Ratgeber Gesundheit: Thiamin (Vitamin B1) – klein, aber lebenswichtig
15.01.2026 RatgeberDr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
info@vinzenz-apotheke.ch • www.vinzenz-apotheke.ch
Die Aufgaben von Thiamin im Körper
Energiegewinnung:
Thiamin hilft dem Körper, Kohlenhydrate aus der Nahrung – zum Beispiel aus Brot, Kartoffeln oder Obst – in Energie umzuwandeln. Ohne ausreichend Vitamin B1 und Magnesium kann dieser Prozess nicht richtig ablaufen. Ein Mangel führt dazu, dass man sich müde, antriebslos oder schnell erschöpft fühlt.
Einschub: Kollagen, ein wichtiges Strukturprotein für Haut, Bindegewebe, Blutgefässe und Wundheilung, braucht für seine Produktion viel Energie. Fehlt Thiamin, laufen diese Prozesse langsamer ab die Zellregeneration und damit auch der Aufbau von Kollagen können beeinträchtigt sein. Thiamin wirkt also nicht als direkter «Baustoff», sondern als wichtiger Helfer im Hintergrund, damit die Kollagenbildung reibungslos funktioniert.
Schutz vor Stoffwechsel-Nebenprodukten
Bei diesem Umwandeln von Nahrung in Energie entstehen Zwischenstoffe, die sich im Körper anreichern und Zellen belasten können. Diese Zwischenprodukte, sollten nur kurz vorhanden sein. Zu den wichtigsten gehören: Pyruvat (Brenztraubensäure), Laktat (Milchsäure) und α-Ketonsäuren. Sie sind nicht grundsätzlich giftig, können aber problematisch werden, wenn sie sich anreichern. Thiamin wirkt dabei wie ein Verkehrshelfer im Stoffwechsel. Ohne ihn stauen sich Zwischenprodukte, mit ihm läuft alles flüssig weiter. Thiamin aktiviert Enzyme (zum Beispiel: Pyruvat-Dehydrogenase, Transketolase). Diese verhindern, dass sich Zucker-Abbauprodukte im Körper ansammeln und schützt somit Zellen.
Nervensystem und mentale Leistungsfähigkeit
Vitamin B1 ist wichtig für die Funktion der Nerven. Es hilft bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen. Es unterstützt Konzentration, geistige Klarheit, Reaktionsfähigkeit, das Gedächtnis, kurz die geistige Leistungsfähigkeit. Ein Mangel kann sich durch Reizbarkeit, Nervosität oder Konzentrationsprobleme und auf körperlicher Ebene durch Kribbeln in Händen oder Füssen bemerkbar machen.
Bedeutung für Herz und Muskeln
Herz und Muskulatur benötigen ständig Energie. Thiamin trägt dazu bei, dass diese Organe zuverlässig arbeiten können, sprich mit ausreichend Energie versorgt werden. Bei einer Unterversorgung können Herzklopfen, Muskelschwäche oder eine verminderte Belastbarkeit auftreten.
Bedarf:
Der tägliche Bedarf an Thiamin ist gering, liegt bei Erwachsenen bei etwa 1 bis 1,3 mg pro Tag, kann aber meist gut über eine ausgewogene Ernährung gedeckt werden.
Studien zeigen sowohl in Frankreich als auch in Österreich eine mangelhafte Versorgungslage der Gesamtbevölkerung. In der Schweiz zeigen bisher nur die Risikogruppen einen Mangel:
- Menschen mit hohem Alkoholkonsum (Alkohol stört die Aufnahme von Thiamin im Darm und erhöht gleichzeitig den Bedarf. Das ist eine der häufigsten Ursachen für einen echten Vitamin-B1-Mangel.)
- Ältere Erwachsene (Mit dem Alter kann die Aufnahme von Vitaminen im Darm weniger effektiv werden. Zudem essen manche ältere Menschen weniger abwechslungsreich, was das Risiko erhöht.)
- Menschen mit einseitiger oder schlechter Ernährung (Wer viele stark verarbeitete Lebensmittel isst und wenig Vollkorn, Gemüse, Hülsenfrüchte oder Nüsse nimmt oft zu wenig Thiamin auf.)
- Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen (Krankheiten wie Morbus Crohn, Zöliakie, chronische Darmentzündungen oder nach bestimmten Operationen können die Aufnahme von Nährstoffen stören – auch von Thiamin.)
- Menschen mit stark erhöhter Kalorienzufuhr (Bei einer sehr hohen Zucker- oder Kohlenhydratzufuhr steigt der Bedarf an Thiamin, weil es für den Zuckerstoffwechsel gebraucht wird.)
- Personen mit erhöhter Stoffwechselbelastung wie Schwangere und Stillende (ihr Bedarf ist erhöht)
- Kinder und Jugendliche in Wachstumsphasen
- Menschen mit Fieber oder schweren Infekten (In solchen Situationen kann der Bedarf steigen.)
- Menschen unter bestimmten Medikamenten (Einige Medikamente können Thiamin-Reserven senken oder die Aufnahme stören z. B. bestimmte Diuretika. In solchen Fällen lohnt sich eine ärztliche Abklärung.)
Wen betrifft es in der Schweiz wirklich?
Es betrifft diejenigen, bei denen mehrere Risikofaktoren zusammenkommen – z. B. langjähriger Alkoholmissbrauch plus schlechte Ernährung oder eine chronische Darmerkrankung.
Bleiben Sie gesund
Ihr Team der Vinzenz Apotheke
Lassen Sie sich von uns beraten: vinzenz apotheke – eine quelle der gesundheit

