Zum Leserbrief «Das Wunder von Rheinfelden» von Jürg Keller. NFZ vom 7. Juli.
Als Dachorganisation Holzenergie Schweiz und Fachverband Holzfeuerungen Schweiz möchten wir auf den Leserbrief «Das Wunder von Rheinfelden» vom 7. Juli ...
Zum Leserbrief «Das Wunder von Rheinfelden» von Jürg Keller. NFZ vom 7. Juli.
Als Dachorganisation Holzenergie Schweiz und Fachverband Holzfeuerungen Schweiz möchten wir auf den Leserbrief «Das Wunder von Rheinfelden» vom 7. Juli antworten und einige grundlegende Missverständnisse zum Thema Holzenergie richtigstellen. Das Projekt von Feldschlösschen und dem Wärmeverbund Rheinfelden, das fossiles Gas durch regionale Holzschnitzel ersetzt, ist ein vorbildliches Beispiel für die Defossilisierung der Indu - strie und Wärmeversorgung in der Schweiz. Es trägt konkret zur Reduktion der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern bei und schafft Wertschöpfung in der Region.
Herr Keller argumentiert, Holzverbrennung setze pro Wärmeeinheit mehr CO2 frei als Gas (Faktor ca. 1,9). Dies stimmt auf den ersten Blick bei der reinen Verbrennungsemission. Entscheidend ist jedoch die gesamte Systembilanz:
• Bei fossilem Gas wird uralter, zusätzlicher Kohlenstoff aus dem Boden in die Atmosphäre gebracht – ein irreversibler Prozess.
• Bei Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Schweizer Wäldern wird genau so viel CO2 freigesetzt, wie die Bäume während ihres Wachstums gebunden haben (gemäss Schweizer Waldgesetz: Nur so viel Holz schlagen wie nachwächst). Der Kohlenstoffkreislauf bleibt geschlossen.
Moderne Holzfeuerungsanlagen (wie die von Feldschlösschen) sind hocheffizient, erfüllen strenge Emissionsgrenzwerte und ersetzen fossile Emissionen direkt. Über den Lebenszyklus betrachtet ergibt sich damit eine klare CO2-Einsparung. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und EnergieSchweiz bestätigen: Holz ist ein erneuerbarer Energieträger und ein wichtiger Baustein der Energiewende. Separat arbeiten wir an der Dekarbonisierung, also der Entfernung von CO2 aus der Luft in Form von Kalziumkarbonat, dank der positiven Wirkung der Naturholzasche.
LAURENT AUDERGON,
GESCHÄFTSFÜHRER HOLZENERGIE
SCHWEIZ, ZÜRICH