Ratgeber Gesundheit: Diabetes 2. Ausgabe
21.05.2026 RatgeberDr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
info@vinzenz-apotheke.ch • www.vinzenz-apotheke.ch
Ratgeber: ...
Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Ratgeber: Diabetes 2. Ausgabe
Bei dieser Volkskrankheit unterscheidet man drei wichtige Diabetes-Typen (Unterkategorien sind ebenfalls vorhanden). Diese Haupttypen unterscheiden sich in Ursache, Verlauf und Behandlung:
1. Diabetes Typ 1
Er beginnt meist im Kindes- oder Jugendalter. Seine Ursache ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das eigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, mit der Folge, dass der Körper kein eigenes Insulin mehr herstellen kann. Als Behandlung muss lebenslang Insulin gegeben werden (tägliche Injektionen oder über eine Insulinpumpe). Vor der Entdeckung des Insulins 1921 verliefen Typ- 1-Diabetes-Erkrankungen unweigerlich tödlich.
2. Diabetes Typ 2
Das ist die häufigste Form, die 90%-95% der Fälle ausmacht. Früher trat er meistens bei Erwachsenen auf (Altersdiabetes), heute betrifft er erschreckenderweise viele junge Menschen. Der Beginn ist schleichend, daher ist eine Kontrolle der Werte (besonders des Langzeitzuckerwerts = HbA1c-Werts) als vorbeugende Massnahme wichtig. Ein frühes Erkennen hilft! Wir verweisen hier auf die gängigsten Begleiterscheinungen wie vermehrten Durst, schlecht heilende Wunden, die wir in Diabetes Folge 1 beschrieben haben. Hier liegt die Ursache in der «verminderten Wirkung des Insulins», der sogenannten Insulinresistenz und/oder einer verminderten Insulinproduktion. Es ist ein komplexes Geschehen, das mit den «bekannten» Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel und einer genetischen Komponente zusammenhängt. Seine Behandlung ist daher komplexer. Primär sollte der Lebensstil, besonders die Bewegung und die Ernährung, verändert werden. Eine gute Nachricht, denn damit lässt sich vieles rückgängig machen, und bei konsequenter Umsetzung kann die Erkrankung sogar «geheilt» werden. Hier ist es wichtig anzumerken, dass die Voraussetzung für Diabetes bestehen bleibt! Die Behandlung besteht aus einer Kombination mehrerer Medikamente, die täglich eingenommen werden müssen, je nach Situation auch mit der Gabe von Insulin.
3. Gestationsdiabetes
Er tritt definitionsgemäss nur in der Schwangerschaft auf und wird bei 5-15 % aller werdenden Mütter beobachtet. Die erhöhten Blutzuckerwerte können, unbehandelt, sowohl für das Kind als auch für die Mutter zu Komplikationen führen, wie übermässiges Geburtsgewicht, Geburtstraumen und nach der Geburt beim Kind zu tiefen Blutzuckerwerten. Die Hormone der Plazenta bilden eine natürliche Insulinresistenz, die die Bauchspeicheldrüse ausgleicht. Der Körper der Mutter versucht damit, in der nötigen Zeit, die Bildung des Kindes zu unterstützen (Insulin wirkt aufbauend, im Fachjargon «anabol»). Er wird in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche mit einem oralen Glukosetoleranztest untersucht. Bei Risikopatientinnen wird er unter Umständen bereits im ersten Drittel der Schwangerschaft durchgeführt. Er gilt auch als bedeutender Risikofaktor für eine spätere Stoffwechselerkrankung bei Mutter und Kind. Nach der Geburt (6-12 Wochen postpartum) wird bei der Behandelten erneut ein oraler Glukosetoleranztest empfohlen, um sicherzustellen, dass die Insulinresistenz vorübergehend war (was sie normalerweise ist). Auch hier wird die Behandlung primär mit einer Umstellung des Lebensstils begonnen, mit Ernährungstherapie und körperlicher Aktivität. Zentral ist eine regelmässige Blutzuckerkontrolle. Eine Behandlung erfolgt meist durch Insulingaben; orale Medikamente werden nur in Ausnahmefällen eingesetzt. Die Schwangerschaft (Mutter und Kind) wird engmaschig überwacht.
Weitere seltene Formen sind:
MODY-Diabetes (genetisch bedingt)
MODY ausgeschrieben bedeutet Maturity-Onset Diabetes of the Young. Charakterisiert wird diese Erkrankung durch einen Beginn vor dem 25. Lebensjahr bei eigentlich schlanken, normalgewichtigen Erwachsenen. Seine Ursache liegt in der Veränderung eines einzelnen Gens und führt zu einer gestörten Insulinproduktion mit den bekannten Folgeerscheinungen. Wenn ein Elternteil betroffen ist, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind ebenfalls erkrankt, 50%. Je nach Betroffenheitsgrad genügt eine Überwachung oder eine orale Therapie. Eine Genuntersuchung bringt Klarheit, besonders für die ganze Familie.
Sekundärer Diabetes, durch Medikamente ausgelöst
Besonders Kortison-Gaben bringen den Blutzuckerspiegel durcheinander. Daher sollte bei einer längerfristigen Kortisonbehandlung der Blutzuckerspiegel im Auge behalten werden. Diabetespatienten sollen verstärkt darauf achten! Auch andere Medikamente (u.a. Immunsuppressiva) können die Werte, insbesondere bei Vorbelastung, verändern. Ihr Arzt wird Sie daher informieren und die Werte kontrollieren.
Ein spannendes Thema, wir werden weiter darüber informieren. Bleiben Sie gesund!
Ihr Team der Vinzenz Apotheke

