Bachem wird in Eiken konkreter
28.08.2025 EikenDie Firma Bachem AG entwickelt aktuell ihr Areal im Sisslerfeld. Was hierfür koordiniert und welche Rahmenbedingungen erfüllt werden müssen, stellten der Eiker Gemeinderat, Vertreter von Bachem und vom Laufenburger Planungsbüro Koch und Partner am Montagabend vor.
...Die Firma Bachem AG entwickelt aktuell ihr Areal im Sisslerfeld. Was hierfür koordiniert und welche Rahmenbedingungen erfüllt werden müssen, stellten der Eiker Gemeinderat, Vertreter von Bachem und vom Laufenburger Planungsbüro Koch und Partner am Montagabend vor.
Susanne Hörth
Bis Ende dieses Jahrzehnts, heisst bis in etwa viereinhalb Jahren, will die Bachem AG mit der Produktion in ihrem geplanten Werk in Eiken beginnen. Die Baueingabe für das erste Produktions- sowie ein Bürogebäude ist für nächstes Jahr vorgesehen. Das komplette Werk mit dem Namen Bachem Sisslerfeld AG wird voraussichtlich erst in zehn bis fünfzehn Jahren fertig erstellt sein. «Wir planen langfristig», erklärte Heiko Ehrich, der gemeinsam mit Adrian Pritzius die Fragen aus der Versammlung am Montagabend seitens der Bachem beantwortete. Zirka 80 Personen liessen sich im Kulturellen Saal vorgängig der gut genutzten Fragerunde über den Entwicklungsrichtplan – die öffentliche Mitwirkung dazu findet im Zeitraum 1. September bis 31. Oktober statt – informieren.
Die weltweit erhöhte Nachfrage nach chemisch hergestellten Tides – Bachem ist spezialisiert auf die sehr komplexe Herstellung von Peptiden und Oligonukleotiden – habe die Planung eines neuen Standortes notwendig gemacht, erklärte Adrian Pritzius in seiner einleitenden Bachem-Vorstellung. «Das Sisslerfeld bietet die ideale Voraussetzung als neuen Produktionsstandort», so Pritzius und zählte neben der geografischen Lage die gute Infrastruktur, die bereits angesiedelte Pharmaindustrie, die Anbindung an den Zugverkehr und einiges mehr zu den Vorteilen auf. Heiko Ehrich erläuterte anschliessend, wie sich das Areal in Eiken von Ost nach West entwickeln soll. Das geplante Werk soll einen Campus-Charakter mit einer grünen Allee mit Aufenthaltsqualität, getrennte Verkehrswege für Fahrzeuge und Personen ausweisen.
Leitplanken setzen
Bei der Erarbeitung des Entwicklungsrichtplans (ERP) wurden die Gemeinde Eiken und die Firma Bachem vom Laufenburger Planungsbüro Koch und Partner begleitet. Raumplaner Fabian Meisser erklärte, dass ein ERP als behördenverbindliches Planungsinstrument unter anderem auch die Leitplanken für eine qualitätsvolle und koordinierte Entwicklung des Areals setze und dabei auch die öffentlichen und privaten Interessen berücksichtige. Im ERP werden unter anderem Themen wie der Ortsbau – in der langfristigen Vorstellung hatte zuvor Heiko Ehrich auch für die noch ferne Zukunft ein 70 Meter hohes Gebäude oder einen Energietunnel erwähnt – aufgegriffen. Es geht im Entwicklungsrichtplan ebenso um den Verkehr inklusive einer Mobilitätsdrehscheibe oder um Vegetationsfreiräume. Während der Mitwirkung besteht Gelegenheit, sich einen umfassenden Eindruck über den ERP zu verschaffen und sich gegebenenfalls dazu einzubringen.
Donald Trump, Zeitpläne und mehr
Die Ansiedlung der Bachem habe Signalwirkung für die ganze Region, wurde am Montagabend aus der Versammlung mehr als einmal in Richtung der Firmenanwesenden gedankt. Gleichzeitig wurde auch befürchtet, dass die von US-Präsident Trump verhängten Zölle eine Negativwirkung für Bachem und ihr Vorhaben in Eiken bedeuten könnten. Adrian Pritzius verneinte das mit der Bemerkung, dass Bachem sehr bewusst in Etappen plane. Dass die Firma erst kürzlich eine vierte Parzelle im Sisslerfeld erworben habe, ist zugleich auch ein Standortbekenntnis. Mit der Produktion am Standort Eiken werde Ende des Jahrzehnts begonnen. «Daran halten wir fest.»
Ein Votant wollte wissen, welche Emissionen mit der Ansiedlung von Bachem hinsichtlich Produktion und Verkehr zu erwarten seien. Die würden so tief wie möglich gehalten, für den Standort Eiken gebe es ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept, lautete darauf die Antwort. Im Bereich Sicherheit und Energie wolle man mit den bereits angesiedelten Firmen zusammenarbeiten, Kontakte seien schon aufgenommen worden, ging Adrian Pritzius auf diese Frage ein. Wenig Einfluss habe man in Sachen zusätzlicher Bahnstation, hielt er zu diesem Einwurf fest. Hingegen könne angestrebt werden, den Takt bei der bestehenden Bushaltestelle zu erhöhen. Darauf angesprochen, wie viele Leute einst am Bachem-Standort in Eiken beschäftigt würden, sagte Pritzius mit Blick weit in die Zukunft: «Zirka 2000. In der ersten Phase werden es 400 bis 500 Mitarbeitende sein.»