Ein Fest, das in die Dorfgeschichte eingehen wird
04.08.2026 DensbürenDensbüren feierte «drei in eins»: 600 Jahre, Nationalfeiertag und Kulturerbe-Tag
Unglaublich, was die Menschen von Densbüren und Asp zustande gebracht haben. Dank gewaltiger gemeinsamer Anstrengungen und in Zusammen- und Mitarbeit mit der Abteilung Kultur des Kantons Aargau wurde am ...
Densbüren feierte «drei in eins»: 600 Jahre, Nationalfeiertag und Kulturerbe-Tag
Unglaublich, was die Menschen von Densbüren und Asp zustande gebracht haben. Dank gewaltiger gemeinsamer Anstrengungen und in Zusammen- und Mitarbeit mit der Abteilung Kultur des Kantons Aargau wurde am 1. August ein Fest möglich, das unvergessen bleiben wird.
Vreni Weber
Die breitgefächerte Palette, die Vielfalt und das Zusammenspiel der einzelnen Aktivitäten dieses einmaligen Tages im Detail zu beschreiben, ist kaum möglich. Dem OK und den vielen Helferinnen und Helfern ist es gelungen, ein Fest von bleibender Erinnerung für alle Besucherinnen und Besucher zu schaffen, egal welchen Alters und welcher Herkunft.
Nie richtig in eine Schublade gepasst
Auch wenn mannigfache Aktivitäten angeboten wurden, stand ohne Zweifel die Festrede von Regierungsrat Dieter Egli im Zentrum des Programms. Er, der von Gemeindeammann Robert Wernli zu den Klängen der Musikgesellschaft begrüsst wurde, freute sich, Teil des «Drei in einem-Festes» zu sein: «Ihr feiert heute nicht nur den Nationalfeiertag, ihr feiert vor allem Densbüren. Densbüren ist viel wichtiger als die Schweiz. So wie jede Gemeinde wichtiger ist als die Schweiz. Denn die Schweiz gibt es eigentlich gar nicht. Die Schweiz ist zusammengewürfelt aus verschiedenen Nationen. Sie ist ein Zusammenschluss von 26 eigenständigen Kantonen und von etwa 2100 grossen und kleinen Gemeinden.» Er merkte an, dass sich Densbüren nie nur «mit etwas» zufriedengegeben habe. Seit jeher waren die Dörfer Densbüren und Asp zwei Dörfer mit je eigenem Charakter, zwar im Fricktal eingebettet, aber zum Bezirk Aarau gehörend. Als reformiertes Dorf im katholischen Fricktal, ausgerichtet nach Norden und Süden, habe das Dorf nie ganz in eine Schublade gepasst.
Egli sinnierte darüber nach, ob dafür Densbürens Lage, am Passübergang Staffelegg, verantwortlich sei. Ein Passübergang ermöglicht einerseits den Blick in die Weite, bringt andererseits aber auch viel Verkehr mit sich. Während Densbüren gelernt habe, mit beiden Seiten der Medaille zu leben, nehme die Mentalität, «den Fünfer und das Weggli» haben zu wollen, deutlich zu.
Um gemeinsam tragbare Lösungen zu finden, brauche es eine Diskussions- und Streitkultur, wie sie in Vereinen gepflegt werde, so Egli weiter. Denn dort wird Gemeinschaft gelernt und gelebt. Egli gratulierte dem Dorf zur grossen Leistung, zum einmaligen Fest unter Mitwirkung der Schützengesellschaft, des Samaritervereins, der Musikgesellschaft, des Gemeinderates und über 100 Helferinnen und Helfer. Er war überzeugt, dass die gemeinsame Leistung, für viele der Teilnehmenden Heimat bedeutet und freute sich, diese Heimat, ihre Geschichte, ihre Kultur, ihre Tradition und vor allem die Zukunft mit ihnen gemeinsam zu feiern.
Bewusstsein für die gemeinsame Vergangenheit geweckt
Parallel zur Bundesfeier organisierte die Abteilung Kultur des Kantons Aargau den Kulturerbe-Tag unter dem Motto «Pass» in Densbüren. Ihr Ziel war es, der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, ihr kulturelles Erbe in ihrem direkten, persönlichen Umfeld kennenzulernen und daran teilzuhaben. Bibliothek und Archiv Aargau, Kantonale Denkmalpf lege, Museum Aargau und Kantonsarchäologie Aargau vermittelten auf spielerische Art und Weise interessante geschichtliche Hintergründe. Passend dazu weckte der geschichtliche Rückblick des Ueker Historikers Linus Hüsser das Bewusstsein für die gemeinsame Vergangenheit und ebnete damit den Blick für die Zukunft.
Die dörfliche Gemeinschaft aktiv mitgestalten
Der Wille der Menschen, die dörfliche Gemeinschaft aktiv mitzugestalten, konnte während des ganzen Festes beobachtet werden. Führungen rund um die alte Säge – welcher wegen des Wassermangels mit etwas Strom ausgeholfen werden musste – durch die Räumlichkeiten des Brau- und Rauchshops – wo unzählige Hopfen- und Malzsorten lagern
und Bier in verschiedensten Geschmacksrichtungen angeboten wurde – durch die Ausstellung «Magnetika» im Hightech-Zentrum – eine Reise von der Gewinnung des Magnetismus aus Eisenerz bis hin zur Anwendung in den neusten und effizientesten Hightech-Elektromotoren der heutigen Zeit – oder ein Zwischenhalt mit stiller Einkehr in der Kirche mit wunderbaren Orgelklängen – all das zeigte die Vielseitigkeit des Dorfes auf.
Im Festgelände im Büelhalde war das Festzelt vom morgen früh bis in die späten Abendstunden gut besucht. Mit Kinderschminken, Mohrenkopfschleuder, selbst zu drehender Zuckerwatte, Nageln, «Hau den Lukas», Planschen, war auch an das junge Publikum gedacht. Ob im Shuttlebus zu den «Aussenposten» oder beim Flanieren durchs Festgelände überall kam es zu interessanten Begegnungen und zu guten Gesprächen mit Einheimischen und Auswärtigen.









