Zum Weidling ist Hans-Peter Hänggi, den alle als Hannspi kennen, als Wasserfahrer gekommen. Mit ihm verbindet er schöne Erinnerungen. Der Umstieg auf das Fährboot war nicht leicht, aber inzwischen mag er auch dieses Holzschiff.
Petra Schumacher
«Der Rhein ist im Sommer mein ...
Zum Weidling ist Hans-Peter Hänggi, den alle als Hannspi kennen, als Wasserfahrer gekommen. Mit ihm verbindet er schöne Erinnerungen. Der Umstieg auf das Fährboot war nicht leicht, aber inzwischen mag er auch dieses Holzschiff.
Petra Schumacher
«Der Rhein ist im Sommer mein zweites Zuhause, das war schon immer so», berichtet Hannspi. «So bin ich zu den Wasserfahrern und Pontonieren gekommen. Wobei mein Herz für die Wasserfahrer schlägt. Bei diesem Sport ist man mit Weidlingen auf dem Wasser.» Als die Holzschiffe beim Fahrverein Möhlin ausgemustert wurden, konnte der Wasserfahrer eins übernehmen. Später liess er sich von einem Bootsbauer in Schaffhausen einen Holzweidling bauen, mit dem er dann zwanzig Jahre auf dem Wasser war. «Zum einen gefällt mir die Form der Weidlinge, zum anderen ist da nichts Überf lüssiges dran. Holzschiffe haben hier Tradition, früher sah man die Fischer nur so ‹uf em Bach›.»
Ein Holzschiff zu haben, bedeutet allerdings Arbeit. Es muss im Winter aus dem Wasser genommen und gelagert werden. Im Frühjahr gehört die Unterseite gestrichen und das Schiff muss eine Zeit lang gewässert werden, damit das Holz wieder aufquillt und sich die gebildeten Spalten schliessen. Wäre so ein Plastikboot da nicht die bequemere Alternative? Hannspi zieht die Augenbraue hoch und winkt ab.
Schöne Familienferien
«Anfänglich hatte ich keinen Motor am Weidling. Da bin ich mit meinen beiden Buben bis auf Stein hoch gestachelt, sind dort schwimmen gegangen, haben uns danach hinabtreiben lassen und hatten viel Spass dabei», so der Mumpfer. Später kam der Motor dran. Aber das Treibenlassen, verbunden mit dem Genuss, der mit der Ruhe dabei einhergeht, ist bis heute geblieben. «Den Weidling haben wir einige Male zum Bodensee und nach Bern bringen lassen und sind von dort aus in mehreren Etappen zurückgefahren. Unterwegs haben wir campiert. Das waren extrem entspannte und unkomplizierte Familienferientage mit vielen kleinen Abenteuern.»
Ob Sonnenaufgang oder -untergang, Hannspi geniesst beides gern auf dem Wasser. In besonderer Erinnerung ist ihm aber der Mond geblieben. «Einmal hatten wir sternenklar und fast Vollmond im Sommer. Da habe ich meine Frau überreden können, mit mir in den Weidling zu steigen. Völlige Ruhe, kein Mensch weit und breit und der riesige Mond, der sich auf dem glatten Rhein gespiegelt hat. Das war magisch.»
Ein Weidling ist sehr schmal und recht wacklig, weshalb Gäste, die zahlreich zu Hannspi kamen, oft Angst hatten. Deshalb tauschte der Wasserfahrer den Weidling gegen ein Fährschiff ein. Natürlich war auch dieses wieder ein Schiff aus Holz, das er sich bauen liess. «Ich hatte Tränen in den Augen, als ich den Weidling abgegeben habe. Der Weidling ist für mich nun mal das wunderschönste Schiff.» Inzwischen hat sich Hannspi mit dem Fährschiff angefreundet und die Freude, auf dem Wasser zu sein, bleibt ihm sowieso. «Letzte Woche war ich mit meinem Sohn und den zwei Grosskindern mit zwei Schiffen unterwegs. Also mit Stachel und Ruder. Da waren drei Generationen zusammen ‹uf em Bach›. Ein schöneres Bild kann ich mir kaum vorstellen», meint Hannspi abschliessend.