Dieser Leserbrief ist vor allem an die Jungen unseres Landes gerichtet, denn Ihr seid die Verlierer bei einem Nein zur Neutralitätsinitiave. Nein bedeutet, wir sind nicht mehr neutral, wir ergreifen Partei (wie z. Z. beim Mitmachen an den EU-Sanktionen gegen Russland) und werden zur ...
Dieser Leserbrief ist vor allem an die Jungen unseres Landes gerichtet, denn Ihr seid die Verlierer bei einem Nein zur Neutralitätsinitiave. Nein bedeutet, wir sind nicht mehr neutral, wir ergreifen Partei (wie z. Z. beim Mitmachen an den EU-Sanktionen gegen Russland) und werden zur Kriegspartei. Wir haben unser gutes Image in der Welt verloren. Russland und die USA haben es ausgesprochen: «Die Schweiz ist nicht mehr neutral.»
Wir brauchen eine Neutralität, die von aussen akzeptiert und respektiert wird, und nicht eine «Wischi-Waschi»-Neutralität gerade nach unserem Gusto. Vor allem Russland stuft uns als Feind auf die schwarze Liste, und wir werden angreifbar, zumal die geopolitische Lage mehr als brenzlig ist. Ein kleines Land wie die Schweiz darf sich nicht in die Querelen der Grossmächte mischen, ist wohl aber geeignet, Friedensgespräche zwischen kriegerischen Parteien zu ermöglichen, etwas entscheidend Wichtiges.
Leider wollen die Politiker in Bern zur NATO. Die NATO steht im Krieg auf der Seite der Ukraine. Das bedeutet, über kurz oder lang, unsere jungen Schweizer Bürger/Soldaten müssen aufs Schlachtfeld ziehen in ferne Länder und ich möchte nicht zulassen, unsere Kinder und Enkelkinder dort sterben sehen zu müssen, ja schlussendlich eine ganze Generation auszulöschen.
Deshalb ein Ja zur Neutralitätsinitiative. Sie besagt, es läuft weiter wie seit über 200 Jahren und sie hat uns bewahrt vor den blutigsten Kriegen und Elend. Nichts ändert sich, ausser, dass sie in die Verfassung geschrieben werden soll, damit Regierungen nicht wie jetzt, wo wir die Neutralität verletzt haben mit dem Mitmachen der Sanktionen der EU gegen Russland, nicht wieder auf so gefährliche Abwege rücken. Lange Bewährtes soll man nicht ändern.
CHRISTINE WALDMEIER, MÖHLIN