Ratgeber Finanz: Die USA haben extrem hohe Staatsschulden angehäuft
23.04.2026 RatgeberChristoph Zehnder
eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch
Die USA haben extrem hohe Staatsschulden ...
Christoph Zehnder
eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
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Die USA haben extrem hohe Staatsschulden angehäuft
Die Staatsschulden der USA (und auch der meisten anderen westlichen Staaten) sind in den letzten Jahrzehnten richtiggehend explodiert. Sinnvoller als eine solche absolute Betrachtung aber ist es, wenn die Staatsschulden ins Verhältnis gebracht werden, z.B. zu den Staatseinnahmen oder zur gesamten Wirtschaftsleistung, da diese Kennzahlen das grundsätzliche Wachstum mitberücksichtigen.
Leider sieht die Situation aber auch in dieser «relativen» Hinsicht nicht besser aus: die US-Staatsschulden im Verhältnis zur Gesamtwirtschaftsleistung GDP haben sich seit dem Jahrtausendwechsel von ca. 60% auf über 120% mehr als verdoppelt.
Mit Ausnahme einer ganz kurzen Periode zu Clintons Zeiten haben die USA dauernd enorme Defizite gemacht. Krisenmassnahmen haben in der Corona-Zeit oder auch in der Finanzkrise zu auffällig hohen Defiziten geführt. Das wirklich Beängstigende ist aber, dass zu Zeiten mit Vollbeschäftigung und ohne Krieg (vor Iran) die USA Defizite in der Grössenordnung von 5% oder mehr vom BIP angehäuft haben und in den nächsten Jahren wohl noch höhere Defizite anhäufen werden.
Um welche Beträge geht es? Dazu Ray Dalio, Gründer von Bridgewater, einem der grössten Hedegefonds: «Im Laufe des nächsten Jahres wird die Bundesregierung etwa 7 Billionen US-Dollar ausgeben und nur etwa 5 Billionen US-Dollar einnehmen, sodass sie weitere etwa 2 Billionen US-Dollar an Schulden verkaufen muss, zusätzlich zu der 1 Billion US-Dollar, die sie verkaufen muss, um Zinsen zu zahlen, und den 9 Billionen US-Dollar, die sie zur Verlängerung der Schulden aufbringen muss.»
Wer finanziert diese Schulden? Das Ausland…
Bleiben die ausländischen Investoren kaufwillig? China hat in den letzten zehn Jahren sein Volumen an US-Treasuries kontinuierlich reduziert, bei Japan ging es seitwärts. In die Bresche gesprungen ist vor allem Europa, dessen Volumen sich an US-Treasuries massiv erhöht hat. Was würde passieren, wenn sich auch bislang Verbündete wie Japan, Europa von den zunehmend unberechenbareren USA und dem US-Dollar abwenden würden?
… oder das Inland?
Wenn die ausländischen Investoren weniger von diesen riesigen Mengen an US-Schuldtiteln kaufen würden, müssten inländische Investoren einspringen oder höhere Zinsen müssten die Anleger stärker anlocken. Die Variante mit steigenden Zinsen wäre für die Anlagemärkte nicht optimal. Steigende Zinsen führen zu höheren Kosten bei Schuldnern, egal ob beim Staat selber oder auch bei verschuldeten Firmen oder Privaten.
Trump wählt Inflation und Weiterführung des Schneeballsystems
Den Gürtel enger zu schnallen und anstelle von jährlichen Defiziten endlich mal Überschüsse zu erzielen und die Schulden abzubauen, scheint offenbar illusorisch zu sein.
Genauso scheint eine höhere Zinsbelastung für den US-Staat zu schmerzhaft zu sein. Was also wäre ein dritter Ausweg? Die Absicht von Trump ist hier ausnahmsweise einmal klar: Er will die Zentralbank gefügig machen, dass das FED einspringt und die Staatschulden durch neu geschaffenes Geld aufkauft. Diese Monetarisierung der Staatsschulden durch das FED führt zur weiteren Verwässerung der Kaufkraft, der US-Dollar wird in diesem Szenario weiter deutlich an Wert verlieren, die Konsumenten werden immer höhere Preise bezahlen müssen.
Dass Trump nicht gefügige FED-Mitglieder wie Lisa Cooks oder Noch-FED-Chef Jerome Powell unzimperlich abzuschiessen versucht, ist ein klares Zeichen.
Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an christoph.zehnder@ruetschi-ag.ch oder rufen an unter Tel. 062 871 93 57.

