Der Pokal bleibt im Fricktal
23.06.2026 WallbachErfolgreiche Schweizermeisterschaft der Pontoniere auf dem Rhein: Trotz Wetterkapriolen meisterten die Pontoniere am letzten Wochenende in Wallbach den anspruchsvollen Parcours mit zwei Stachelfahrten – die sechs Fricktaler Vereine lieferten dabei hervorragend ab.
Petra ...
Erfolgreiche Schweizermeisterschaft der Pontoniere auf dem Rhein: Trotz Wetterkapriolen meisterten die Pontoniere am letzten Wochenende in Wallbach den anspruchsvollen Parcours mit zwei Stachelfahrten – die sechs Fricktaler Vereine lieferten dabei hervorragend ab.
Petra Schumacher
Ausgerechnet für den Beginn der Schweizermeisterschaften am Freitag war ein schweres Gewitter am Abend angesagt. Kaum verwunderlich, wurden die Informationen der Wetter-Apps auf dem Wallbacher Festgelände intensiv diskutiert. Der Start der Wettkämpfe, der Punkt 19 Uhr mit einem Kanonenschuss begann, hätte dann kaum dramatischer inszeniert sein können. Schwere dunkle Wolken hingen über dem Rhein und oberhalb der Mumpfer Fluh zuckten die Blitze. Nach ein paar wenigen Regentropfen schien es jedoch vorbei zu sein.
Das älteste Fahrpaar
Direkt zu Beginn der Wettkämpfe meinte man, der erste Schweizermeister 2026 wäre schon gefunden. Die zahlreichen Zuschauer, vornehmlich Wallbacher und Mumpfer, feierten begeistert ein Boot. Mit der Startnummer eins war vom PFV Wallbach das älteste Fahrpaar der ganzen Meisterschaft «uf em Bach». René Ott mit Jahrgang 1946 stand als Steuermann mit seinem Vorderfahrer Roger Schmid, Jahrgang 1955, im Boot. «Noch einmal bei einer Schweizermeisterschaft dabei sein zu können und das auf eigenem Wasser, war unsere Motivation, noch einmal Ruder und Stachel in die Hand zu nehmen», so René Ott. Mit dieser Teilnahme wurde die Besonderheit des Pontoniersports deutlich – hier wird Generationsvielfalt gelebt.
Zwei Stachelfahrten
Einige Fahrer anderer Vereine, die erst am Samstag starteten, waren bereits am Freitag zum Zuschauen vor Ort. Manch einer hatte das Fernglas dabei, um die Posten auf der anderen Rheinseite zu studieren. Wie von Severin Guarda, Präsident vom PFV Wallbach vorhergesagt, sorgte die zweite Staffelfahrt nicht nur für Begeisterung. Manch leiser Fluch war schon vorab zu hören, zumal die zweite Strecke am Wallbacher Ufer voller Steinbrocken war. Von den Pontonieren wurde an diesem letzten Posten nochmals alles abverlangt. Und so war das «Zieh, zieh», der Anfeuerungsruf fürs Stacheln, an beiden Wettkampftagen weithin hörbar.
Es brauchte Biss
Cyrill Zumsteg, Fahrchef der Sissler Pontoniere, schwor seine Vereinskollegen mit einer mitreissenden Rede auf den Wettkampf ein. Die Sissler sollten die Motivation auch brauchen, denn gegen 20.30 Uhr drehte das Wetter. Sturmböen und schwere Regentropfen zogen auf und aus der «Zwei-Seenrundfahrt», wie einige Pontoniere den recht ruhigen Fluss noch kurz vorher genannt hatten, wurde ein Kampf gegen Wellen und Wind, und die Sissler und Laufenburger Pontoniere mussten sich recht durchbeissen.
Pontoniersport geht auch weiblich
Ursprünglich war der Pontoniersport eine reine Männersache. Erst um das Jahr 2000 kamen die Frauen zu diesem Sport. Inzwischen ist es längst selbstverständlich, dass die Frauen im Weidling, also den kleineren Schiffen, den Parcours absolvieren. «Die Frauen stehen den Männern an Einsatz, Kampfwillen und Leistungsbereitschaft in nichts nach. Wir schauen uns ihre Fahrten gern an», lautet das Urteil von zwei Mumpfer Kampfrichtern.
Kranzreiches Fricktal
Gleichzeitig mit der Schweizermeisterschaft fand das Rayonwettfahren der Rheinsektionen statt. Diesen Wettkampf gibt es nur alle drei Jahre. Die 16 am Rhein gelegenen Sektionen kämpfen dabei um den Rayon-Pokal. Die Mumpfer Pontoniere durften einen neuen stiften, da der Verein zuvor dreimal in Folge das Rayon-Wettfahren gewonnen hat und ihn nun behalten darf. Den neuen Pokal sicherte sich Schwaderloch und verwies die Mumpfer auf Platz zwei. Insgesamt können die Fricktaler Vereine mit zahlreichen Podestplätzen und Kränzen ein herausragendes Ergebnis vorweisen.






