Klassenorganisation wirft Fragen auf
24.09.2026 WittnauDass die Diskussion der Klassenorganisation der Schule Wittnau die Bevölkerung beschäftigt, zeigte der grosse Aufmarsch an der Informationsveranstaltung vom Donnerstagabend.
Vreni Weber
An der Gemeindeversammlung vom letzten November reichten Eltern den Antrag ein, den Wechsel ...
Dass die Diskussion der Klassenorganisation der Schule Wittnau die Bevölkerung beschäftigt, zeigte der grosse Aufmarsch an der Informationsveranstaltung vom Donnerstagabend.
Vreni Weber
An der Gemeindeversammlung vom letzten November reichten Eltern den Antrag ein, den Wechsel vom dreiklassigen zu einem zweiklassigen Unterricht, sinnvoll und innerhalb der verfügbaren Ressourcen, zu prüfen. Derzeit werden in Wittnau vier Klassen geführt. Die 1. bis 3. Klasse und die 4. bis 6. Klasse werden jeweils jahrgangsübergreifend und integrativ unterrichtet. Schulleiterin Sybille Märki, welche ihre Arbeit gemäss kantonalen Vorgaben und Richtlinien ausführt, zeigte anhand der Stundentafel die Aufteilung von Pf licht- und Halbklassenlektionen und der Förderangebote wie Logopädie, Deutsch als Zweitsprache, Heilpädagogik und Begabtenförderung auf. Schulleitung und Lehrerkollegium setzten sich mit der Frage auseinander, ob die Schule mit den verfügbaren Ressourcen sinnvoll und zuverlässig zweiklassig organisiert werden kann.
Nach eingehender Diskussion, Prüfung und Beurteilung von verschiedenen Modellen, wie der Parallelführung, der Jahrgangsführung oder dem Zusammenlegen von Klassen empfiehlt die Schulleitung aufgrund fehlender Ressourcen – was zu Abstrichen und Qualitätsverlust führt – am bisherigen dreiklassigen Unterricht festzuhalten.
Nicht in der Zuständigkeit der Gemeindeversammlung
Gestützt auf die Empfehlung der Schulleitung will auch der Gemeinderat am bisherigen System festhalten, mit dem Ziel, die Schule mittel- und langfristig verlässlich zu führen, um die pädagogische und organisatorische Kontinuität zu wahren. Da die Schulorganisation gemäss Gemeindegesetz Paragraf 20 nicht in die Zuständigkeit der Gemeindeversammlung fällt, hätte an der letzten Gemeindeversammlung der Überweisungsantrag, die Prüfung des Wechsels vom dreiklassigen zu einem zweiklassigen Unterricht, nicht entgegengenommen werden dürfen.
An der kommenden Gemeindeversammlung werde der Gemeinderat über den Verfahrensfehler informieren und aufzeigen, dass gemäss Gemeindegesetz nur der Gemeinderat als strategische Führung über den Antrag entscheiden kann. Die von der Bevölkerung eingebrachten Inputs werden in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung diskutiert.
Es braucht eine Lösung und nicht nur ein «es geht nicht»
Auch wenn die Anwesenden sich etwas vor den Kopf gestossen fühlten, verlief die anschliessende Diskussion respektvoll. Die Aussage von Frau Gemeindeammann Denise Schmid, dass nicht in erster Linie das System, sondern einzelne Aspekte Anlass zur Diskussion geben, unterstrich Schulleitern Märki. Sie führte aus, dass die Lehrpersonen von der Fachhochschule begleitet werden. Da die jungen Lehrpersonen erst knapp sieben Wochen zusammenarbeiten, bat sie um etwas Zeit und Geduld.
Eine Votantin wies darauf hin, dass für sie im Bildungsbereich die Mittel nicht fair aufgeteilt sind und sie vom Kanton für die Schule Wittnau mehr Ressourcen erwartet. Schulen mit einem Klassendurchschnitt von 15 Kindern stehen gegenüber einem Klassendurchschnitt von 24 Kindern. Roland Bolt, vom BKS zeigte die Berechnung der Ressourcierung auf mit dem Fazit, dass die Standartkomponente für alle Schulen gleich sei und die operative Umsetzung an der Schulleitung liege. Für Bolt führt die dreiklassige Führung zu mehr pädagogischen Gestaltungsraum.
Auch wenn das Anliegen der Eltern, mehr Mittel für ihre Schule, nicht gelöst werden konnte, zeigte der Austausch, dass im Schulbereich viel Diskussions- und Handlungsbedarf ausgemacht werden kann. Frau Gemeindeammann Denise Schmid dankte allen Anwesenden für das engagierte Mitarbeiten. Sie wies daraufhin, dass an der Gemeindeversammlung neben allen andern traktandierten Geschäften für eine solch ausführliche Diskussion kaum Platz ist.

