Ratgeber Alter: Wohnformen im Alter
19.03.2026 RatgeberJacqueline Zesiger
Executive MBA HSG
CAS Palliative Care, Universität Luzern
4324 Obermumpf
www.sanavite.ch
Verkauf Immobilie gegen ...
Jacqueline Zesiger
Executive MBA HSG
CAS Palliative Care, Universität Luzern
4324 Obermumpf
www.sanavite.ch
Verkauf Immobilie gegen Wohnrecht
Oft stellt sich die Frage nach der geeigneten Wohnart im hohen Alter. Gerade dieser letzte Umzug wirft viele Fragen auf, die gut beantwortet und vorab eingehend besprochen werden sollten. Der Verkauf des Wohneigentums gegen Wohnrecht, sei es mit lebenslangem Wohnrecht oder mit befristetem Wohnrecht, ist eine interessante Möglichkeit, im Eigenheim wohnen zu bleiben. Der sofortige Kapitalzuwachs ermöglicht die Finanzierung der Organisation des Haushaltes und ggf. der Pflege. Verkauft man es mit zusätzlicher Nutzniessung, ist man etwas freier bezüglich der «Nutzung» der Immobilie. So kann man sie jederzeit vermieten, ist jedoch für einige Themen mehr verantwortlich wie z.B. Unterhalt, Versicherungen und Hypotheken. Für bauliche Veränderung benötigt es immer eine Bewilligung des neuen Eigentümers. Man muss es nicht unbedingt an Familienangehörige verkaufen. Es kann auch eine junge Familie sein, die einige Jahre später mit ihren schulpflichtigen Kindern einzieht. Oder Investoren, die ein Haus kaufen, um es später zonengerecht in ein kleines Mehrfamilienhaus umzuwandeln. Als Anlageobjekt eignet es sich ebenfalls, da die stete Wertsteigerung mit eher geringen Risiken eine lukrative Rendite generiert.
Gründe, mit Wohnrecht zu verkaufen
Ein wichtiger und sowohl meistgenannter Grund ist die aktuelle Finanzlage und Sicherstellung des rechtzeitigen Erbvorbezuges der direkten Nachkommen. Ebenfalls stehen persönliche Ziele im Vordergrund. Man schätzt die Nachbarn, hat Freunde im nahen Umfeld und ist sehr gut eingerichtet. Kaum jemand möchte sich von seinen persönlichen Sachen trennen. Und vor allem – man will die Selbstständigkeit bewahren! Mit fortschreitendem Alter fallen aber viele Haushaltsthemen an, welche den Alltag erschweren. Nicht jede und jeder hat im näheren Umfeld Familie oder Freunde, die alsdann wöchentlich oder täglich Unterstützung bieten können. Zwingend müssen private Haushalts-Dienstleistungen und Pflegehilfe organisiert werden, was teuer zu stehen kommt.
Vorgehen beim Verkauf gegen Wohnrecht
Um für den Verkäufer und den Käufer die bestmögliche Situation zu schaffen, ist es ratsam, den Verkauf gut überlegt anzusteuern. Reden Sie mit der Familie, mit Freunden und eruieren Sie, was das Umfeld vorhat. Möchte ein Bekannter das Haus kaufen? Möchten die Nachbarn lieber in die neue Alterssiedlung ziehen und Sie gleich dazu aufmuntern? Wo wohnen Ihre Nächsten? Wie oft erhalten Sie Besuch? Hat es genügend Einkaufsmöglichkeiten, und wie weit ist die nächste Busstation entfernt? Nicht alle Menschen im Alter werden pflegebedürftig. Man kann bis ins hohe Alter gesund bleiben und selbstständig sein. Dass aber gegebenenfalls ein kleiner Umbau an Treppen oder im Badezimmer notwendig sein wird, ist einzukalkulieren.
Aufgrund vieler verschiedener Faktoren kann ziemlich genau entschieden werden, wie lange man noch im Eigenheim wohnen möchte. Nicht immer muss es «lebenslänglich» sein. Vielleicht noch vier Jahre, und dazwischen eine grosse letzte Reise organisieren und danach woanders wohnen? Oder sich den langersehnten Wunsch eines tollen Sportautos erfüllen. Eventuell fühlt man sich in zehn Jahren bereit, in eine Altersresidenz zu ziehen, um nicht alleine zu sein. Wichtig sind klare Verhältnisse zwischen Verkäufer und Käufer. Wünsche und Anliegen müssen im Kaufvertrag geregelt sein. Eine absehbare Verbleibezeit erhöht die Chance, einen passenden Käufer zu finden.
Mietobjekt / Generationenhaus
Bei einem Mietobjekt ist rechtzeitig mit dem Vermieter Kontakt aufzunehmen, um notwendige kleinere Umbauten bewilligt zu erhalten. Wenn auch auf eigene Kosten. Vermehrt gibt es Generationenhäuser mit speziellem Raumkonzept: Jeder hat sein eigenes Studio mit Bad/WC, ggf. kleine Küche, und man trifft sich im Gemeinschafts-Wohnraum.
Alterssiedlung oder altersgerechtes Wohnviertel
Eine Alterssiedlung bringt Vereinfachung im Alltag. Arztpraxen, Einkauf und öffentlicher Transport sind in der Nähe. Einzelpersonen können so gegebenenfalls mit Familie und Freunden planen, damit die letzte Lebensphase zusammen im gleichen Quartier erlebt wird.
Altersresidenz mit integriertem Pflegeheim
Eine Altersresidenz vereint alle Annehmlichkeiten. Eine Pflegestation ist integriert, und man kann bis zum Lebensende darin wohnen bleiben. Meist befindet sich die Residenz an einem ruhigen, schönen Ort mit Zugang zu öffentlichem Verkehr. Ein Alterspflegeheim ist oft die letzte Wohnstation. An dieser Stelle sei erwähnt, dass ein nobles Designer-Pflegeheim nicht zwingend besser ist als ein öffentliches oder kleines privates Pflegeheim. Massgebend ist die Geschäftsleitung, welche das Pflegepersonal betreut und das Umfeld gestaltet. Tipp: Bei einem vorgängigen Besuch die Küche testen und die zufriedenen Gesichter prüfen!
Zeitfenster für den Umzug
Wichtig ist, rechtzeitig den Entscheid zu treffen, in eine Alterssiedlung zu wechseln. So ist das Risiko gering, im Ernstfall auf eine Warteliste zu kommen, resp. weit entfernt von seinen Nächsten ziehen zu müssen. Das Wohnen bleibt bis zum Lebensende einer der wichtigsten Lebensbereiche und bietet Raum für eine individuelle Gestaltung. Mit etwas Glück ist man in Familie oder unter Freunden wohlig eingebettet.
Jacqueline Zesiger ist Betriebswirtschafterin (Executive MBA HSG und CAS Palliative Care sowie EMR-zertifiziert) und seit vielen Jahren selbstständige Beraterin. Es ist ihr ein Anliegen, diese Tätigkeit im Rahmen von Unterstützung und Zusammenwirken auszuüben. Für weitergehende Fragen und Unterstützung erreichen Sie Jacqueline Zesiger wie folgt: info@sanavite.ch oder rufen an unter Tel. 079 444 14 40

