Kirchgemeinden Kaisten und Ittenthal wollen fusionieren
15.05.2026 KaistenSchon länger arbeiten die beiden Kirchgemeinden gut zusammen. Nun sollen mit der Fusion die Kräfte gebündelt und die Zukunft proaktiv angegangen werden. Informationsanlässe sind bereits geplant. Die Urnenabstimmung ist für den 27. September 2026 geplant.
In Kaisten wird zudem am ...
Schon länger arbeiten die beiden Kirchgemeinden gut zusammen. Nun sollen mit der Fusion die Kräfte gebündelt und die Zukunft proaktiv angegangen werden. Informationsanlässe sind bereits geplant. Die Urnenabstimmung ist für den 27. September 2026 geplant.
In Kaisten wird zudem am 8. Juni an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung über den 1,2 Millionen Franken teuren Umbau des Pfarrhauses abgestimmt.
Susanne Hörth
Politisch gehen Kaisten und Ittenthal seit 2010 als vereinte Gemeinde einen gemeinsamen Weg. Bereits vor diesem Zusammenschluss prüften auch die beiden römisch-katholischen Kirchgemeinden und Pfarreien eine Fusion. Damals entschieden sie sich jedoch, eigenständig zu bleiben.
Neue Überlegungen sowie personelle Veränderungen haben die beiden Kirchenpf legen nun bewogen, eine Fusion per 1. Januar 2027 anzustreben. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Ruedi Näf nach 28 Jahren als Präsident der römisch-katholischen Kirchgemeinde Ittenthal nicht mehr zur Wiederwahl antritt. Wie schwierig es ist, Personen für die Kirchenpflege zu finden, zeigte sich zuletzt auch in Kaisten. Dort steht seit vier Jahren Esther Merkofer der Kirchenpflege vor; seit 2015 gehört sie dem Gremium an. Sie betont: «Den beiden Kirchgemeinden geht es finanziell noch gut. Doch die Rekrutierung von Behördenmitgliedern im kirchlichen Bereich wird zunehmend schwieriger.»
Auch die Suche nach Seelsorgenden oder gar geweihten Priestern gestaltet sich seit Jahren herausfordernd – eine Erfahrung, die der Pastoralraum Regio Laufenburg, dem auch Kaisten und Ittenthal angehören, mehrfach gemacht hat.
Vor all diesen Hintergründen erscheint den beiden Kirchenpflegen der gemeinsame Weg ab kommendem Jahr als richtiger Schritt für die Zukunft. Esther Merkofer formuliert es so: «Klug ist, wer vermeidet, unter Druck von Sachzwängen handeln zu müssen, und stattdessen weitsichtig die richtigen Massnahmen einleitet.» Sie und Ruedi Näf betonen, dass die Zusammenarbeit zwischen Kaisten und Ittenthal seit Jahren gut funktioniere. Sämtliche administrativen und seelsorgerischen Aufgaben von Ittenthal werden seit Jahren durch das Sekretariat in Kaisten wahrgenommen. Zurzeit zählt die Kirchgemeinde Kaisten 960 Mitglieder, jene von Ittenthal 79.
Info und ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung
Die Ittenthaler Kirchgemeindemitglieder werden am 11. Juni, um 19 Uhr, im Pfarreisaal in Ittenthal detailliert über den geplanten Zusammenschluss informiert. In Kaisten findet eine entsprechende Orientierung bereits am 8. Juni statt – im Rahmen einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung. Anlass dafür ist der seit zwei Jahren geplante Umbau des Pfarreihauses. Bei unveränderter Aussenansicht soll es für 1,24 Millionen Franken in ein Zweifamilienhaus umgebaut werden: eine 3½ Zimmer Wohnung im Erdgeschoss sowie eine 5½ Zimmer Wohnung über Ober- und Dachgeschoss.
Über den Zusammenschluss der beiden Kirchgemeinden wird im September an der Urne abgestimmt. Bei einem Ja beider Gemeinden würden noch in diesem Jahr Neuwahlen für die fusionierte Kirchenpflege stattfinden.
Mit der Zusammenlegung der Pfarreien Kaisten und Ittenthal verändert sich an der Seelsorge und den pastoralen Aufgaben grundsätzlich nichts. Was sich in der Praxis seit Jahren bewährt, wird per 1. Januar 2027 strukturell durch den Bischof und die beiden Pfarreien zusammengeführt. Als grossen Vorteil sehen Esther Merkofer und Ruedi Näf, dass durch den Zusammenschluss Synergien entstehen, Kräfte gebündelt und finanzielle Lasten gemeinsam getragen werden können. «Zudem können wir vorausschauend agieren und etwas für die Zukunft tun.»


