Preisstreit mit Migros verhagelt Feldschlösschen das Ergebnis
05.02.2026 WirtschaftDie Feldschlösschen Getränke AG erwirtschaftete im vergangenen Jahr drei Prozent weniger Umsatz, der Getränkeabsatz ging um vier Prozent zurück. Schuld ist ein Preisstreit mit der Migros, der im November und Dezember stark einschenkte.
Valentin Zumsteg
...Die Feldschlösschen Getränke AG erwirtschaftete im vergangenen Jahr drei Prozent weniger Umsatz, der Getränkeabsatz ging um vier Prozent zurück. Schuld ist ein Preisstreit mit der Migros, der im November und Dezember stark einschenkte.
Valentin Zumsteg
Eigentlich lief das Jahr 2025 für Feldschlösschen gut. Bis einschliesslich Oktober entwickelten sich Umsatz und Volumen stabil, wie das Unternehmen gestern anlässlich einer Online-Medienkonferenz berichtete. In den letzten beiden Monaten des Jahres eskalierte aber der Preisstreit mit der Migros. Im November und Dezember stoppte Feldschlösschen deswegen die Lieferungen an die Migros-Gruppe, zu der auch Denner gehört. Dies und der insgesamt rückläufige Biermarkt schlagen sich nun in den Zahlen deutlich nieder. Wegen des schlechten Jahresendes resultierte für 2025 ein Umsatzrückgang von total 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr; der Absatz reduzierte sich um 4 Prozent.
Getrübtes Jahresergebnis
Blickt man nur auf den Detailhandel, fällt das Minus noch deutlich stärker aus. Auf das Gesamtjahr betrachtet ging der Umsatz in diesem Bereich um 6 Prozent zurück (Absatz -5 Prozent). Beim Bier betrug der Umsatzrückgang 7 Prozent (Absatz -6 Prozent). Diese Entwicklung sei aber nicht struktureller Natur, sondern auf den Entscheid von Feldschlösschen zurückzuführen, in den Monaten November und Dezember 2025 die Migros nicht mehr zu beliefern. «Dieser Effekt trübte das Jahresergebnis im Absatzkanal Detailhandel sowie das Gesamtergebnis des Getränkeabsatzes», führte CEO Thomas Amstutz aus.
Etwas besser sah es in der Gastronomie aus, dort resultierte ein Umsatzwachstum von über zwei Prozent. Der Umsatz mit Bier ging zwar ebenfalls um 4 Prozent zurück (Absatz -4 Prozent). Alkoholfreie Biere entwickelten sich hingegen mit einer Umsatzzunahme von 10 Prozent (Absatz +11 Prozent) ausgesprochen dynamisch. «Dies bestätigt damit den anhaltenden Trend zu alkoholfreien Alternativen auch im Gastronomiebereich. In den anderen Getränkekategorien konnte Feldschlösschen beim Umsatz im vergangenen Jahr ebenfalls um 4 Prozent zulegen.»
«Wir haben uns mit der Migros gefunden»
Ein positives Bild zeigte sich bei Softdrinks und Mineralwasser, deren Umsatz 2025 insgesamt um 11 Prozent stieg (Absatz +4 Prozent). Treiber dieser Entwicklung war insbesondere der erfolgreiche Ausbau der Marke Pepsi in der Schweiz, die Feldschlösschen als Lizenznehmer herstellt. «Gleichzeitig konnten auch in neuen Kategorien Erfolge erzielt werden. So erschloss Feldschlösschen mit der erfolgreichen Neulancierung von Bilz Panache Naturale, einem gebrauten Erfrischungsgetränk, zusätzliches Wachstumspotenzial», erklärte Amstutz.
Er sprach insgesamt «von einer soliden Performance». Der Preisstreit mit Migros konnte zwischenzeitlich beigelegt werden. «Wir haben uns mit der Migros gefunden und schauen gemeinsam positiv in die Zukunft», betonte Amstutz auf Nachfrage.
Welcher Beitrag kann Feldschlösschen leisten?
2026 feiert die Brauerei Feldschlösschen ihr 150-jähriges Bestehen. Das Jubiläum soll genutzt werden, um nach vorne zu schauen: «Im Zentrum steht dabei die Frage, welchen Beitrag das Unternehmen heute – über sein wirtschaftliches Wirken hinaus – für die Schweiz leisten kann», heisst es in einer Medienmitteilung. Vor dem Hintergrund der Diskussionen über den gesellschaftlichen Zusammenhalt gab Feldschlösschen deshalb beim Meinungsforschungsinstitut Sotomo eine Umfrage in Auftrag und schenkt der Schweiz mit dem Barometer zum Zusammenhalt eine fundierte Standortbestimmung, die jährlich wiederholt wird (die NFZ berichtete). Das Barometer soll aufzeigen, wie die Schweizerinnen und Schweizer den Zusammenhalt im Land wahrnehmen. Mit der zweiten Ausgabe, die in Kürze erscheint, werden erstmals auch Entwicklungen sichtbar.
Der Schweizer Biermarkt schrumpft
Der gesamte Schweizer Biermarkt verlor im vergangenen Jahr 3 Prozent an Volumen. Ein Blick auf die Entwicklung der letzten zehn Jahre zeigt eine deutliche Verschiebung: Der Konsum alkoholhaltiger Biere sank von 55,3 auf 46,1 Liter pro Person. Gleichtzeitig stieg der Pro-Kopf-Konsum von alkoholfreiem Bier von 1,2 Litern im Jahr 2015 auf 3,9 Liter im Jahr 2025 und hat sich damit mehr als verdreifacht. «Diese Entwicklung unterstreicht die zunehmende Bedeutung alkoholfreier Alternativen im Schweizer Biermarkt», hielten die Verantwortlichen von Feldschlösschen fest. Der Softdrink-Markt entwickelte sich insgesamt stabil, während der Mineralwassermarkt um 2 Prozent wuchs. (mgt/nfz)

