Schulhaus-Erweiterung nimmt die erste Hürde
30.06.2026 OlsbergDie Schule Olsberg braucht mehr Platz. Nach eingehender Diskussion hat die Gemeindeversammlung einen Planungskredit genehmigt. Für den Bau von Parkplätzen gab es ebenfalls grünes Licht.
Valentin Zumsteg
«Unser Schulhaus platzt aus allen Nähten. Es ist schwierig, dort modernen ...
Die Schule Olsberg braucht mehr Platz. Nach eingehender Diskussion hat die Gemeindeversammlung einen Planungskredit genehmigt. Für den Bau von Parkplätzen gab es ebenfalls grünes Licht.
Valentin Zumsteg
«Unser Schulhaus platzt aus allen Nähten. Es ist schwierig, dort modernen Unterricht durchzuführen», sagte Vizeammann Walter Eitner am Donnerstagabend anlässlich der Olsberger Einwohnergemeinde-Versammlung. 39 von insgesamt 250 Stimmberechtigten nahmen daran teil und diskutierten angeregt.
«Rössli» eignet sich für Gemeinde nicht
Um den Platzmangel zu entschärfen, plant der Gemeinderat einen Erweiterungsbau im Hang beim Pausenplatz. Im neuen Gebäude sollen zwei Schulräume mit rund 70 Quadratmetern, eine Küche sowie Räumlichkeiten für die Tagesstrukturen realisiert werden. «Wir wollen damit die Schule und die Tagesstrukturen entflechten», betonte Eitner. So bekomme die Kinderbetreuung einen fixen Platz. Die neuen Räumlichkeiten werden aber auch für Anlässe zur Verfügung stehen, versprach Eitner. Gleichzeitig soll der Erweiterungsbau die Nachbarschaft vom «Lärm» abschirmen.
Insgesamt rechnet der Gemeinderat mit Kosten von rund 1,9 Millionen Franken. Ursprünglich wollte er der Versammlung einen entsprechenden Baukredit unterbreiten. Nachdem es an einem Infoanlass aber zu kritischen Voten gekommen war, hat er sich umentschieden und beantragte am Donnerstag lediglich einen Planungskredit in der Höhe von 65 000 Franken. Gleichzeitig rief Walter Eitner Interessierte dazu auf, bei der Planungsgruppe mitzumachen.
In der anschliessenden Diskussion gab es zahlreiche Wortmeldungen. Eine Votantin wollte wissen, ob der Gemeinderat wegen des Platzmangels auch den Kauf des ehemaligen Restaurants Rössli geprüft hat. Dieses ist aktuell für 2,29 Millionen Franken ausgeschrieben (die NFZ berichtete). Walter Eitner bestätigte, dass der Gemeinderat die Liegenschaft besichtigt habe. Ein Kauf komme aber nicht infrage, da die Gemeinde kräftig in das Gebäude investieren müsste, um es für ihre Zwecke nutzen zu können. «Wir müssten es wohl komplett aushöhlen. Das hätte Kosten von weiteren 1,5 bis 2 Millionen Franken zur Folge. Das ist nicht sinnvoll für uns und unsere Gemeindefinanzen», sagte der Vizeammann.
Eine weitere Votantin wollte wissen, ob der Gemeinderat im Hinblick auf die Schulraum-Erweiterung die demographische Entwicklung im Blick habe. Wie Eitner ausführte, zählt Olsberg aktuell knapp 40 Schülerinnen und Schüler (Kindergarten bis sechste Klasse). Er geht davon aus, dass es bis 2030 weiterhin 35 bis 40 Kinder sein werden. «Was in 20 Jahren ist, weiss ich aber nicht.»
In der anschliessenden Abstimmung war das Ergebnis eindeutig: Mit 38 Ja genehmigte die Versammlung einen Planungskredit in der Höhe von 65 000 Franken. Jetzt soll es zügig vorangehen, damit eine aus serordentliche Gemeindeversammlung bald über den eigentlichen Baukredit entscheiden kann. Ebenfalls Ja sagten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zu einem Kredit von 120 000 Franken für den Bau von sechs Parkplätzen bei der Zivilschutzanlage.
Die Jahresrechnung der Einwohnergemeinde gab nicht zu reden, sie wurde diskussionslos genehmigt. Dafür sorgte das überarbeitete Personalreglement für einige Wortmeldungen, es erhielt aber ebenfalls mit grossem Mehr die Zustimmung.
Wasser sparen
Zum Schluss rief Gemeindeammann Karl Bürgi die Olsbergerinnen und Olsberger eindringlich dazu auf, Wasser zu sparen. In den Wintermonaten liegt der durchschnittliche Tagesverbrauch der Gemeinde bei 80 Kubikmeter. «Aktuell sind es 230 Kubikmeter. Unsere Quelle kann das nicht liefern, wir müssen deshalb Wasser von Nachbargemeinden beziehen.» Bürgi appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, auf das Bewässern von Rasenflächen zu verzichten. «Wasser ist sehr kostbar.»
Ehrverletzungen und Anfeindungen gegen Personal
Das Verwaltungspersonal der Gemeinde Olsberg ist mit Ehrverletzungen und Anfeindungen konfrontiert. Dies erklärte Gemeindeammann Karl Bürgi an der Gemeindeversammlung vom Donnerstagabend. «Wir akzeptieren das nicht und werden eine Meldung ans Gemeindeinspektorat machen», sagte er. Wenn dies weitergehe, würden auch andere Massnahmen ergriffen. Für diese Worte gab es Applaus von der Versammlung. (vzu)

