Die Abschaltung der öffentlichen Beleuchtung in der Nacht vom 19. September ermöglicht der Bevölkerung einerseits einen klaren Blick auf den Nachthimmel und bildet andererseits den Startschuss zu einer einjährigen Kampagne, bei welcher die Werte der Nacht ins Zentrum gerückt werden.
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Die Abschaltung der öffentlichen Beleuchtung in der Nacht vom 19. September ermöglicht der Bevölkerung einerseits einen klaren Blick auf den Nachthimmel und bildet andererseits den Startschuss zu einer einjährigen Kampagne, bei welcher die Werte der Nacht ins Zentrum gerückt werden.
Vreni Weber
«Bei der Kampagne geht es um die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Nachtdunkelheit und den Erhalt der dunklen Lebensräume im Park», erklärte Christine Neff, Co-Geschäftsleiterin des Juraparks Aargau. Nur bei richtiger Dunkelheit kommen Mensch, Tier und Natur zur Ruhe und können neue Kraft schöpfen. Dunkelheit ist für zahlreiche Tiere – Fledermäuse, Igel, Insekten, Schnecken – Teil ihres Lebensraums. Das künstliche Licht stört sie bei der Nahrungssuche, der Orientierung oder der Fortpflanzung. Bei den Menschen beeinträchtigt zu viel Licht am Abend die Schlafqualität. Die Kampagne «Licht aus – Leben an!», mit Start am Samstag, 19. September, soll den Wert und die Wichtigkeit möglichst ungetrübter Nachtdunkelheit für Menschen, Flora und Fauna aufzeigen.
Die Dunkelheit als Thema bei Umwelt und Naturschutz
«Wird über Umwelt und Naturschutz gesprochen, stehen Themen wie gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und Biodiversität im Fokus. Ein wesentlicher Faktor, die nächtliche Dunkelheit oder das Fehlen von Licht, fehlt aber oft», führte Regierungsrat Dieter Egli aus. Umso mehr begrüsst er die Vorreiterrolle des Juraparks, denn dieser bringe mit der Kampagne das Thema «Reduzierung der Lichtverschmutzung» direkt zu den Menschen. Er hoffe, so Egli, dass die Aktion Erfolge weit über die Jurapark-Grenzen erziele und zu einem verantwortungsvollen Umgang mit künstlichem Licht führe. Auch will der Kanton die Beleuchtung im öffentlichen Raum gezielt steuern.
Daher verlangt er von Gemeinden bei der Vergabe von Beiträgen, den Einsatz von energieeffizienten LED-Leuchtmitteln und angepasste Abschaltungen. Der bewusste Umgang mit Licht schont einerseits die Umwelt und spart andererseits Energie.
Nur so viel Licht wie nötig
«Nur so viel Licht wie nötig und so wenig wie möglich», laute der Grundsatz des Kantons bei der Prüfung von Beleuchtungsanlagen in Bewilligungsverfahren ausserhalb der Bauzone und bei kantonalen Gebäuden, führte Ulla Philipps, Projektleiterin Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons Aargau, aus. Die sanften Hügelzüge im Jurapark schirmen die Lichtimmissionen der Agglomerationen von Basel und Zürich weitgehend ab und die eher kleinen Gemeinden im Parkgebiet verursachen relativ wenig Lichtverschmutzung. Diesem Schatz wolle der Kanton Rechnung tragen. Einen Beitrag dazu leiste die kantonsinterne, interdisziplinäre Arbeitsgruppe «Beleuchtung», in welcher sich die Beteiligten über neuste Erkenntnisse und Projekte austauschen.
Wie die Gemeinde Wittnau das Thema «nur so viel Licht wie nötig» im Rahmen der Kantonsstrassensanierung umgesetzt hat, zeigte Gemeinderätin Martina Roth bei einem Nachtspaziergang auf. Die neuen Lampen leuchten gezielter, bei einer geringeren Lichttemperatur. Zudem werden sie von halb eins bis morgens um fünf Uhr völlig ausgeschaltet. Das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung habe darunter nicht gelitten, betonte Roth.
Start mit «Nacht der Sterne»
In vielen Gemeinden wird die «Nacht der Sterne» am 19. September von einem attraktiven Rahmenprogramm begleitet: von einer bewussten Nachtwanderung, einem Essen im Dunkeln, einer Märchenstunde, einem Konzert im Dunkeln oder einer astronomischen Führung – alles hat Platz und bietet Gelegenheit, die Dunkelheit bewusst zu erleben.
Ziel des Jurapark Aargau bleibt es, nebst Gemeinden und Gewerbe auch Private für eine umweltfreundlichere Beleuchtung zu sensibilisieren. Die Kernbotschaft der Aktion «Licht aus, Leben an!» ist: Nachtdunkelheit ist kein Mangel an Licht, sondern eine wertvolle Ressource, die wir nur gemeinsam schützen können.