«Hier oben ticken die Uhren noch anders»
04.05.2026 MumpfDie Mumpfer Fluh liegt auf 510 m ü. M. zwischen Mumpf, Stein und Obermumpf. Eingebettet im Wald, fast etwas versteckt, findet man dort den Kiosk Mumpfer Fluh. Ein Geheimtipp ist das Ausflugs-Beizli aber schon lange nicht mehr. An Spitzentagen gehen hier bis zu 150 Essen über den ...
Die Mumpfer Fluh liegt auf 510 m ü. M. zwischen Mumpf, Stein und Obermumpf. Eingebettet im Wald, fast etwas versteckt, findet man dort den Kiosk Mumpfer Fluh. Ein Geheimtipp ist das Ausflugs-Beizli aber schon lange nicht mehr. An Spitzentagen gehen hier bis zu 150 Essen über den Kiosktresen.
Petra Schumacher
Es ist Ende April und auf der Mumpfer Fluh «klöpft» und tönt es, Rauch liegt in der Luft. «Traditionell gehört bei uns vor Saisonstart die Waldputzete dazu», erklärt Andi Rothacher. Den Rothachers gehört das Land um den Kiosk und gemeinsam mit seinem Cousin, Mario Süess, führt Andi Rothacher die Familientradition der Sommerbeiz fort. «Die Mumpfer Fluh war schon früh ein begehrtes Ausflugsziel. 1905 gab es sogar einen 18 Meter hohen Aussichtsturm, der allerdings 1909 bei einem heftigen Sommersturm umfiel», erzählt Mario Süess. Hans Bichsel, Rössli-Wirt aus Obermumpf und Grossvater von Andi Rothacher und Mario Süess, erwarb um 1950 Land auf der Mumpfer Fluh und errichtete den Kiosk, so wie man ihn auch heute kennt. Andi Rothachers Eltern übernahmen das Ausflugs-Beizli. «Unglaublich, aber meine Eltern haben den Kiosk nur zu zweit geführt. Die Mutter im Hüsli und der Vater am Grill, plus einige Helfer. Und das im Sommer an jedem Wochenende», so Andi Rothacher.
IG «Kiosk Mumpfer Fluh»
Nach dem Tod der Eltern wurde der sonntägliche Betrieb für eine Saison eingestellt. «Die Mumpfer Jacqueline und Philipp Güntert fanden dies so schade, dass sie initiativ mit einem Vorschlag zur Weiterführung an mich herantraten», erzählt Andi Rothacher. «Mit grosser Freude nahmen meine Frau und ich die Unterstützung an und es fand sich rasch ein Gremium von sieben Leuten, mit denen wir die IG ‹Kiosk Mumpfer Fluh› gegründet haben. Ab dann brauchte es nur drei Treffen und das Konzept stand und der Plan für die Umsetzung war parat. Direkt im ersten Jahr hatten wir 45 freiwillige Helfer.»
Es bleibt, wie es war
Ein grösserer Grill wurde angeschafft, Abläufe optimiert, aber das Konzept von Andi Rothachers Eltern hat weiter Bestand. «Die Leute suchen sich ihre Grilladen aus und geben sie beim Grillmeister ab, stellen sich die Beilagen zusammen, nehmen das Getränk dazu und fertig», so Andi Rothacher. «Die Leute schätzen die Einfachheit und viele kommen gerade deswegen. Unser Motto ist: So einfach wie möglich, aber in einer super Qualität.»
Auf die Fluh kommt man mit dem Velo, zu Fuss oder mit dem Auto. Hier treffen sich oft mehrere Generationen. «Es kommen Gäste zu uns und setzen ihre Kinder auf das Karussell und die ‹Gigampfi›, auf der sie selbst schon als Kind gesessen haben», erzählt Mario Süess. «Auch wenn wir an manchen Sonntagen fast überrannt werden, läuft hier alles ruhig, als wenn die Uhren hier anders ticken. Bei uns können die Leute einen Gang runter schalten.»
Für die Saison parat
Andi Rothacher ergänzt: «Ich sehe immer wieder Leute hier ankommen, die nach kurzer Zeit ein Lächeln im Gesicht haben. Genau das ist es, was mich motiviert, meine freie Zeit hier einzusetzen. Denn eines sei gesagt, wir machen das hier alle in unserer Freizeit. Wir sind nicht gewinnorientiert. Natürlich muss der Caterer auf seine Kosten kommen, aber alle anderen Einnahmen werden für den Erhalt des Kiosks und für ein tolles Helferfest am Ende der Saison eingesetzt.»
Der Wald auf der Fluh ist aufgeräumt, der Kiosk eingerichtet und Tische und Bänke sind montiert. Es ist Zeit für einen Testdurchlauf am Grill. In der aktuellen Saison wirtet ein neuer Caterer, der aus den eigenen Reihen kommt. Nach dem Probieren der Salate und Grilladen fällt das Urteil vom Fluh-Gremium und den anwesenden Helfern einstimmig aus: es passt alles, der Kiosk ist für die kommende Saison parat.

