Wenn mich im Ausland jemand fragt, was mir an der Schweiz am besten gefalle, ist die Antwort klar – die Menschen verschiedener Kulturen leben in gutem Einvernehmen zusammen und teilen die politische Macht. Das geht aber nur, weil die sprachlichen Minderheiten respektiert werden. Ohne ...
Wenn mich im Ausland jemand fragt, was mir an der Schweiz am besten gefalle, ist die Antwort klar – die Menschen verschiedener Kulturen leben in gutem Einvernehmen zusammen und teilen die politische Macht. Das geht aber nur, weil die sprachlichen Minderheiten respektiert werden. Ohne überheblich zu sein, darf man über diesen Aspekt als Schweizer erfreut, ja ein bisschen stolz, sein. Dies vor allem auch dann, wenn man Kontakte zu Regionen sprachlicher Minderheiten pflegt und dort ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl mit der «übrigen Schweiz» wahrnehmbar ist.
Es steht nicht in der Bundesverfassung, aber ist seit langem gelebte Usanz, dass im Bundesrat als Exekutive unseres Landes stets zwei Mitglieder der Romandie, sowie ab und zu auch ein Mitglied der italienischsprachigen Schweiz, vertreten sind. Im Sinne eines friedlichen und harmonischen Mit- und Nebeneinanders ist dies von enormer Wichtigkeit, selbst wenn manchmal in Sachfragen auch unterschiedliche Auffassungen bestehen, was zu respektieren ist. Genau um solche Momente werden wir Schweizer im Ausland ja benieden. Sie dienen einer gesunden Balance, die für unser Land ein tragendes Element ist.
Bei der anstehenden Bundesratswahl ist es unbestritten, dass der SVP wieder ein Mandat gehört. Aus meiner Sicht gilt das auch für den französischsprachigen Landesteil. Was hingegen weiter wünschbar ist, ist eine Verbesserung der Frauenvertretung, wie auch der jüngeren Generation, welche bei wichtigen Zukunftsfragen unbedingt auch «im Boot sein» muss. Bei der Behandlung zukunftsträchtiger Themen dürfen weder die Frauen noch die Jungen ausgegrenzt werden.
Aus diesen Überlegungen erscheint mir die Favorisierung von Céline Amaudruz als absolut gerechtfertigt. Mit ihrer Wahl könnten wichtige Elemente, welche die Wahrung der so wichtigen kulturellen Vielfalt stärken, erneuert werden. Es ist unverständlich, dass parteipolitische Überlegungen gewisser «Strategen» die Wahl dieser seit Jahren politisch erfahrenen Dame mit unfairen Ränkespielen verhindern wollen. Wir brauchen auch künftig ein Mit- und nicht ein Gegeneinander in unserem Land.
STEFAN TREIER, WOHLEN; FRÜHER EFFINGEN