Mehr Klimaschutz und weniger bauen
06.10.2026 Leserbriefe«Die Rolle als Regionalzentrum wird gestärkt». NFZ vom 25. September.
Der Planungsverband Fricktal Regio unterstützt den neuen Rheinfelder Nutzungsplan vorbehaltlos. Die Behörden und die Planer schauen aus der Vogelperspektive, sind ortsfremd und machen sich stark für weiteres überbordendes Wachstum. In Kaiseraugst sind Arbeitszonen und Industrieland fast baureif. Diese Projekte werden viele Arbeitsplätze schaffen und zusätzlichen Verkehr bringen. Die Auf- und Ausfahrt, die Spange als Verbindung nach Deutschland wird den Verkehr nicht aufnehmen können. Trotz den geplanten Verbesserungen wird mit dem möglichen Wachstum der Industrie in absehbarer Zeit oder für immer die Verkehrsbelastung bleiben. Es ist nicht nachvollziehbar, dass im Weiherfeld noch mehr Verkehr entsteht. Das ist keine nachhaltige Mobilität. Landschaftsqualität wird zerstört und das Stadtklima geschädigt. Für eine massvolle und gesunde Entwicklung ist das Bebauen des Weiherfeldes in eine Arbeits-, Industrie und Wohnzone absolut unnötig. Das bringt keinen Mehrwert. Diese 6000 m2 sind Eigentum der Ortsbürger. Die Eigentümer haben aber nichts zu sagen. Der Entscheid liegt alleine beim Gemeinderat, gemäss Gemeindegesetz ist nur die Exekutive dafür zuständig. Einen Antrag für eine Diskussion über die Auszonung dieser Parzelle 903 ist nicht möglich. Diese Parzelle ist für unser sommerliches Stadtklima als nicht bebaute Fläche aber ein sehr wichtiger Regulator und kühlt die Luft, die nachts und frühmorgens von Westen nach Osten weht. Mittels Baumreihen kann der kühlende Effekt verstärkt werden. Die Landwirtschaftliche Nutzung ist auf lange Zeit die wirtschaftlichste Form, das Land bleibt wertvoll, auch für zukünftige Generationen. Der Eigentümer ist auf diese Nutzung nicht angewiesen. Das Weiherfeld ist auch ein Wasserspeicher. Die Folgen des Klimawandels sind nicht vorhersehbar. Der Hitzesommer 2026 hat aber aufgezeigt, dass diese starke Erwärmung eine grosse Herausforderung ist. Es ist unabdingbar, dass wir in Rheinfelden selber verantwortlich sind und alles unternehmen müssen, um die heissen Tage, Monate abzumildern. Die Wohnqualität muss erhalten bleiben. Die Schweiz und der ganze Alpenraum haben bereits eine Erwärmung von 3 Grad zu verkraften. Diese Tatsachen können nicht nur mit technischen Massnahmen (Kühlung) abgemildert werden. Dazu kommt der Wassermangel, auch das wird unseren Lebensraum stark betreffen. Dieser Wandel lässt sich nicht mehr aufhalten, doch mit geeigneten Massnahmen können wir die Folgen abmildern. Rheinfelden gehört zu den wärmsten Gegenden der Schweiz. Die Sicherung von Kaltluftleitbahnen muss Priorität haben. Hitzesommer und Wassermangel werden das neue Normal.
Die Nutzungsplanung ist eine Auslegeordnung. Die Baugebiete werden definiert und die Nutzung wie Wohnen, Arbeiten, Industrie oder Freizeit festgelegt. Wir Bürgerinnen und Bürger bestimmen mit der Verabschiedung des neuen Bauzonenplans (BZP) über die zukünftige Entwicklung der Stadt Rheinfelden. Also mitmachen und sich einbringen. Der Wakkerpreis wurde uns zugesprochen wegen der vorbildlichen Planung, also machen wir das weiter mit der nötigen Sorgfalt. Wir stehen in der Verantwortung, nutzen wir diese.
RUEDI BERNER, RHEINFELDEN
