Mit dem fliegenden Auge Leben retten

  26.03.2026 Kaisten

Rehkitzrettung Kaisten hat neuste Drohnen-Generation im Einsatz

Für die Drohnen-Finanzierung hat die Rehkitzrettung Kaisten auf ein etwas anderes Modell gesetzt. Mitmachende Landwirte zahlen auf die Gesamtbetriebsgrösse 15 Franken pro Hektare.

Susanne Hörth

Seit fünf Jahren gibt es die Rehkitzrettung Kaisten. Die Initiative dazu kam aus den Reihen der Jagdgesellschaft Kaisten. Deren Präsident, Hanspeter Gerber, blickte am vergangenen Samstag kurz auf diese fünf Jahre zurück. Auf den Erfahrungen und dem Wissen der vergangenen Einsätze könne man sich jedoch nicht einfach ausruhen: Jedes Jahr zeige die Natur aufs Neue, dass sie sich hinsichtlich Vegetation und damit des erwarteten Mähzeitpunkts der Wiesen an keinen fixen Fahrplan halte. Auch die Technik hat sich in diesen fünf Jahren stark verändert. Die erste Generation der in Kaisten eingesetzten Drohnen ist inzwischen überholt. Hanspeter Gerber berichtete von zunehmenden Problemen mit den Geräten, was letztlich dazu führte, dass ein Ersatz unumgänglich wurde.

Ende des vergangenen Jahres konnten sich die fünf geprüften Piloten aus Kaisten die in Frage kommende neue Drohne vorführen lassen – und sie überzeugte. Am vergangenen Samstag wurden die beiden bestellten Fluggeräte mit Wärmebildkameras von Jan Dietsche, Geschäftsführer von Eulenauge, geliefert. Natürlich wollten die Drohnenpiloten Andy Bisig, Lukas Rehmann, Markus Lenzin, Peter Senn und Gregor Zumsteg sie sofort ausprobieren. Auch zahlreiche weitere Interessierte waren vor Ort, darunter Mitglieder der Jagdgesellschaft Kaisten sowie viele Landwirte.

Die neueste Generation der Drohnen bringt zahlreiche Vorteile mit sich: eine deutlich längere Akkulaufzeit von rund 40 Minuten, eine grössere mögliche Flughöhe und damit eine grössere Suchfläche am Boden sowie eine pendelnde Wärmebildkamera mit sehr hoher Auflösung. Zudem passt das gesamte System in einen einzigen Koffer. «Wir können alles viel näher heranzoomen, ohne die Drohne bewegen zu müssen», erklärten die Piloten.

15 Franken pro Hektare
Eine solche Drohne hat ihren Preis: Pro Gerät belaufen sich die Kosten auf 6750 Franken. Für die Finanzierung einer der beiden Drohnen hat die Rehkitzrettung einen neuen Weg eingeschlagen. «Jeder Landwirt, der bei der Rehkitzrettung mitmacht, zahlt für die Fläche des gesamten Betriebs, 15 Franken pro Hektare.» Ein gutes Dutzend Kaister Landwirte unterstützt die Rehkitzrettung bereits. Mit den so eingezahlten 6760 Franken konnte eine der beiden Drohnen vollständig finanziert werden. Für die Finanzierung der zweiten Drohne hofft man auf Sponsoren und Gönner, auch aus der Bevölkerung.

Zudem, so Gerber, wolle man einen finanziellen «Stock» aufbauen, um längerfristige Rücklagen für die Rehkitzrettung Kaisten zu sichern. «Eine Garantie, dass wir mit dem Abfliegen der Felder alle Rehkitze retten können, gibt es nicht», betonte Hanspeter Gerber. Jedoch sei jedes aufgespürte und gesicherte Kitz den Einsatz aller an den Drohnenflügen Beteiligten mehr als wert und bestärke das Team darin, die Arbeit Jahr für Jahr mit derselben Entschlossenheit fortzuführen.


Raiffeisenbank «Rehkitzrettung Kaisten» – IBAN-Nr. CH84 8080 8001 2151 8782 0


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