Ratgeber Naturmedizin: Kontaktlos zweisam
01.10.2026 RatgeberSonja Wunderlin
Naturheilpraktikerin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg
062 874 00 16
Kontaktlos zweisam
Auf dem Postauto-Bildschirm entdeckte ich letzte Woche einen Aufruf, man solle seine sozialen ...
Sonja Wunderlin
Naturheilpraktikerin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg
062 874 00 16
Kontaktlos zweisam
Auf dem Postauto-Bildschirm entdeckte ich letzte Woche einen Aufruf, man solle seine sozialen Kontakte pflegen, weil das gesund sei. Das hat mich nachdenklich gestimmt und mich zu diesem Ratgeber inspiriert.
In der Praxis frage ich nicht nur körperliche und seelische Themen ab, sondern neuerdings auch nach der ungefähren täglichen Bildschirmzeit: Wie lange verbringen Sie täglich an Mobiltelefon, Computer oder Fernseher? Rechnen Sie das doch mal für sich aus. Angenommen, Sie sind bei der Arbeit einen grossen Teil am Computer (5h), checken zwischendurch das Telefon (30min), und am Abend schauen Sie sich einen Film an (2h), dann kommen Sie auf über 7h. Möchten Sie das wirklich? Dann können Sie getrost jetzt aufhören zu lesen.
Zunehmend nimmt der Bildschirm auch den öffentlichen Raum ein, die Zwischenräume, die Leerzeiten, die Langeweile: Zug, Bus, Parkbänkli, per Ohrenstöpsel den Spaziergang oder die Runde mit dem Kinderwagen. Wir sind beschäftigt, berieselt, chattend, bekommen Bilder und Geschichten, wichtige und unwichtige Informationen, sind am Puls der Zeit und doch irgendwie einsam und kontaktlos.
Wer sich keine Zeiten und Regeln, bewusst Grenzen setzt, hat schnell seine Bildschirmzeit nicht mehr im Griff. Es braucht Bewusstsein, Regeln und Tricks. Auch für Erwachsene.
• Gönnen Sie sich Langeweile und Leere. Geniessen Sie Zwischenzeiten ganz ohne Berieselung: Arbeitswege, Spaziergänge, Wartezeiten. Alleine oder zweisam.
• Tun Sie nur eine einzige Sache aufs Mal: Entweder Film oder Essen. Entweder mit dem Kinderwagen spazieren oder telefonieren. Entweder einkaufen oder Hörbuch hören. • Schalten Sie alle ihre Geräte am Abend aus und legen Sie sie weg. Bis am Morgen.
• Treffen Sie sich mit Menschen zum Spielen, Reden, Essen, Sport, Film schauen, für Kino, Musik, Museum, Tanz, Kultur. Ergreifen Sie die Initiative.
• Schaffen Sie mehr Berührung und Begegnung.
• Entscheiden Sie selbst, wie Sie leben möchten und wie Sie ihre Zeit verbringen. Lassen Sie sich nicht von Geräten bestimmen.
Kontakt kommt von lateinisch «contingere», berühren. Erst wenn ich etwas berühre, kann es mich auch wieder berühren. Daraus kann Neues entstehen. Ideen, Freundschaften, Lebensfreude.
Der Postauto-Bildschirm hat recht: Kontakte sind gesund.
Und wenn das alles nicht so einfach geht, suchen Sie sich Hilfe.
Ich wünsche gute Kontakte.
Fragen und Anregungen richten Sie gerne an: praxis@sonjawunderlin.ch
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch


