Gärtnerei Eulenhof stellt Betrieb ein
03.05.2026 WirtschaftDer Möhliner Staudengärtner Konrad Hilpert zügelt nach Remigen: Eine gewinnbringende Fusion von Geschäftspartnern und ein Hof, den Pro Natura verpachtet: Konrad Hilpert hat gute Gründe, seine Biogärtnerei vom Eulenhof in Möhlin nach 17 Jahren in die Region ...
Der Möhliner Staudengärtner Konrad Hilpert zügelt nach Remigen: Eine gewinnbringende Fusion von Geschäftspartnern und ein Hof, den Pro Natura verpachtet: Konrad Hilpert hat gute Gründe, seine Biogärtnerei vom Eulenhof in Möhlin nach 17 Jahren in die Region Brugg zu verlegen.
Boris Burkhardt
Die Staudengärtnerei Eulenhof in der Schaufelgasse in Möhlin hat nach 17 Jahren ihren Betrieb eingestellt. Inhaber Konrad Hilpert, der als jüngster von vier Brüdern auf dem Hof aufgewachsen ist, zügelt seine Gärtnerei auf den Haselhof in Remigen bei Brugg. Dort fusionierte er zum Jahresbeginn mit der Baumschule von Christian Siegrist aus Seengen. Der Haselhof wurde 2024 von Pro Natura gekauft; das landwirtschaftliche Gut war zuvor jahrzehntelang als Erlebnisgärtnerei Dietwyler bekannt und wird nun einerseits als Gärtnerei, andererseits als landwirtschaftlicher Betrieb nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet.
Alles begann mit einem Garten
Hilpert ist seit 1985 ausgebildeter Stauden- und Landschaftsgärtner und arbeitete als Angestellter, bevor er sich 2009 selbständig machte. Seine Gärtnerei auf dem elterlichen Eulenhof begann 2006 mit einem biozertifizierten Garten für den Eigenbedarf, wie er erzählt: «Zuvor hatte ich in 20 Jahren als Gärtner nie einen eigenen Garten.» Bereits seine heute über 90-jährige Mutter habe ihren Gemüsegarten «seit jeher biologisch bewirtschaftet».
Zu Hilperts Kunden zählten neben Privatpersonen, Landschaftsgärtnern und Gemeinden auch Naturschutzvereine, der Jurapark und der Naturpark Thal. Der Gärtner ist überzeugt, dass er seine Kunden nach Remigen mitnehmen kann: «Klar werden es auch einige Fricktaler bedauern, dass wir als einziger Bio-Staudenbetrieb im Fricktal den Standort Möhlin verlassen werden. Aber wir werden über den Jurapark auch weiterhin mit dem Fricktal verbunden sein.»
Eulenhof-Gärtnerei wird abgebaut
Bereits mit Saisonende 2025 stellte Hilpert den Verkauf an Privatkunden in Möhlin ein; für den Gartenbau nahm er über den Winter noch Bestellungen entgegen. Seit dem 1. März ist die Gärtnerei in Remigen offiziell eröffnet. Seine zwei Mitarbeiter übernahm Hilpert in den neuen Betrieb. Die Gärtnerei Eulenhof wird bis Ende Jahr abgebaut und an die Besitzer des Hofs, Hilperts Bruder Eduard und Ehefrau Katharina, abgetreten. Das Gelände könne mit seinen ökologisch wertvollen Strukturen als Obstbaumwiese mit integrierten Kräutergärten zukünftig als Ort der Begegnung genutzt werden, schlägt Konrad Hilpert vor.
Die Fusion mit der Baumschule Siegrist sei er nicht «aus wirtschaftlicher Not» eingegangen: «Das ist ein Gewinn für uns beide und unsere Kunden.» Beide Betriebe seien bereits Handelspartner gewesen; und in Möhlin habe er keinen Platz gehabt, sich weiterzuentwickeln. Hilpert legt neben dem biologischen Anbau Wert darauf, dass alle Pflanzen, die er anbietet, heimisch sind und von ihm selbst angebaut werden: «Wir kaufen nichts zu.» Das gelte auch für die Samen, die er aus der Region beziehe, aktuell als Frühlingsblume etwa die Arzneischlüsselblume, auch «Mattedäneli» genannt, vom Bözberg. «Pflanzen, die hier wachsen, passen genau zu den hiesigen Insekten», sagt Hilpert.
Hilpert war bis 2000 nach eigenen Angaben als Spitzensportler in der Skiakrobatik aktiv. Er zügelte nun auch privat näher an seinen neuen Arbeitsort und lebt mit seinem Mitarbeiter und Lebenspartner Aljosha Kunsek in Hornussen: «Von dort ist es ein Katzensprung nach Remigen.»

