Kaister Rückspiegel 2025 ist erschienen
26.03.2026 Kaisten«Z Chaischte und zäntume» und ein besonderes Jubiläum
Seit Freitag ist der Kaister Rückspiegel 2025 im Verkauf. In Schwerpunktthemen widmet sich die Jahreschronik unter anderem der Kaister Mundart sowie dem 150-Jahre-Jubiläum der Feldschützengesellschaft.
Jörg Wägli
«Viele Kaisterinnen und Kaister, aber wohl auch ein paar ‹Heimweh-Kaister›, haben sehnlichst die neueste Ausgabe erwartet», schreibt Gemeindeammann Oliver Brem «zum Einstieg» in die 47. Ausgabe des Kaister Rückspiegels – und freut sich, dass sich auch in Zeiten von Algorithmen, ChatGPT und DeepSeek noch Personen finden, die sich für diese Art von Rückblick Zeit nehmen. Nachdem sich in den vergangenen Monaten das Redaktionsteam mit der 47. Ausgabe der Jahreschronik intensiv befasst hat, sind nun die Lesenden an der Reihe. Sie können mit dem druckfrisch von der Mobus AG in Stein ausgelieferten neuesten Exemplar des «Kaister Rückspiegels» das vergangene Jahr mit all seinen Facetten nochmals aufleben lassen.
Verkaufstart durch die Fünftund Sechstklässler, welche sich so einen Zustupf in die Klassenkasse verdienen, war am Freitag traditionell beim Entsorgungsplatz «Boll» und am Samstag nochmals im «Boll» sowie vor dem Volg. Seit Montag läuft für eine Woche der Haustürverkauf durch die Schüler, bevor die Chronik dann in den Kaister und Ittenthaler Läden sowie bei der Gemeindeverwaltung erhältlich ist.
Vielfältige Mundart
Wer kennt die Mundart-Ausdrücke wie «Ägeschte», «Dorleps» oder «Trotschle» noch? Unter dem Titel «Z Chaischte und zäntume» widmet sich der «Rückspiegel 2025» der vielfältigen Mundart und ihrer Veränderung. «Die Sprache prägt unser Leben und ist vor allem auf Dorfebene ein wesentliches Kommunikationsmittel», hält das Redaktionsteam im Vorwort fest. In einem Schwerpunktthema wird Einblick in regionale und dörfliche Eigenheiten der Sprache gewährt, welche teilweise bereits in der benachbarten Gemeinde eine andere sein kann, und nennt unter anderem auch eine Vielzahl von «gschpässige Wörtern». So etwa die eingangs erwähnten Begriffe, welche heissen: Elster («Ägeschte»), Futterrüben («Dorleps») sowie «dicht ineinander hängende Früchte» («Trotschle»).
Wenn selbst viele von uns einzelne Mundartwörter nicht mehr kennen, wie haben sich fremdsprachige Menschen aus anderen Ländern, die bei uns heimisch werden wollten, mit unserer Sprache zurecht gefunden? In der Rubrik «In Kaisten daheim» hat sich die Rückspiegelredaktion auf die Suche gemacht und ist dabei einer beeindruckenden sprachlichen Vielfalt im Dorf begegnet. In fünf Porträts lernen die Lesenden Menschen kennen, die die sprachlichen Hürden auf ganz unterschiedliche Weise gemeistert haben.
In der Rubrik «Kaisterinnen in aller Welt» kommt eine Person zu Wort, die ehemals ebenfalls als Fremdsprachige nach Kaisten kam, hier heimisch wurde und vor wenigen Jahren weiterzog – in die Ukraine, unmittelbar nach Kriegsausbruch. Caro Kleissen gewährt Einblick in den alles andere als einfachen Start in der Ukraine und das Leben in einem Land, welche sich seit bald vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg wehrt und aus dem rund 70 000 Menschen in die Schweiz geflüchtet sind, um sich in Sicherheit zu bringen.
150 Jahre Schiesssport
Das Jahr 2025 war für die Kaister Feldschützen ein ganz aussergewöhnliches Jahr. Sie feierten das 150-Jahre-Jubiläum ihres Schiesssportvereins. Dieses fand nicht einfach an einem Wochenende statt, sondern es zog sich wie ein roter Faden durch das ganze Jahr. Entsprechend zeigt bereits das Titelbild der aktuellen «Rückspiegel»-Ausgabe einen Bilderboden der Jubiläumsaktivitäten, und der aussergewöhnliche Geburtstag wird mit einem separaten Bildbericht gewürdigt.
Wasser – das unverzichtbare Gut
In einem weiteren Schwerpunktthema widmet sich der «Rückspiegel» der Trinkwasserversorgung. Heute eine Selbstverständlichkeit, wagte man bis vor 130 Jahren erst von einem solchen Luxus zu träumen.
Ebenfalls mit Wasser zu tun hat die Sage, die den Lesenden in der aktuellen Ausgabe serviert wird: «Das Seelein im Schinberg», wiederum illustriert durch die Kaister Künstlerin Susanne Hörth, von der übrigens auch die passenden Illustrationen der Mundartbegriffe stammen. Anlass zu dieser Sage aus dem Dorfteil Ittenthal dürften die durch Wasser ausgelösten Bergrutsche am Schinberg gegeben haben.
Und selbstverständlich dürfen in der Chronik 2025 auch die vielen grösseren und kleinen Ereignisse nicht fehlen, welche das dörf liche Zusammenleben mitbestimmten. Erwähnt seien etwa die Begrüssung der 3000. Einwohnerin, die fünf Abstimmungen und Wahlen, bei denen die Zusammensetzung der Gemeindebehörde ebenso mitbestimmt wie etwa die flächendeckende Einführung von Tempo 30 abgelehnt wurde, oder die 1.-August-Feier mit Regierungsrat Markus Dieth, dessen gehaltvolle Worte nicht nur Gehör fanden, sondern auch grossen Applaus ernteten.
Komplettiert wird der «Rückspiegel 2025» traditionell durch die Rubriken «Personalien», «Unsere Brautpaare», «Unsere Verstorbenen» sowie «Der Blick zurück», in welchem die Lesenden in die Zeiten vor 20, 30, 40, 50, 75, 100 und gar 150 und 175 Jahren entführt werden und in denen sie unter anderem erfahren, was ehemals der Eintritt in die Badanstalt in Kaisten kostete und welche wunderlichen Sachen man im Hotel Bahnhof in Laufenburg verkaufen konnte. Alles in allem wiederum ein Werk, das Einblick in ein Dorf gewährt, von dem der Gemeindeammann Oliver Brem schreibt, das es ihn stolz mache, hier daheim zu sein. Ganz nach dem Motto «Kaisten – unser Dorf».

