Gemeinderat Herznach-Ueken im Gespräch mit der Bevölkerung: Auch wenn die Menge überschaubar blieb, die Gelegenheit zum Austausch, die der Gemeinderat am Donnerstagabend auf dem Hübstel bot, kam bei den Teilnehmenden sehr gut an.
Simone Rufli
«Wir hören immer wieder, ...
Gemeinderat Herznach-Ueken im Gespräch mit der Bevölkerung: Auch wenn die Menge überschaubar blieb, die Gelegenheit zum Austausch, die der Gemeinderat am Donnerstagabend auf dem Hübstel bot, kam bei den Teilnehmenden sehr gut an.
Simone Rufli
«Wir hören immer wieder, der Gemeinderat könnte besser informieren», kam Gemeindepräsidentin Doris Frey am Donnerstagabend gleich auf den Punkt. Sie forderte dazu auf, mit dem Gemeinderat ins Gespräch zu kommen: «Nur wenn wir wissen, was die Bedürfnisse sind, können wir darauf eingehen.» Basierend auf dem «Fusions-Check» der Fachhochschule Graubünden vom 17. März 2026 stellte Gemeinderat Hansruedi Rubin fest: «Die Leute in Herznach und in Ueken waren vor der Fusion mit dem Leben in ihren Dörfern zufrieden. Drei Jahre nach der Fusion sind sie noch etwas zufriedener – 60 Prozent sogar sehr zufrieden.» Nur, ist das repräsentativ? Womöglich nicht, gab er mit Blick in die kleine Runde auf dem Hübstel zu bedenken: «Unser Dorf zählt 2800 Leute. Ist es das Richtige, was wir hier machen?»
Die zentrale Frage bei diesem Austausch an wunderbarer Lage war denn auch: Wie erreichen Doris Frey, Gerhard Zumsteg, Hansruedi Rubin, Fredy Rubin und Michael Buik die Bevölkerung noch besser? Über mehr Veranstaltungen? Zusätzliche Infoabende? Detailliertere bzw. umfassendere Informationen in den amtlichen Mitteilungen in der NFZ? Durch persönliche Anwesenheit im Dorftreff oder Dorf-Café? Mit Berichten in der bewährten «Dorfpost», die sich vermehrt aktuellen Themen widmen soll? Was auf dem Hübstel auch interessierte: Warum fand der elektronische Newsletter so wenig Beachtung, dass er aus Mangel an Interesse eingestellt werden musste? Liegt es in einer Demokratie nicht auch in der Verantwortung der Einwohnerinnen und Einwohner, sich informieren zu wollen?
Grenzen der Information
Gemeinderat Gerhard Zumsteg wies auf Grenzen der behördlichen Information hin: «Es gibt Entscheide, die müssen innerhalb des Gemeinderats bleiben, sonst riskieren wir Klagen.» Die Frage sei auch, ob es Sinn mache, über einzelne Etappen zu informieren, wenn weitere Schritte noch der Abklärung bedürften. Die Gemeinderäte gewährten am Donnerstagabend interessante Einblicke in ihre Dossiers, erklärten sich zu Schwerpunkten ihrer Arbeit, sprachen über aktuelle Themen (Wohnen im Alter) und solche, die in nächster Zeit aktuell werden (aus zwei Bau- und Nutzungsordnungen eine gemeinsame BNO machen). Sie stellten sich vielen Fragen – unter anderem nach der Wasserversorgung, der Liegenschaftsstrategie und möglichen Auszonungen trotz Bevölkerungswachstums; und sie nahmen Stellung zu kritischen Voten. Das Ziel des Gemeinderates war es, Vertrauen aufzubauen. Das Versprechen: sich zu verbessern. Die Anwesenden wünschten sich – und gaben dem Gemeinderat als Auftrag mit: Dinge ansprechen und miteinander diskutieren, bevor sie an der Gemeindeversammlung zur Abstimmung kommen. Am Ende gab es Applaus für den Gemeinderat und durchs Band lobende Worte: «Gratulation zu diesem Abend.» «Toller Anlass!» «So eine Stimmung brauchen wir!» Michael Buik bat im Namen des gesamten Gremiums um einen Gefallen: «Sprecht über diesen Abend. Tragt die gute Erfahrung in eurem Umfeld weiter.»