Mehr Steuern für Familien: nein!
26.02.2026 LeserbriefeDie Individualbesteuerung ist ungerecht. Reiche Doppelverdiener-Ehepaare würden am stärksten profitieren. Dafür müssten viele Familien höhere Steuern zahlen. Dies finden auch prominente Linke ungerecht, wie der ehemalige Gewerkschaftsökonom Serge Gaillard.
Je nach Arbeitsteilung müssten Familien bis zu zehnmal mehr Steuern bezahlen. Betroffen sind zum Beispiel Familien, die ungleiche Einkommen haben, will sie eine Zeit lang die Kinder selbst betreuen. Verheiratete Paare müssten künftig zwei statt einer Steuererklärung ausfüllen. Sie müssten auch jedes Jahr Wohneigentum, Wertsachen usw. aufteilen. Die Besteuerung ist bürokratischer und teurer. Kantone und Gemeinden müssten ihr Steuersystem komplett umkrempeln. Prämienverbilligungen, Stipendien oder Vergünstigungen für familienergänzende Kinderbetreuung – alles müsste neu geregelt werden.
Die Lösung ist viel einfacher. Die meisten Kantone haben das Problem der Heiratsstrafe schon längstens unbürokratisch gelöst; mit Spezialtarifen und dem Splitting-Modell. Das könnte man auch bei der Bundessteuer so machen.
Darum Nein zur ungerechten und komplizierten Individualbesteuerung.
JOHANN PAUL WACHTER, KAISERAUGST
