAS im See: Kein Geld für Berufsfischer» – ein Titel in der Presse von letzter Woche. Solche Meldungen werden in Zukunft immer häufiger zu lesen sein. Begonnen hat das im letzten Jahr mit der Mitteilung aus St. Gallen, dass Fleisch und Milch von Bauernbetrieben derart mit PFAS-Rückständen verseucht waren, dass sie nicht mehr in den Verkauf gebracht werden durften. Im letzten Herbst meldete sich dann unsere Kantonschemikerin, Frau Dr. Breitenmoser, die im Auftrag des Bundes eine Studie zu PFAS-Rückständen in Lebensmitteln geleitet hatte, dass die Situation zwar zu beachten, jedoch noch nicht alarmierend sei. Den mit der Thematik Vertrauten war jedoch klar, dass in Zukunft immer häufiger weitere Problemfälle bekannt werden dürften.
Wenn nun immer mehr PFAS-Verunreinigungen festgestellt werden, dann sollte den Geschädigten, die dadurch oft ohne Verschulden in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet werden, geholfen werden. Es kann heute niemandem ein Vorwurf gemacht werden, wenn das Grundwasser, wie auch die Seen und Flüsse durch Pflanzenschutzmittel mit PFAS verseucht worden sind. Es kann auch keinem Bauer, ein Vorwurf gemacht werden, wenn er in den vergangenen Jahren Klärschlamm als Dünger auf seine Felder ausgetragen hat. Wenn die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln den damaligen Vorschriften entsprechend erfolgt ist, darf das auch heute niemandem zur Last gelegt werden.
Die Lehren daraus sollten jedoch gezogen werden. PFAS-Rückstände – insbesondere die als hochproblematisch eingestuften PFOS, PFHxS und PFOA – gefährden unzweifelhaft die menschliche Gesundheit – und es muss dringend dafür gesorgt werden, dass diese nicht mehr über die Nahrungsmittel und das Trinkwasser in den menschlichen Körper gelangen.
Und den betroffenen Bauern – wie auch den Fischern und andern Geschädigten – ist mit Direkthilfen zu helfen. So, dass sie in ihrer wirtschaftlichen Existenz nicht gefährdet werden. Sie sind Opfer, und können die Last der Konsequenzen aus den Fehlern, die in der Vergangenheit gemacht worden sind, nicht allein tragen. Wo die gesetzlichen Grundlagen für eine solche Hilfe zurzeit noch fehlen, sollte die Politik – der Regierungsrat und der Grosse Rat – deshalb die Voraussetzungen für eine solche Hilfe dringend schaffen. Crans-Montana hat gezeigt, dass auch das möglich ist.
FRANZ MEIER, STEIN
