Platz für 2,1 Millionen Tonnen sauberes Erdreich
17.07.2026 WirtschaftWer in Eiken vom Autobahnkreisel her Richtung Hardwald fährt, kommt nicht umhin, über die Veränderungen auf dem Gelände auf der rechten Strassenseite zu staunen. Den aktuellen Arbeiten für die neue Deponie Chremet für sauberes Aushubmaterial ging eine neunjährige Planung voraus.
...Wer in Eiken vom Autobahnkreisel her Richtung Hardwald fährt, kommt nicht umhin, über die Veränderungen auf dem Gelände auf der rechten Strassenseite zu staunen. Den aktuellen Arbeiten für die neue Deponie Chremet für sauberes Aushubmaterial ging eine neunjährige Planung voraus.
Susanne Hörth
«Bereits vor gut einem Jahrzehnt hat sich abgezeichnet, dass die Region in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren nur noch über geringe Kapazitäten für die Deponierung von sauberem Aushubmaterial verfügen wird», sagt Daniel Challandes, Geschäftsführer der Auffüllgesellschaft Sisseln-Münchwilen. Um dieser Entwicklung zu begegnen, sei das Projekt Chremet lanciert worden.
«Bis zur Baubewilligung war es ein langer Weg. Gemeinsam mit der Standortgemeinde Eiken und den betei l ig ten Gru ndeigentü mern wurden sämtliche Planungsstufen – vom Privatrecht über den Richtund Nutzungsplan bis hin zum Baugesuch mit detaillierter Umweltverträglichkeitsprüfung – durchlaufen», so Challandes. Nach rund neun Jahren Planung und Vorbereitung konnten die Arbeiten im März 2026 mit der Zustimmung des Kantons und der kommunalen Baubewilligung definitiv grünes Licht erhalten.
Für Challandes hat das Projekt sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch grosse Bedeutung für das obere Fricktal. «Das Fricktal rund um den kantonalen Entwicklungsschwerpunkt Sisslerfeld mit den dazugehörigen flankierenden Infrastrukturmassnahmen braucht eine regionale Lösung – auch für die Entsorgung von Aushubmaterial.»
Kiesabbau und Deponieraum seien unverzichtbar für den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur. Ohne Kies gäbe es weder Strassen noch Leitungsnetze für Wasser, Gas, Energie, Internet oder Abwasser. Ebenso werde Deponieraum für den Bau und den Unterhalt von Wohnhäusern, Schulen, Spitälern, Gewerbe- und Industrieanlagen sowie Verkehrsinfrastrukturen benötigt. Fehlen solche regionalen Möglichkeiten, müsste das Aushubmaterial über weite Strecken in ausserregionale Deponien transportiert werden. Das hätte zusätzliche Lastwagenfahrten und entsprechend höhere Umweltbelastungen zur Folge. Gleichzeitig entstehen im Rahmen des Projekts ökologische Ausgleichsf lächen, welche die Region zusätzlich aufwerten sollen.
Infrastruktur erstellt, Kiesabbau startet
Unmittelbar nach der Erteilung der Baubewilligung wurde Anfang April 2026 mit dem Bau der notwendigen Infrastruktur begonnen. Hierzu zählt Challandes die Erschliessungspiste, die Waage und die Radwaschanlage auf. Anschliessend begann der Abtrag der Oberböden. Sämtliche geeigneten Böden werden nach Abschluss der Auffüllung für die Rekultivierung wiederverwendet. «Derzeit werden die über dem Kiesvorkommen liegenden, nicht verwertbaren Schwemmablagerungen entfernt.» Die vorgängig durchgeführten Bohrungen und Sondierungen bestätigen die Prognosen zum eher bescheidenen Kiesvorkommen im Chremet. In den kommenden Tagen startet im östlichen Bereich der Ebene der eigentliche Kiesabbau. «Dabei halten wir uns strikt an die Abbauhöhen, die gemeinsam mit Geologen und den zuständigen kantonalen Fachstellen definiert wurden», so Challandes.
Auswirkungen auf andere Kiesgruben gering
Hat die Kiesgewinnung im Chremet Folgen für andere Abbaugebiete im Fricktal? Für Daniel Challandes ist die Antwort klar: «Aufgrund des eher bescheidenen Volumens der Kiesgewinnung im Gebiet Chremet sind die Auswirkungen auf andere Abbaugebiete im oberen Fricktal marginal und für die Region nicht von entscheidender Tragweite.» Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die vorhandenen Kiesreserven langfristig geschont werden müssten. Deshalb gelte es, die Kreislaufwirtschaft weiter zu stärken, das Baustoffrecycling konsequent auszubauen und geeignetes kiesiges Aushubmaterial aus Bauprojekten möglichst umfassend wiederzuverwenden.

