«Man kennt sich, begegnet sich und hält zusammen»
15.09.2026 WirtschaftRaiffeisenbank Wegenstettertal feierte ihr 100-Jahr-Jubiläum: Am vergangenen Wochenende verwandelte sich das Areal um die Mehrzweckhalle Wegenstetten in ein grosses Festgelände. Die Raiffeisenbank Wegenstettertal feierte dort am Freitagabend ein grosses Jubiläumsfest mit ...
Raiffeisenbank Wegenstettertal feierte ihr 100-Jahr-Jubiläum: Am vergangenen Wochenende verwandelte sich das Areal um die Mehrzweckhalle Wegenstetten in ein grosses Festgelände. Die Raiffeisenbank Wegenstettertal feierte dort am Freitagabend ein grosses Jubiläumsfest mit Open-Air-Konzerten für die ganze Bevölkerung. Am Sonntag fand im Zelt ein Brunch für die Genossenschafterinnen und Genossenschafter statt.
Janine Tschopp
Vor hundert Jahren gründeten 44 Männer aus dem Selbsthilfegedanken heraus im Restaurant Taube die Darlehenskasse Zeiningen. Dank der neuen Bank waren viele arme Bauern in der Lage, sich einen neuen Mäher oder eine Kuh zu kaufen. In den folgenden Jahren wurden auch Darlehenskassen in Wegenstetten, Zuzgen und in Hellikon gegründet. Am 19. März 2005 entstand aus dem Zusammenschluss der Raiffeisenbank Zeiningen-Zuzgen mit der Geschäftsstelle Hellikon und der Raiffeisenbank Wegenstetten die Raiffeisenbank Wegenstettertal.
Das grosse Jubiläumsjahr
Dieses Jahr stand also für die Raiffeisenbank Wegenstettertal ganz im Zeichen ihres 100-Jahr-Jubiläums. So wurde am Freitagabend auf dem Areal der Mehrzweckhalle ein grosses Open-Air durchgeführt. Marc Sway, Francine Jordi, Deaf’n’Dumb, die Alpenraudis und Soundkultur unterhielten das Publikum bestens. Am Sonntag fand zudem ein Brunch für die Genossenschafterinnen und Genossenschafter statt.
Bei seiner Rede anlässlich des Brunchs betonte Jascha Schneider-Marfels, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Wegenstettertal: «Unsere vier Dörfer haben ihre Eigenständigkeit bewahrt. Jedes hat seinen eigenen Charakter und seine Eigenheiten. Und das darf auch so bleiben. Gleichzeitig fühlen sich Menschen als Teil einer gemeinsamen Heimat. Man kennt sich, man begegnet sich, und wenn es darauf ankommt, hält man zusammen.» Und weiter: «Ich bin überzeugt, dass genossenschaftliche Modelle in der Welt, in die wir hineinsteuern, wieder an Bedeutung gewinnen werden.»
Die Wurzeln nie vergessen
Markus Haefliger, Vorsitzender der Bankleitung, blickte bei seiner Ansprache kurz in die Vergangenheit: «1926 gründeten 44 Männer in Zeiningen die Raiffeisenkasse. Kein Internet, kein E-Banking, kein Twint. Aber eines hatten sie bereits: Vertrauen und den Glauben daran, dass man gemeinsam mehr erreichen kann. Und genau diese Idee hat 100 Jahre überlebt.» Auch in den nächsten 100 Jahren wolle man eine Bank sein, die modern ist, die mit der Zeit geht, aber ihre Wurzeln nie vergisst, führte Markus Haefliger weiter aus.
Auch die vier Ammänner der Talgemeinden, Andreas Geiss (Zeiningen), Philipp Hasler (Zuzgen), Andreas Hasler (Hellikon) und Felix Wendelspiess (Wegenstetten), sprachen am Sonntagnachmittag zu den Mitgliedern. Andreas Geiss ging auf die Geschichte der Bank ein und meinte unter anderem: «Eine gute Bankverbindung ist eben auch eine Verbindung zwischen Menschen.» Andreas Hasler ging ebenfalls auf die Gründung vor 100 Jahren ein und erklärte, dass das Wachstum der letzten Jahrzehnte ein klares Zeichen vom Vertrauen der Bevölkerung sei. «Ich bin froh und stolz, dass die Raiffeisenbank noch immer im Tal vertreten ist.»
«Ich hoffe, ihr bleibt eine ‹Häuslebauerbank›»
Philipp Hasler hielt seine Rede in Versform und erklärte, dass sein Leben damals einen ganz anderen Lauf genommen hätte, wenn er den Kredit für das Eigenheim nicht erhalten hätte. «Ich hoffe, ihr bleibt eine ‹Häuslebauerbank›», richtete Philipp Hasler das Wort an die Verantwortlichen. Auch Felix Wendelspiess bat die Raiffeisenbank Wegenstettertal, weiterhin eine «Häuslebauerbank» zu bleiben und nicht nur Beraterbank zu sein. «Treffen Sie auch mutige Entscheidungen und werdet nicht zur Angstbank, sondern behaltet das Gespür für die täglichen Anliegen», führte Felix Wendelspiess aus.
Entwicklung und Wachstum sollen weitergehen
Im Gespräch mit der NFZ zeigte sich Markus Haefliger am Sonntagnachmittag zufrieden. «Schade war, dass die Temperaturen am Freitagabend eingebrochen sind. Das hat einen grösseren Ansturm verhindert.» Rund 2000 Besuchende waren am Open-Air, die Kapazität des Areals hätte für weitaus mehr Zuschauerinnen und Zuschauer gereicht. Am Brunch am Sonntag wurde die Kapazität im Zelt ausgeschöpft und rund 1000 Mitglieder waren anwesend. «Schön ist, dass heute auch viele Familien mit Kindern da sind. Kinder sind unsere Zukunft», betonte Markus Haef liger. Was wünscht er sich für die Zukunft der Bank? «Ich wünsche mir, dass es mit dem Wachstum und der Entwicklung der Bank so weitergeht wie in den letzten Jahren.»


