Neuer Lebensraum entsteht im Hardwald in Kaisten
Im ehemaligen Pflanzgarten Hardwald in Kaisten wurde eine kantonseigene Waldfläche ökologisch aufgewertet – mit besonderem Fokus auf seltene Amphibien.
Susanne Hörth
6080 Quadratmeter gross ist die Fläche, auf der das ...
Neuer Lebensraum entsteht im Hardwald in Kaisten
Im ehemaligen Pflanzgarten Hardwald in Kaisten wurde eine kantonseigene Waldfläche ökologisch aufgewertet – mit besonderem Fokus auf seltene Amphibien.
Susanne Hörth
6080 Quadratmeter gross ist die Fläche, auf der das Team des Forstbetriebs Jura-Rhein in den vergangenen Monaten im Auftrag des Kantons Aargau umfassende Aufwertungsmassnahmen umgesetzt hat. Viel hat sich dabei verändert. Der Pflanzgarten war vor mehr als 70 Jahren für die Vermehrung und Aufzucht von forstlichem Pflanzgut angelegt worden. Eine Bewirtschaftung fand schon länger nicht mehr statt; nur vereinzelt wurde das Areal noch für die Gewinnung von Christbäumen genutzt. «Die Nutzung als Christbaumplantage ist weder zonenkonform noch wirtschaftlich tragbar», heisst es zur Ausgangslage. Auch die veraltete Infrastruktur sowie die bisherige Bestockung entsprachen nicht mehr den Anforderungen an eine naturnahe und zukunftsgerichtete Waldbewirtschaftung. Im Zuge der ökologischen Aufwertung verschwand deshalb ein Grossteil der Gehölze, darunter auch die Christbäume. Entfernt wurde ebenso die alte, einsturzgefährdete Forsthütte – vielen Kaisterinnen und Kaistern besser bekannt als «Häxehüsli». Auch die betonierten Pflanztröge sowie das alte Zufahrtstor wurden abgebaut.
Ein Gebiet mit viel Potenzial
Laut Projektbeschrieb weist das Gebiet aufgrund seiner Lage im Einflussbereich zweier Amphibienlaichgewässer von nationaler Bedeutung, nahegelegener Abbaugebiete sowie hochwertiger Waldnaturschutzf lächen ein deutliches Förderpotenzial für mehrere Artengruppen auf. Besonders profitieren sollen die Geburtshelferkröte – im Volksmund vielerorts als Glögglifrosch bekannt –, die Gelbbauchunke und der Fadenmolch. Für sie wurden mehrere Mosaike aus temporären und dauerhaften Weihern geschaffen. Der renaturierte Pflanzgarten soll künftig aber auch Lebensraum für Vogelarten wie den Grau- und den Mittelspecht bieten. Zudem finden standorttypische Pflanzen wieder mehr Raum.
Der einstige Pflanzgarten ist nun in das bestehende Eichenwaldreservat integriert. Mit der ökologischen Aufwertung wird aus einer kaum noch genutzten Fläche ein vielfältiger Lebensraum für gefährdete Amphibien- und Vogelarten. Gleichzeitig stärkt die Massnahme eine standortgerechte Baumartenvielfalt und unterstützt die naturnahe Entwicklung des Waldes. Ein Wandel, der zeigen soll, wie gezielte Eingriffe neue Naturwerte schaffen können.