Es ist ja erstaunlich, dass, obwohl jedes kleinste Stück Bauland an der Grenze der Ausnützungsziffer überbaut wird, und wir seit Jahren einen wahren Bauboom erleben, sich die Leerwohnungsziffer auf einem historischen Tief befindet! Das Bevölkerungswachstum, vorab durch die ...
Es ist ja erstaunlich, dass, obwohl jedes kleinste Stück Bauland an der Grenze der Ausnützungsziffer überbaut wird, und wir seit Jahren einen wahren Bauboom erleben, sich die Leerwohnungsziffer auf einem historischen Tief befindet! Das Bevölkerungswachstum, vorab durch die hohe Migration und indirekt durch das Anwerben ausländischer Unternehmen mit Steuerrabatten hervorgerufen, sind die Hauptgründe dieser Entwicklung. Die Schweiz, der Aargau und im Speziellen das Fricktal verkommen in einer unglaublichen Geschwindigkeit zu einem Einheitsbrei.
Da unsere Landreserven endlich sind, und die öffentliche Hand gar nicht in der Lage ist, Infrastrukturen parallel zu dieser «Bau- Goldgräberstimmung» zu realisieren, bleiben viele Fragen offen. Wie kann der zunehmende Verkehr aufgefangen werden, wird klimafreundliches Bauen beim Verdichten umgesetzt, haben wir in den zunehmenden Hitzesommern genügend Wasser für alle, bleiben uns noch genügend Landwirtschaftsflächen für die Grundversorgung, was bewirkt der Dichtestress auf die Psyche der Menschen, genügen die Bauzonen oder wirkt sich dies zusätzlich auf zum Teil heute schon horrenden Mieten aus? Und für mich eine der wichtigsten Fragen, was können zukünftige Generationen noch realisieren, wenn wir in dieser Geschwindigkeit weiter jede mögliche Parzelle überbauen?
Ich denke, grundsätzlich wäre weniger oder etwas langsamer, mehr. Aus dieser Optik würde ich auch begrüssen, wenn dem Sisslerfeld, und damit auch den umliegenden Gemeinden, ein deutlich längerer Zeitraum zur Realisierung zur Verfügung stehen würde!
MARKUS KUNZ, FRICK